Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Anfängliche Zweifel und Defizite überwunden
Vorpommern Grimmen Anfängliche Zweifel und Defizite überwunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 05.01.2018
Julia Lorenz (19) und Peter Passenheimer (25) studieren an der Stralsunder Hochschule. Quelle: Foto: Sabrina Scholz

Nachdem Moritz Reibiger (19) letztes Jahr am Hansa-Gymnasium ist Stralsund sein Abitur absolvierte, war erstmal eine Zeit lang Ruhe, bevor er in sein Studium in Greifswald startete. Er möchte später Lehrer werden und studiert aktuell Mathe und Philosophie. „Inhaltlich waren meine Vorkenntnisse in Philosophie zum Einstieg ins Studium vollkommen ausreichend, allerdings war ich für das Mathe-Studium bislang nur unzureichend vorbereitet“ erinnert er sich an seine ersten Tage. Er konnte aber durch sehr hilfsbereite Kommilitonen und Dozenten anfängliche Zweifel und Defizite schnell beseitigen. So war der holprige Start schnell vergessen.

Moritz Reibiger auf dem Bahnhof. Quelle: Foto: Vincent Huysmann
Conrad Busse (20) hat sein Abitur am Hansa-Gymnasium in Stralsund abgelegt und studiert jetzt in Rostock. Er will Lehrer werden.
Hanna Wäscher (21) besuchte das Hansa-Gymnasium Stralsund und studiert jetzt in Rostock Medizin.
Vincent Huysmann (18) hat sein Abitur an der IGS in Stralsund abgelegt und studiert nun in Greifswald. Er will Lehrer werden.

Moritz pendelt jeden Tag zwischen den beiden Hansestädten, zuerst mit der Bahn und nun mit dem Auto. Aufgrund seiner Leidenschaft, er ist Tänzer, möchte er auf Dauer in Stralsund wohnen bleiben. Bis zu viermal in der Woche hat er Training beim Tanzsportclub Blau-Weiß. „Trotzdem gefällt mir Greifswald als Studienort ausgesprochen gut, und das Studium an sich entspricht jetzt ja auch meinen Vorstellungen. Ich stehe nach wie vor hinter meiner Entscheidung, Lehrer werden zu wollen. Des Öfteren muss ich zwischen verschiedenen Lehrgebäuden wechseln, aufgrund kurzer Wege gelingt mir dies mit Fahrrad oder zu Fuß ziemlich schnell.“ Ein lustiger Aspekt, den Moritz anspricht, ist die Essensversorgung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt in den Mensen der Universität viel besser als an seiner alten Schule. Viele Studenten teilen seine Meinung und besuchen regelmäßig und zahlreich beispielsweise die Mensa am Schießwall in Greifswald. Abschließend lässt sich sagen, dass jedes Studium seine Vor- und Nachteile bietet, aber wenn man die Möglichkeit dazu hat, seine Träume in die Tat umzusetzen, sollte man so wie Moritz möglichst jede Gelegenheit beim Schopfe packen. Es geht um nichts anderes als unsere Zukunft. Vincent Huysmann

Bafög bestimmt den Alltag

Die letzten drei Jahre hat der 24-jährige Peter Passenheim die Welt bereist und hatte keinen festen Wohnsitz. „Es ist schön, mal wieder seine eigenen vier Wände zu haben“, erklärt der Student der Hochschule Stralsund. Während seiner Reisen hatte er nur auf Sofas fremder Leute geschlafen. Zuvor hatte der jetzige Student eine Ausbildung zum Milchtechnologen gemacht.

„Berufstechnisch habe ich eine 180-Grad-Wende hingelegt“, sagt er lachend. Nun studiert er Leisure and Tourism Management an der Hochschule Stralsund. „Für diesen Studiengang bin ich extra aus dem Allgäu nach Stralsund gekommen“, sagt er. Den Alltag finanziert sich Peter Passenheim durch sein Bafög, ohne das er keine Möglichkeit auf ein Studium hätte.

Rein ins neue Leben!

„Mein Leben hat sich komplett verändert“, verrät Julia Lorenz über ihren Wechsel von der Schule zum Studium, der erst ein paar Monate zurück liegt. Seit einem Semester studiert die 19-Jährige Leisure and Tourism Management an der Hochschule Stralsund. Dafür ist sie immerhin in eine eigene Wohnung gezogen und ist größtenteils auf sich alleine gestellt. Unterstützt wird sie bei der Finanzierung von ihren Eltern. Außerdem erhält sie Bafög, um sich die Wohnung leisten zu können. „In Stralsund zu studieren, finde ich super“, sagt Julia, die ursprünglich aus Kühlungsborn kommt.

Das Umfeld, die Stadt und die Hochschule haben es der 19-Jährigen angetan. „Mir gefällt, dass die Hochschule viel zu bieten hat, obwohl sie nicht allzu groß ist“, sagt die Studentin.

