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Bankdrücker Philipp Ziemer möchte sich im April bei der WM in den USA weiter verbessern

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Ein starkes Team - Philipp Ziemer (27) und sein Trainer Fred Jahnke (59)

Greifswald. Es braucht schon Vorstellungskraft, um zu verstehen, dass Philipp Ziemer in der Lage ist, mehr als das Doppelte seines Körpergewichts in die Höhe zu stemmen. In der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm bringt es der 27-jährige Kraftsportler beim Bankdrücken auf stolze 140 Kilogramm.

Mit derlei Leistungen hatte es der mehrfache Deutsche Meister 2016 sogar bis zur Weltmeisterschaft nach Südafrika geschafft, wo er den fünften Platz erreichte.

Zum Kraftsport kam der Krankenpfleger aus dem Uni-Klinikum Greifswald mit 14 Jahren. „Ich habe 2013 einen Artikel über Bankdrücken gelesen und dachte mir, das kannst du auch. Zu dieser Zeit hatte ich eh eine Knieverletzung und so kam ich von der Leichtathletik in den Kraftraum“, sagt er. In seinem ersten Jahr holte Ziemer auf Anhieb die Norddeutsche Meisterschaft. Landes- und Bundestitel folgten.

„Mich fasziniert die stetige Entwicklung beim Kraftsport. Du musst hart arbeiten, um immer wieder eine Schippe draufzulegen.“, sagt er. Entscheident für seine Karierre sei sein Verein Greifenpower.

„Sie ermöglichen mir all die Reisen. Meist zahlt der Verein die komplette An- und Abreise, sowie die Unterkunft bei Tunieren.“

Seinen langjährigen Trainer Fred Jahnke nennt der Greifswalder, „einen Garant für meinen Erfolg“: „Ihn habe ich vom ersten Tag an. Er und mein Wille tragen den größten Anteil an meiner Karriere.“

Jahnke (59) bezeichnet seinen Schützling als ehrgeizig, zielstrebig und talentiert. „Er trainiert fleißig. Das muss er beibehalten. Er ist jung und hat noch viel Potenzial. Auf lange Sicht wird er sich international etablieren und in Deutschland schwer zu schlagen sein“, ist Jahnke überzeugt.

Es ist eine ansteckende Begeisterung, die von Philipp Ziemer ausgeht, wenn er von seinem Sport und dem Verein spricht. Er weiß allerdings auch um die Schattenseiten und musste sie bei der letzten WM selber schmerzlich erleben. „Als ich nach Hause fuhr, war ich Siebenter. Zurück in Deutschland habe ich dann erfahren, dass die beiden Erstplatzierten des Dopings überführt wurden.“ Auch wenn er nachträglich zwei Plätze gut machen konnte, fühlt sich Ziemer betrogen: „Das Doping hat mir meinen Erfolgsmoment gestohlen.“ Das größte Problem sei aber, dass viele Leute durch solche Meldungen in ihrem Vorurteil bestätigt würden, dass beim Kraftsport doch alle dopten. Auch was die Verletzungsgefahr angeht, gibt es laut Ziemer viele Vorurteile: „Ich denke, die Verletzungsgefahr beim Bankdrücken ist geringer als beim Fuß- oder Handball. Ich höre immer wieder, ich würde mir meine Gelenke kaputt machen. Wichtig ist, dass man einen Ausgleichsport hat. Leistungssport ist immer eine Belastung für den Körper. Ich traniere pro Woche drei bis viermal im Kraftraum und an einem Tag mache ich Leichtathletik bei der HSG.“

Für die Zukunft hat sich der vonder Stadt Greifswald als „Sportler des Jahres 2016“ Ausgezeichnete viel vorgenommen. Vom 16. bis zum 23. April geht es für ihn wieder zur WM. Dazu reist er in die USA nach Killeen (Texas). „Mein Ziel ist es, mich weiter unter den besten Sechs zu etablieren. Mit 142,5 Kilogramm möchte ich eine neue persönliche Bestleistung drücken“, sagt Ziemer, für den es im Anschluss an die WM zur EM nach Finnland geht. Hier erhofft er sich durchaus auch eine Medaille. Ein absoluter Höhepunkt in diesem Jahr wird für ihn allerdings die Deutsche Meisterschaft in Greifswald sein.

Am 4. und 5. November will er vor heimischem Publikum in der Mehrzweckhalle seinen Titel verteidigen.

Max Hübner

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