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Grimmen „An 90000 Euro darf es nicht scheitern“
Vorpommern Grimmen „An 90000 Euro darf es nicht scheitern“
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00:00 31.07.2018
Zählt zu den schönsten Profanbauten aus der Schwedenzeit in Vorpommern-Rügen – das Barockschloss in Griebenow. Dass Sanierungsbedarf besteht, ist allerdings mit blosem Auge schon an der gefleckten Fassade zu erkennen. Quelle: Foto: Anja Krüger
Griebenow

An der Fassade scheint das „Fleckfieber“ ausgebrochen. So muten die Schäden an der Außenhaut des 1709 erbauten Barockschlosses in Griebenow an. Die sichtbaren sind aber nicht die gravierendsten Schäden. Die sind mit maroden Balkenköpfen im Dachgeschoss zu finden. Einer der sehenswertesten Prunkbauten Vorpommerns aus der Schwedenzeit braucht dringend eine weitere Schönheitskur. Geplant ist sie längst. Doch es fehlt Geld. Wieviel, weiß Alexander Benkert ganz genau: „90000 Euro“, beziffert der Bürgermeister der Gemeinde Süderholz die Finanzierungslücke. Jetzt scheint eine Quelle gefunden, um diese Lücke zu schließen – der Vorpommern-Fonds.

Staatssekretär Patrick Dahlemann hat bei einem Griebenow-Besuch Unterstützung für die lange vorgesehene Schloss-Sanierung zugesagt. Gemeinde beantragt Förderung aus dem Vorpommern-Fonds.

„An 90000 Euro darf es nicht scheitern“, betont der Mann, der aus diesem Fonds das Geld verteilt – Patrick Dahlemann (SPD), Staatssekretär für Vorpommern. Bei einem „Denkmal-Tag“ in der Region besuchte Dahlemann auch Griebenow. „Ich bin beeindruckt, was der Förderverein des Barockschlosses alles auf die Beine stellt, um das Schloss mit Leben zu erfüllen. Ob Ausstellungen, Konzerte, Oster- und Adventsmärkte oder private Feiern – das große Engagement der Vereinsmitglieder lockt jedes Jahr rund 10000 Besucher an. Das hat höchste Anerkennung verdient“, ist der Staatsekretär voll des Lobes.

Erfahren hat er bei seiner Griebenow-Stippvisite aber auch, dass für die Schloss-Restaurierung längst der Startschuss gefallen sein sollte. Eigentlich. Rückblende: Bereits im Juni 2016 war Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) vor Ort. Er sagte nicht nur 1,5 Millionen Euro für weitere Schönheitskuren an dem Barockbau zu. Glawe machte auch gleich Nägel mit Köpfen: „Baubeginn ist am 17.

August.“

Dass die ministerielle Terminvorgabe geplatzt ist, erfahren alle, die die Präsentation des Barockschlosses im Internet besuchen. „Da die geplante Restaurierung des Schlosses Griebenow zu einem späteren Zeitpunkt beginnen wird, ist es möglich, auch weiterhin kulturelle Veranstaltungen, private Feiern und Workshops im gewohnten schönen Ambiente unseres Hauses durchzuführen“, teilt der Förderverein mit, der als Eigentümer im Schloss die Fäden zieht.

Alexander Benkert kennt den Grund für die Verzögerung. „Das Projekt wird teurer, als ursprünglich geplant.“ 3 Millionen Euro, die für das gesamte Vorhaben mal veranschlagt waren, würden nicht ausreichen, sagt der Bürgermeister. „Inzwischen sind wir bei einer Investitionssumme von 3,8 Millionen Euro gelandet.“ Dafür gebe es mehrere Gründe, führt das Gemeindeoberhaupt aus. „Zum einen steckt man in einem alten Gebäude nicht drin. Es hat sich zum Beispiel gezeigt, dass vorhandene Pläne unter anderem für die Erneuerung der Elektrik, auf die wir zurückgreifen wollten, nicht ausreichend sind. Da musste neu geplant werden. Das Auftragsvolumen ist durch solche Maßnahmen größer geworden.“

Verteuert hat sich das Vorhaben aber auch durch die Konjunktur in der Baubranche. „Das haben wir bei der Ausschreibung zu spüren bekommen“, so Alexander Benkert. Für einzelne Leistungen, die für die Schloss-Sanierung ausgeschrieben waren, ging gerade mal ein Angebot ein. Andere Angebote sprengten den kalkulierten Kostenrahmen. „Es gab eins, das war sogar doppelt so teuer“, erinnert sich der Bürgermeister.

Was am Schloss gemacht werden soll und muss, weiß Uwe Schwarz ganz genau. „Das Wichtigste ist der Brandschutz. Ohne den geht gar nichts“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins und lenkt den Blick auf die gefleckte Fassade. „Auch deren Erneuerung ist vorgesehen. Sie soll in einem Ockerton neu erstrahlen.“ Die Freitreppe soll originalgetreu wiederhergestellt werden und wird dann hufeisenförmig zum Eingangsportal des Profanbaus führen. Geplant sind weiterhin der Einbau neuer und originalgetreu nachgebauter Fenster. Natürlich stehen auch die maroden Balkenköpfe im Dachgeschoss mit im Konzept, das den Titel „Touristisches Zentrum“ trägt. „Wir wollen das gesamte Dorf für Besucher zum Erlebnis werden lassen. Das Schloss bildet dabei das Zentrum“, erklärt Alexander Benkert.

Als Anlaufpunkt sei deshalb auch eine Touristeninformation vorgesehen, die im Zuge der Sanierung im Schloss etabliert werden soll. „Und draußen wollen wir für kleine und große Gäste einen Ertüchtigungsplatz schaffen.“

Das Wirtschaftsministerium habe bereits signalisiert, dass es sich an dem finanziellen Mehraufwand, der sich inzwischen ergeben habe, beteiligen werde, sieht Benkert die Finanzierung fast gesichert. „Der Gemeinde fehlen noch rund 90000 Euro.“

Patrick Dahlemann zückte daraufhin bei seinem Griebenow-Besuch ein Blanko-Formular für einen Förderantrag für den Vorpommern-Fonds. „Griebenow könnte ein Ausflugsort mit Alleinstellungsmerkmal werden“, schwärmte der Staatssekretär. Projekte, die geschichtlich von so großer Bedeutung für die Region sind, seien prädestiniert für eine Unterstützung aus dem Fonds, gab er Benkert und Co. den Rat: „Stellen sie schnellstmöglich den Antrag.“

„Haben wir inzwischen“, so das Gemeindeoberhaupt gestern auf OZ-Nachfrage. „Wir haben die fehlenden rund 90000 Euro beantragt.“ Sollte der Antrag positiv beschieden werden, „könnten wir im Herbst loslegen mit der Ausschreibung entsprechend den präzisierten Plänen“, so Benkert.

Udo Burwitz

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