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Grimmen Ampeln in Grimmen: Keine Zeit zum Trödeln
Vorpommern Grimmen Ampeln in Grimmen: Keine Zeit zum Trödeln
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00:00 27.09.2018
Grimmen

Wenn Sylvia Meyer mit ihren beiden Kindern im Alter von vier und sieben Jahren über die Ampelkreuzung in der Friedrichstraße in Grimmen laufen muss, sagt die junge Mutter immer wieder die gleichen Sätze: „Husch, husch! Moritz beeil dich. Nicht trödeln.“ Und der kleine Moritz antwortet dann stets ein bisschen eingeschnappt: „Mama, zieh’ mich nicht so.“ Die Grünphase an der Ampelanlage ist vielen Fußgängern aus Grimmen zu kurz. Das rote Ampelmännchen leuchtet meist schon auf, wenn Sylvia Meyer und ihre Kinder auf der Hälfte der Fahrbahn stehen.

Straßenmeisterei: Trotz kurzer Grünphase können Fußgänger sicher die Straßen überqueren

Und auch als Autofahrerin beschreibt die junge Mutter ein stets wiederkehrendes Problem: „Wenn ich im Auto sitze und links abbiegen möchte, sich aber noch Fußgänger auf der Straße befinden, hupen die nachfolgenden Fahrer und drängeln.“ Das irritiere sie beim Fahren. „Schließlich kann ich doch die Menschen nicht von der Straße drängeln und weiß selbst, dass man mehr Zeit benötigt als die Ampel grün leuchtet.“

Das Problem zieht sich durch alle Altersschichten. Renate Harke aus Grimmen ist nicht mehr gut zu Fuß. Die 76-Jährige ist auf ihren Rollator angewiesen und stets mit ihrer elfjährigen Hündin Angie unterwegs. „Manchmal habe ich richtig Angst davor, die Straßen zu überqueren. Aber was bleibt mir übrig?“ Vor allem die große Ampelkreuzung in der Friedrichstraße verunsichere sie. Meistens setzt sie ihren kleinen Hund vor dem Überqueren der Straße dann in den Rollator, denn auch der Hund komme mit seinen kurzen Beinchen nicht schnell genug auf die andere Straßenseite. „Und dann drängeln die Autofahrer, die als Linksabbieger genau wie die Fußgänger ein grünes Signal haben.“ Sie schätzt, dass sie fast die doppelte Zeit benötigen würde, um in ihrem Schritttempo den Weg zu meistern.

Genauso sieht es auch Birgitt Junghans. Die 49-Jährige arbeitet im Pflegedienst der Volkssolidarität und ist sensibilisiert, wenn es um die Themen geht, die gerade die älteren Menschen betreffen.

Selbst ein junger Mensch ohne körperliche Beeinträchtigungen und mit zügigem Schritt befindet sich ungefähr einen knappen Meter vom angesteuerten Bürgersteig entfernt, bevor das rote Ampelmännchen warnend aufleuchtet. Doch dann dauert es noch viele Sekunden, bevor die Autofahrer das grüne Signal empfangen.

Dass es genauso sein soll, erklärt Frank Denker von der Straßenmeisterei in Grimmen. „Dieses Problem, also dass Menschen die Grünphase als zu kurz empfinden, beschäftigt uns und die Menschen in Grimmen schon seit Jahren“, sagt er. Schon oft habe er – und auch die Polizei – erklärt, dass jeder Mensch noch genügend Zeit habe die Straße gemütlich und sicher zu überqueren auch wenn das grüne Fußgängerzeichen auf Mitte der Fahrbahn erlischt. Sogar im Seniorenbeirat haben sie erklärt, dass die Zeit auch für einen langsamen Gang ausreicht – auch wenn die Grünphase augenscheinlich kurz erscheint. Eine allgemeingültige Formel ist dafür zuständig, die Länge der Grünphasen zu errechnen. In Grimmen sei genau ermittelt, dass die Fußgänger die Straße sogar auch noch sicher überqueren können, wenn die Grünphase bereits begonnen hat. „Auch dann schafft man es noch langsamen Schrittes auf die andere Seite. Dafür ist die Räumphase nämlich ausreichend lange genug geschaltet“, erklärt er und meint damit die Zeit, in der Fußgänger sowie Autofahrer das rote Signal beachten müssen. „Würde die Grünphase doppelt so lang sein, käme der Verkehrsfluss in der Stadt erheblich ins Stocken.

„Die Fußgänger müssen auf keinen Fall erstarren, wenn sie in der Fahrbahnmitte das rote Signal aufleuchten sehen“, erklärt er. „Es ist wirklich noch genügend Zeit bis die Autos weiter fahren dürfen.“

Drängelnde Autofahrer, die als Linksabbieger unterwegs sind, handeln jedoch gegen die Straßenverkehrsordnung. Diese besagt, dass ein Auto die Kreuzung auf keinen Fall passieren darf, solange sich noch Personen auf der Straße befinden – egal ob rotes oder grünes Lichtsignal.

Carolin Riemer

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