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Auf Azubis aus Korfu warten viele Hürden

Stralsund/Grimmen Auf Azubis aus Korfu warten viele Hürden

Erstes Trio auf Rügen im Praktikum.

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Vieles funktioniert unterschiedlich, da müssen beide Seiten aufein- ander zugehen.“Lothar Großklaus, Vize-Landrat

Stralsund. 50 junge Leuten von der Insel Korfu sollten nach einem Praktikum noch 2013 eine Ausbildung in der Gastronomie und Hotellerie im Kreis Vorpommern-Rügen beginnen. So hieß es Anfang April aus dem Landratsamt. Tatsächlich sind es bisher drei Griechen, die seit dem 26. Juni im „Jasmar Resort“ Rügen in Neddesitz in die Berufe Koch und Hotelfachmann hineinschnuppern. Falls es ihnen gefällt, können sie sich ab 1. September ausbilden lassen.

Vize-Landrat Lothar Großklaus hat die Kontakte im Auftrag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angebahnt. Dabei geht es nicht nur um Unterstützung in der kommunalen Selbstverwaltung, sondern auch um Ausbildungsmöglichkeiten für junge Griechen in Vorpommern. Alles müsse sich erst einmal einspielen, betont Großklaus. Korfu und Rügen seien in diversen Punkten vergleichbar, es sei sogar zur selben Zeit Saison. „Vieles funktioniert aber unterschiedlich, beispielsweise die Arbeitsvermittlung, und da müssen beide Seiten aufeinander zugehen“, sagt er. Auf einer Bewerberliste stehen die Namen von rund 30 jungen Griechen. Derzeit erfüllen sie nicht alle Voraussetzungen, um hier arbeiten zu können. Einige werden erst 18, manche müssen ihre Sprachkenntnisse verbessern. Auch die Deutschen hätten noch einiges zu tun. „Wir müssen erst einmal schauen, was die jungen Leute in der Praxis wirklich brauchen“, betont Großklaus. In jedem Falle werde der Landkreis von einem erfolgreichen Start profitieren.

Eine gelungene Kooperation mit den Griechen trägt zur Entwicklung einer Willkommenskultur bei, für die auch Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern, schon lange im Zusammenhang mit der Anwerbung von Fachkräften plädiert. Großklaus stellt den hiesigen Unternehmern ein gutes Zeugnis aus: „Vom Grunde her waren sie aufnahmewillig, rund ein Dutzend Hoteliers waren zunächst an den jungen Leuten aus Korfu interessiert.“ Kein Wunder, viele haben durch die Auswirkungen des demografischen Wandels Schwierigkeiten, Azubis zu finden. Grundlage ist eine Initiative des Bundesarbeitsministeriums und der Arbeitsagentur. Über „The job of my life“ soll die Vermittlung junger Europäer zwischen 18 und 35 Jahren gefördert werden. Bildungseinrichtungen wie das Haus der Wirtschaft Stralsund werben mittlerweile intensiv für das Programm, das vor allem verlockend für junge Leute aus Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit scheint.

Die Umsetzung erweist sich aber oft als schwierig, weil an die Bewerber fast noch höhere Anforderungen gestellt werden als an hiesige Arbeitskräfte und sie viel Geld vorstrecken müssen, bevor überhaupt Unterstützung aus der Staatskasse fließt.

 

Karin Rogalska

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