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Aufgeschnittene Wange

Stralsund Aufgeschnittene Wange

Stralsunder Polizisten geben einen Einblick in ihre Arbeit

Stralsund. Es war eine Frauenstimme, die da spätabends hilflos ins Telefon rief, dass in ihrer Wohnung ein Mann eine Frau verletzt habe. „Für uns einer jener Fälle von häuslicher Gewalt, wo oft nur noch die Polizei Schlimmers verhindern kann“, sagt Dietmar Grotzky. Der Leiter des Polizeihauptreviers weiß aber auch, dass der Fall sich von Beginn an schon etwas seltsam entwickelt hatte.

Die Besatzung des Streifenwagens, die nach Knieper West eilte, traf unter der angegebenen Adresse zwei Frauen aus dem Baltikum an, die beteuerten, dass der Mann fort sei und Hilfe eigentlich gar nicht mehr benötigt werde.

„Doch wir fahren da meist nicht umsonst zu solchen Einsätzen hin“, erklärt Dietmar Grotzky aus Erfahrung. Die Verständigung mit den Frauen erwies sich allerdings als schwierig. In diesem Fall offenbar nicht alleine nur wegen der Fremdsprachenbarriere. Vielmehr wegen des Alkohols, den beide anscheinend großzügig konsumiert hatten.

Immerhin war der Anlass für den derart reichlichen Alkoholgenuss noch herauszubekommen. „Die Jüngere von beiden hatte an jenem Tag Geburtstag und der war wohl ausgiebig gefeiert worden“ sagt der Revierleiter. Die ältere Frau war dazu in männlicher Begleitung erschienen. Bereits zur Erwärmung hatte man drei Flaschen Wodka geleert.

Irgendwann hatte dann der Begleiter der 36-Jährigen begonnen, mit einem Messer herumzuspielen. Jetzt bekamen es die Damen mit der Angst zu tun. Denn die fahrigen Bewegungen des Angetrunkenen wurden im Laufe der Zeit immer raumgreifender. Es kam wie befürchtet. Plötzlich hatte das 23-jährige Geburtstagskind einen Schnitt in der Wange. Als dieser anfing zu bluten, war der Messerschwinger offenbar auf einen Schlag wieder nüchtern. Er steckte die Stichwaffe wieder ein und machte sich flugs auf die Socken.

Doch zu einer genaueren Aufklärung des Vorfalls konnte das offenbar verängstigte und auch reichlich angetrunkene Duo an jenem Abend nur wenig beitragen. „Besonders die ältere der beiden Frauen zeigte sich seltsam verschlossen“, sagt Dietmar Grotzky.

Den Beamten der Polizeistreife vor Ort war es daher nicht möglich, die Ursache der Gesichtsverletzungen der Jüngeren abschließend zu erkunden. Grotzky: „Damit geht dieser Fall nun zur Weiterbearbeitung an die Kollegen von der Kriminalpolizei.“

Jörg Mattern

OZ

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