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Grimmen Auf Umwegen zum Wunschberuf
Vorpommern Grimmen Auf Umwegen zum Wunschberuf
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00:01 17.09.2016
Der Chirurg Dr. Thomas Rüting und sein Schwestern-Team mit Steffi Karlstädt (links), Annett Schmitz und Andrea Haas. Quelle: Peter Franke

Dr. Thomas Rüting, niedergelassener Chirurg, hat sich vor fast 15 Jahren ganz bewusst für die Kleinstadt Grimmen entschieden. Hier konnte er eine Praxis übernehmen und Patienten betreuen. Zuvor war er in Richtenberg tätig, eine Zeit lang auch parallel in beiden vorpommerschen Städten, bis er per beantragter Kassensitz-Verlagerung nur noch die Praxis im Grimmener Ärztehaus führte.

Wir sind verpflichtet, uns regelmäßig in Kursen weiterzubilden und damit auf neuestem Stand zu halten.“Dr. Thomas Rüting

Thomas Rüting ist in Wismar geboren, legte dort sein Abitur ab und wollte anschließend Medizin studieren. Das war aber gar nicht so einfach, es gab viele Bewerber und wenige Studienplätze. „Und so war ich erst einmal als Pfleger tätig“, erzählt der Mediziner, der heute mit seiner Frau und Hund in Elmenhorst lebt. Als sogenannter Bewerber aus der Praxis bekam Rüting schließlich „seinen“

Studienplatz in Rostock, legte nach zwölf Semestern das Staatsexamen ab, schrieb seine Diplomarbeit und erhielt die Approbation als Arzt an der Rostocker Uni.

„Und dann musste ich mir eine Ausbildungstelle suchen“, erinnert er sich. Denn die Facharztausbildung fehlte ja noch. Rüting: „Schon während meiner Arbeit als Pfleger war mir klar geworden, dass ich am liebsten als Chirurg tätig sein wollte.“ Damals hatte er in der Intensivtherapie gearbeitet. Und während des Studiums habe sich dieser Berufswunsch immer weiter entwickelt, sagt er. Eine Möglichkeit, sich in dieser Richtung zu entwickeln, bot sich ihm schließlich in Stralsund allerdings mit einer Verpflichtung als Offizier auf Zeit der NVA. Für zwei Jahre. „Aber dann kam schnell die Wende und diese Stelle fiel weg“, erzählt Thomas Rüting, wie es beruflich für ihn weiterging.

Es folgten eineinhalb Jahre in der Stralsunder Pathologie „und schließlich bekam ich doch noch meine Ausbildungstelle zum Facharzt der Chirurgie“, erinnert sich Rüting. „Ich konnte dann sogar noch meine Facharztausbildung als Unfallchirurg anschließen“, freut er sich noch heute über die Möglichkeiten, die sich ihm damals boten. Denn diese zusätzliche Facharztausbildung sei notwendig, um als sogenannter Durchgangsarzt eine Stelle zu bekommen. Seit 2002 arbeitet Thomas Rüting als niedergelassener Arzt, seit 2004 ausschließlich in Grimmen. „Mir bot sich damals die Möglichkeit, die Praxis von Dr. Zentgraf im Ärztehaus zu übernehmen“, sagt er. Diese 200 Quadratmeter große Praxis war allerdings nicht so richtig ausgelastet, so dass sie seit einigen Monaten auch Platz für den in Grimmen praktizierenden Augenarzt Dr. Jaques Darman bietet, der dort in einem zweiten OP-Raum als Untermieter ambulant operiert. „Das wird sehr gut angenommen“, sieht Rüting wohlwollend auf die Akzeptanz seines Kollegen.

Er selbst hat oft mit Akutfällen in seiner Praxis zu tun. Beispielsweise kommen Patienten, oft direkt nach einem Unfall zu ihm. „Außerdem gibt es natürlich – wie in jeder anderen Praxis – die bestellten Patienten mit festen Terminen“, erklärt der Arzt seinen Arbeitsalltag und unterstreicht: „Wie von der kassenärztlichen Vereinigung und den Krankenkassen vorgegeben, schaffen wir es fast ausnahmslos, einen Facharzttermin zeitnah innerhalb von zwei Wochen zu vergeben.“

Viele Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, auch im Bauch oder Schilddrüsenbereich, stehen regelmäßig an. Die Patienten werden dafür meist von ihren Hausärzten zu ihm geschickt. „Und natürlich das ambulante Operieren“, ergänzt der Chirurg. „Wir haben dafür räumlich optimale Voraussetzungen geschaffen. Und auch ansonsten würden die ambulant durchgeführten OP denen im Krankenhaus nicht nachstehen. „Wir als Personal, also der Arzt sowie die Schwestern, bilden uns regelmäßig weiter“, sagt Rüting. Denn allein mit der Ausbildung sei dieser Prozess nicht abgeschlossen, sie seien ständig gefordert, an Kursen teilzunehmen. Hygienisch hätte solch eine ambulante OP-Praxis Vorteile gegenüber einem großen Krankenhaus, ist Rüting überzeugt. Hinzu komme, dass die medizinischen Ansprechpartner bei ambulant betreuten Patienten immer die gleichen bleiben. „Es gibt natürlich aber auch Fälle, bei denen ambulantes Operieren nicht möglich ist, beispielsweise bei bestimmten Vorerkrankungen“, sagt der Arzt.

Ansonsten könne man jedoch recht anspruchsvolle OP durchführen. Da wird auch schon mal geschraubt, es werden zur Stabilisation bei Brüchen Platten eingesetzt, die Hand- und Fußchirurgie spiele eine große Rolle, aber auch Leistenbrüche könnten ambulant operiert und dann per Hausbesuch nachversorgt werden. Mit der örtlichen Betäubung, die generell in der Praxis angewandt wird, haben Dr. Rüting und sein Team, zu dem neben ihm auch drei Krankenschwestern gehören, sehr gute Erfahrungen gemacht.

Almut Jaekel

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