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Grimmen Als Gerlach in Jessin-Ausbau starb
Vorpommern Grimmen Als Gerlach in Jessin-Ausbau starb
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08:42 13.07.2013
Vom Ortseingangsschild aus kann man das Dorfende sehen.

Im Frühjahr des Jahres 1945 vergräbt auf dem Grundstück des Hofes in Gerlachsruh jemand zwei Milchkannen voll mit Tafelsilber aus dem Gutshaus in Jessin.

So lautet zumindest eine Notiz, in der großen historischen Sammlung von Wolfgang Marder. Der Leyerhofer beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte Grimmens und seiner umliegenden Dörfer.

„Gerlachsruh, wie wir es heute kennen, war eigentlich immer ein ausgelagerter Teil von Jessin“, erzählt der heimatgeschichtlich interessierte Mann.

Im Jahre 1927 erstreckte sich Gerlachsruh auf einer Fläche von rund 114 Hektar. „In dieser Größenordnung sprechen wir von einem Großbauern“, erklärt Marder und verrät, dass zu diesem Zeitpunkt 40 Rinder und 13 Pferde auf dem kleinen Gut vor den Toren Grimmens lebten. „Zu dieser Zeit war das Land im Volksmund bereits unter dem Namen Gerlachsruh bekannt“, weiß der Leyerhofer. Jahre zuvor gehörte der Hof nämlich einem Pächter namens Gerlach, der hier auch gestorben ist. Als Hans Peters Ende der 1920er Jahre das Grundstück übernimmt, setzt sich der Namen mehr und mehr durch. Spätestens seit Beginn der 1930er Jahre war dieser ausgekoppelte Teil Jessins dann auch offiziell als Gerlachsruh bekannt.

„Erwähnenswert ist sicher die Umgestaltung der Verbindung zwischen Gerlachsruh und Jessin“, findet Wolfgang Marder. Damals waren beide Dörfer nämlich von einem tiefen Graben getrennt.

Nach dem Kauf von Gerlachsruh, ließ Peters zunächst einen Sandweg anlegen, welcher später mit Schlacke befestigt wurde. „Hans Peters gehörte Gerlachsruh nur sehr kurz“, weiß Marder zu berichten.

Schnell ging der Besitz an den ersten Sohn, Joachim-Werner Peters, über. Dieser war wiederum auch nur für kurze Zeit der Besitzer von Jessin und Gerlachsruh. Dieser starb an den Folgen von TBE (Tick-Borne-Encephalitis), einer von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung.

Heute leben in Gerlachsruh insgesamt 27 Einwohner (13 Frauen und 14 Männer). Der Dorfälteste wurde im Jahr 1934 geboren, der Jüngste im vergangenen Jahr. Das Leben spielt sich seit jeher in einer Kurve ab. Vom Ortseingangsschild bis zum angekündigten Ortsausgangsschild sind es gerade einmal 50 Meter. Bis nach Grimmen beträgt die Luftlinie nicht einmal 1000 Meter.

Raik Mielke

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