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Grimmen Auf der Trebel hat sich's ausgepaddelt
Vorpommern Grimmen Auf der Trebel hat sich's ausgepaddelt
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07:06 13.06.2018
Einsam liegt er da, der Wasserwanderrastplatz an der Trebel bei Tribsees. Quelle: Ines Sommer
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Tribsees/Stralsund

Einsam und verlassen präsentiert sich der Wasserwanderrastplatz an der Tribseeser Trebel. Dort, wo sonst Kanus zum Ausleihen bereit standen, herrscht gähnende Leere. Was ist passiert mit diesem Kleinod am Trebelufer?

Der Wasserwanderrastplatz in Tribsees (Vorpommern-Rügen) hat seit Monaten geschlossen. Mittlerweile wird der Streit um das Sahnestück zwischen Stadt und Betreiber von Anwälten ausgetragen.

„Im November hat der Betreiber einiges zurückgebaut. Da haben wir uns gefragt: Will er nun aufhören?“, so Bürgermeister Thomas Molkentin (CDU) und fügt an: „Wir wollten immer wieder das Gespräch, weil wir als Stadt nicht zufrieden waren, wie das hier läuft.“ Man habe sich soviel mehr erhofft.

2013 hatte die Stadt Tribsees den Wasserwanderrastplatz an Klaus Hänßgen verpachtet – für ungefähr 800 Euro im Jahr. „Wir wollten, dass sich der Mann, der unserer Meinung nach Fachkenntnis hatte, hier etwas aufbauen kann“, erinnert sich Molkentin. Der Betreiber aus Demmin, der in seiner Heimatstadt auch eine Kanu-Station betreibt, arbeitete in Tribsees einst als Notarzt, hat aber inzwischen den Beruf gewechselt. Er wollte die sportliche Seite besonders entwickeln, ging auch gleich mit Power ans Werk.

Hänßgen wollte von Tribsees aus richtigen Wasserwanderurlaub anbieten. Am besten auf vier Flüssen: Tollense, Peene, Trebel und Recknitz. „Man startet in Neubrandenburg und kommt in Ribnitz wieder an“, schwärmte er 2013 im OZ-Gespräch. Drei Kajaks und zehn Kanadier hatte er zu dieser Zeit in Tribsees zu stehen. Bis zum Saisonende 2014 hatte Hänßgen knapp 15 000 Euro in die Anlage investiert. So entstand nicht nur eine Feuerstelle, sondern auch die Einfriedung wurde verbessert und zwei Container für Materialien angeschafft.

Es kamen mehr Besucher, wenngleich das Ganze noch keine schwarzen Zahlen schrieb. Man brauche dafür drei bis fünf Jahre, so Klaus Hänßgen – und hatte zu der Zeit auch noch Rückendeckung vom Bürgermeister, obwohl viele Einheimische – wohl getreu dem vorpommerschen Naturell – eher skeptisch blieben.

Doch die Unzufriedenheit seitens der Stadt nahm zu, so dass man vor zwei Jahren das Gespräch suchte. „Hier verhärteten sich die Fronten“, sagt Bürgermeister Molkentin, worauf die Stadt den Pachtvertrag am liebsten außerordentlich kündigen wollte. Das funktionierte nicht, so dass Ende 2017 die fristgemäße Kündigung erfolgte. Ob die nun rechtskräftig ist oder nicht – darüber streiten beide Parteien. Hänßgen hat jedoch seine Invetitionen zurückgebaut.

„Jetzt tut sich hier gar nichts, so kann es nicht weitergehen. Gerade jetzt, wo der Trebel-Erlebnispfad fertig ist, wäre die Einbindung des Wasserweges wichtig. Die Leute könnten von Nehringen aus hierher paddeln...“ Können sie aber nicht, denn der Rastplatz in Tribsees ist dicht.Die Zeit der Gespräche ist offensichtlich vorbei, denn mittlerweile haben sowohl die Stadt Tribsees als auch der Pächter Klaus Hänßgen ihre Anwälte eingeschaltet. Und genau aus diesem Grund möchte sich der Betreiber auch lieber nicht weiter zu Details äußern, bis dort Ergebnisse vorliegen. Er bestätigt aber gegenüber der OZ, dass er in Tribsees viel investiert habe, weil er was aus dem Rastplatz machen wollte.

Sommer Ines

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