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Anwohner waten durch den Schlamm

Willershusen Anwohner waten durch den Schlamm

Straßenbauarbeiten sperren den Weg durch Willershusen (Kreis Vorpommern-Rügen) vollständig.

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Sieben Haushalte sind von der Vollsperrung in Willershusen betroffen.

Quelle: Almut Jaekel

Willershusen. Der kleine Ort Willershusen zwischen Neuendorf und Kreutzmannshagen ist von der Außenwelt abgeschnitten. Nichts geht mehr, kein Weg, kein Steg. Nach den Regengüssen der letzten Tage führen nur noch Schlammstrecken durch aufgeweichten Kies und Modder zu den einzelnen Gehöften entlang der Kreisstraße im Dorf. Die wird im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Rügen saniert, gegenwärtig läuft der zweite Bauabschnitt. Von der eigentlichen die Straße ist zurzeit kaum etwas zu sehen, sie wird von Grund auf neu gebaut.

DCX-Bild

Straßenbauarbeiten sperren den Weg durch Willershusen (Kreis Vorpommern-Rügen) vollständig.

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Zweiter Bauabschnitt bis Ende Mai

Rund 767 000 Euro sind für den gesamten Straßenbau zwischen Neuendorf und Willershusen vorgesehen, der bis 31. Mai dauern soll, informierte Ralf Sendrowski, Amtsleiter im Straßenbauamt Stralsund kürzlich während einer Pressekonferenz.

Mit Umwegen müssen die Einwohner der Gemeinde Süderholz schon seit Monaten leben: Begonnen hatten die Arbeiten auf der ersten Strecke zwischen Neuendorf bis zum Plattenweg nach Kreutzmannshagen bereits im Oktober, ab diesem Plattenweg durch Willerswalde ist jetzt die Straße vollständig gesperrt. Umleitungen sind über Grimmen ausgeschildert, Anwohner und Ortskundige nutzen außerdem Plattenwege.

Anwohner verärgert

Dass die Straße saniert werden muss, sieht Robert Stark ein. Der junge Mann aus Griebenow ist Angestellter im Landwirtschaftsbetrieb Udo Arndt und hat Glück, dass er die letzten Meter bis zu seiner Arbeitsstelle über die Wiese des Landwirts gelangen kann. „Allerdings fahren wir uns damit auch die landwirtschaftlichen Flächen kaputt. Auch, weil wir mit den Traktoren diese Ausweichmöglichkeiten nehmen müssen.“ Die Anwohner seien sehr verärgert über die jetzigen Zustände, weiß er. Familien mit Kindern würden in Willershusen leben, aber auch ältere Einwohner, wie der Vater seines Chefs, der immerhin fast 80 Jahre alt ist. „Was passiert, wenn der Krankenwagen, ein Notarzt oder die Feuerwehr hierher müssen?“, fragt er. Sie alle würden nicht durch den Schlamm kommen, der aufgrund der Regenfälle der vergangenen Tage besonders tief sei.

Keine Lösung in Sicht

Sieben Haushalte und der Landwirtschaftsbetrieb sind von den derzeitigen Arbeiten betroffen. Einer der Einwohner, der versucht hat, die Situation, die für die Anwohner seit etwa einer Woche so untragbar ist, zu verändern, ist Karsten Schuldt. „Ich habe überall rumtelefoniert“, erzählt der Familienvater. Aber es hieß immer nur, das gehe nicht anders, die Straße müsse gebaut werden. Die Bauarbeiter der Firma Strabag selbst seien nett, freundlich und sehr fleißig, ergänzte er. Aber auch sie würden nicht verstehen, warum es für die Willershusener keine andere Lösung gab, sagt die Lebensgefährtin von Karsten Schuldt, Steffi Wachholz, die wie die meisten Willershusener mindestens zweimal am Tag den Modderweg meistern muss – gemeinsam mit ihrer zweieinhalbjährigen Tochter. Am Dienstag hätte sie einen Teil ihres Einkauf über den Zaun geworfen und dann versucht, den Rest mit dem Bollerwagen vom an der Absperrung abgestellten Auto zu holen. „Der ist aber im Schlamm steckengeblieben“, erzählt ihr Freund.

„Dass wir gehen müssen, ist ja gar nicht schlimm. Aber irgendeine Notlösung als Ersatzweg hätten sie uns anbieten müssen“, fordert Steffi Wachholz. Auch die Nachbarin hätte große Probleme, denn sie komme zeitweise erst nachts im Dunkeln von der Arbeit und müsse sich dann durch das unwegsame Gelände kämpfen, weiß Karsten Schuldt.

Milch wird weggekippt

Besonders ärgert ihn, dass es für den Agrarbetrieb keine Lösung gegeben habe. „Der Milchlaster kommt nämlich auch nicht an den Hof“, sagt er. Und so müssten täglich etwa 1600 Liter Milch weggekippt werden. Der Bauer bekomme das vom Kreis erstattet. Karsten Schuldt: „Aber wie kann es sein, dass das Lebensmittel Milch einfach so vernichtet wird? Das ist eine riesengroße Schweinerei!“ Seiner Meinung hätte es andere Lösungen gegeben. Beispielsweise die halbseitige Sperrung oder die Teilung der Bauabschnitte mitten im Dorf, so dass die Wege, die jetzt mit Kind und Kegel, mit Einkauf oder im Dunkeln zu Fuß zurückgelegt werden müssen, nicht so lang wären. Und vor allem so, dass die Milch während der Arbeiten abgefahren werden könnte.

Kreis: Halbseitige Sperrung nicht möglich

Eine halbseitige Sperrung sei leider nicht möglich, weil die Straße nicht breit genug ist, und das Gesetz diese Regelung deshalb nicht hergebe, bedauert Olaf Manzke, Pressesprecher in der Kreisverwaltung. Deshalb bleibe dem Kreis als Bauträger jetzt nur, die Anwohner um Verständnis zu bitten.

Almut Jaekel

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