Sabrina Scholz

Verdammte Selbstständigkeit

Noch nicht allzu lange ist es her, da zog es mich des Studierens wegen nach Rostock. Das erste Semester neigt sich nun langsam dem Ende entgegen, die Prüfungen nahen... Allerdings, das Studieren ist etwas kurz gekommen.

Da muss man sich wohl auch keiner Illusion hingeben, dass man im ersten Schritt des alleinigen Lebens seine Freiräume bis ans Limit auch ausleben möchte. Doch klopft ganz schnell auch der Alltag an die Tür. Morgens um fün Uhr von der Party kommen, dem Postboten die Hand drücken und einen Brief bekommen: „Stromvertrag abschließen“. Ach, Mist vergessen. Vertrag abschließen, alleine? Dieses ganze Gejammer, dass man so etwas ja nicht in der Schule lernen würde, erscheint einem auf einmal so sympathisch. Eltern anrufen? Nein! Selbst ist der junge Mensch. Eigenrecherche, los und zack, fertig!

Am Ende machen die kleinen Erfolge doch wahnsinnig stolz. Um so viele Dinge hat man sich auf einmal selbst zu kümmern, wie haben das bloß die Eltern geschafft? Diese Organisation, viel Zeit für sowas bleibt zwischen Altgriechisch und Netflix ja auch nicht mehr. Verdammte Selbstständigkeit.Conrad Busse

Wäsche aufhängen als Entspannung

Seit fast zweieinhalb Jahren lebe ich nun nicht mehr in Stralsund bei meinen Eltern. Plötzlich muss man Aufgaben im Alltag übernehmen, über die man sich vorher nie große Gedanken gemacht hat. So wurde erst einmal fleißig die Bedienungsanleitung der Waschmaschine studiert, bevor das eigentliche Medizin-Studium losgehen konnte.

In Rostock war für mich die wohl größte Umstellung, jeden einzelnen Tag vernünftig durchzustrukturieren. Wann stehe ich auf? Schaffe ich es vor der Uni noch zu lernen? Frühstück auf dem Weg oder zu Hause? Nachmittags und abends mussten dann ausgiebiges Lernen und Haushalt unter einen Hut gebracht werden. Nicht selten ging ein Tag bis 20 Uhr, bevor ich endlich gesagt habe: „Für heute reicht’s!“ Wäsche aufhängen wurde zur Entspannungsarbeit – nirgendwo bekommt man den Kopf besser frei. Dagegen endete der Tag in der Schulzeit meist schon um 15 Uhr, aufstehen und Frühstück liefen immer gleich ab, denn ich durfte mich täglich an den schon fertig gedeckten Tisch setzen. An den Nachmittagen blieb Zeit für Sport oder Musik. An Hobbys war im stressigen Studienalltag anfangs hingegen gar nicht zu denken.

Nach dem inzwischen geschafften ersten Staatsexamen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus, und der Tag muss nicht mehr um das Lernen herum geplant werden. Sport und Musik haben wieder einen Platz in meinem Alltag gefunden, und in den Semesterferien darf ich mich darauf freuen, den Ärzten in der Klinik über die Schulter zu schauen oder auch schon selbst die eine oder andere Untersuchung am Patienten zu üben.Hanna Wäscher

Alte Pfade verlassen, neue Wege gehen

Für mich ging nach dem Abitur alles ziemlich schnell. Allerdings war das für mich alles andere als negativ. Ich konnte schnell eine neue Stadt, eine neue Lernumgebung und neue nette Leute, also meine Kommilitonen, kennenlernen.

Der Unterschied zwischen dem von Lehrern unterrichtet werden und selbst zum Lehrer ausgebildet zu werden, war für mich ein ganz neuer Weg, die Welt zu betrachten.

Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen. Dieses Zitat von Manfred Rau beschreibt meine Lage gut. Einige Hobbys müssen aufgegeben werden, weil viel Zeit vom Studium in Anspruch genommen wird. 34 Unterrichtsstunden verteilt auf Vorlesungen, Seminare und Tutorien. Dazu das tägliche Pendeln, all das ist ein ganz anderer Alltag als noch vor einem halben Jahr.

Nun wird die Selbstständigkeit gefordert: Wie gut komme ich alleine klar, und wie steht es um meine Fähigkeiten und Vorkenntnisse, mein Leben zu meistern? Viele Fragen, die sich mit dem angefangenen Studium stellen, aber die ich nur beantworten kann, indem ich mich auf mein Studium einlasse, was bisher gut klappt.

Vincent Huysmann

Sabrina Scholz

Nach vier Niederlagen peilen die Grimmener Erfolge gegen Parchim und Neubrandenburg an

05.01.2018

MV investiert in die Förderung der freiwilligen Wehren – unter anderem für den Erwerb von Lkw-Führerscheinen

05.01.2018

Grimmens Handballer treffen zu Hause auf Neubrandenburg und Stavenhagen

05.01.2018