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Aus Teilen einer Burg erbaut

Griebenow Aus Teilen einer Burg erbaut

Seit 1998 nutzt der Verein „Barockschloss zu Griebenow e.V.“ das Herrenhaus für diverse Veranstaltungen

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Die Fassade ist sanierungsbedürftig. Durch eine kürzlich erhaltene Förderung des Wirtschaftsministerium wird diese Sanierung nun möglich.

Griebenow. Mit einem der eindrucksvollsten und schönsten Schlösser Vorpommerns geht unsere Gutshaus-Serie „Prunk, Zerfall und Wiederaufbau“ weiter.

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Seit 1998 nutzt der Verein „Barockschloss zu Griebenow e.V.“ das Herrenhaus für diverse Veranstaltungen

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Quellen und Literatur

Karge, Wolf: Schlösser und Herrenhäsuer in Vorpommern, 2013.

• Internet: http://www.gutshaeuser.de/guts_herrenhaeuser/gutshaeuser_g/gutshaus_herrenhaus_schloss_griebenow Internet: www.schloss-griebenow.de/historie.html

Das Schloss Griebenow wurde zwischen 1702 und 1706 unter Einbeziehung von Teilen einer Burg erbaut. Nachdem der schwedische Feldherr und erste Militärberater des Königs Karl XII., Carl Gustav Rehnskiöld, im Jahre 1702 von seinem Vater das Gut Griebenow übernommen hatte, ließ er die wesentlichen Bauteile des heutigen Schlosses bis 1709 in außerordentlich großzügiger Gestaltung fertigstellen. Für die schwedische Vergangenheit in Vorpommern besitzt insbesondere die vollständig erhaltene barocke Schlossanlage aus heutiger Sicht einen hohen kulturhistorischen Wert.

Dabei reicht die Geschichte Griebenows noch deutlich weiter zurück. Vom Zisterzienserkloster Eldena in den Jahren 1219 gegründet, wird der Ort im Jahre 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Vom beginnenden 14. Jahrhundert bis Mitte des 17. Jahrhundert wird Griebenow Besitz des ritterlichen Geschlechtes von Rausche. Gebäude, die zu jener Zeit errichtet wurden, sind bis heute nicht erhalten geblieben. Mit der Besetzung Pommerns nach Beendigung des 30jährigen Krieges 1630 durch die schwedischen Truppen war Griebenow bis 1815 unter schwedischer Herrschaft.

Im Zeitraum von 1707 bis 1709 konnten die maroden Mauern abgebrochen und durch einen repräsentativen Schlossbau, eines der größten nicht königlichen Schlösser ersetzt werden, dass bis heute zu den bedeutendsten baulichen Geschichtszeugnissen der schwedischen Zeit im Norden Deutschlands zählt. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Putzbau mit dreizehn Achsen. Ungewöhnlich für die Dachgestaltung ist das abgestufte Walmdach, das einen schmalen Zwischengeschoss-Raum bietet, welches laut Quellen zur Trocknung der Wildbret diente. Beide Fronten zeigen dreiachsige übergiebelte Mittelrisalite. Hofseitig ist das Portal in barocker Rahmung mit einem Sprenggiebel versehen, der den Wappenschild aufnimmt. Das Portal ist über eine zweiläufige Freitreppe zu erreichen, die in der DDR die jetzige Gestalt erhielt und zurückgebaut wurde. Das Schloss zählt zu den bedeutendsten baulichen Geschichtszeugnissen der schwedischen Zeit im Norden Deutschlands. Von der Innenausstattung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist noch sehr viel erhalten. Besonders eindrucksvoll ist der Marmorsaal, in dem heute diverse Veranstaltungen stattfinden. Mit Veränderungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Umgestaltung des Treppenhauses, einiger Räume und der Fassade mit Zierelementen des Klassizismus. Aus dieser Zeit stammen auch der Ehrenhof mit seiner vierreihigen Kastanienallee, das Wirtschaftsgebäude und der Marstall.

Das Ergebnis einer Erneuerung um 1910 war eine Umgestaltung des Anwesens als Zentrum der Gutsanlage, wobei das Schloss und das Wirtschaftsgebäude in die Parkanlagen eingebunden wurden. Nach wechselhafter Erbfolge wurde das Gut 1925 durch Bauernfamilien aufgesiedelt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gutshaus der Universität Greifswald übertragen und diente in dieser Zeit als Müttererholungsheim. Nach dem Krieg war es zudem Tuberkulose-Heilstätte, bevor es dann in der DDR zwischen 1958 und 1988 als Altenheim genutzt wurde.

Die kontinuierliche Nutzung sicherte zwar den Bestand, führte aber zu sichtbaren Eingriffen im Außenbereich. Besonders zu erwähnen ist hierbei die Entfernung von Putzstrukturen oder die Erneuerung der Freitreppe. Bereits 1970 setzten ehrenamtliche Bemühungen zur Erhaltung von Schloss und Park ein. Der Park wurde saniert und von nun an in einem Zustand gehalten, der sich sehen lassen konnte.

Nach der politischen Wiedervereinigung, also konkret seit 1990, wurden immer wieder in verschiedenen Schritten umfassende Sanierungsarbeiten durchgeführt. Beginnend zunächst mit dem Dachstuhl, der Wiederherstellung des markanten Glockenturms und der parkseitigen Maßwerkfenster wurden die Arbeiten immer weiter fortgesetzt. Im August 2016 besuchte Kanzlerin Angela Merkel das Schloss und verfolgte, wie Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) einen Fördermittelbescheid in Höhe von 2,7 Millionen Euro übergab. Hiermit sollen unter anderem die Fassade saniert und die Außentreppe wieder originalgetreu hergestellt werden. Hufeisenförmig soll sie zum Eingangsportal hinaufführen. Versehen wird sie mit einem Treppenlift, um auch älteren und behinderten Gästen den Zutritt zu dem großen nichtköniglichen Schloss zu ermöglichen. Die Fassade des alten Gemäuers ist ebenfalls Teil der umfangreichen Sanierungsarbeiten. Vom Putz bis hin zu Gliederungselementen, wie beispielsweise Strahlenkränzen und Stuck über den Fenstern – die Schönheitskur erfolgt auch in Anlehnung an das einstige Aussehen.

Seit 1998 nutzt der Verein „Barockschloss zu Griebenow e.V.“ das Herrenhaus für Ausstellungen von Künstlern, Seminare, Musikveranstaltungen und als Begegnungsstätte für Jugendliche und Senioren.

Auf einen Blick

1702wurde das Gutshaus in Griebenow unter Einbeziehung von Teilen einer Burg erbaut.

Griebenow war im Besitz der schwedischen Familie von Rehnskiöld, ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ging es an die Familie Keffenbrink und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es im Besitz der Familie Langen-Keffenbrink.

Während des 2. Weltkrieges wurde das Herrenhaus ein Müttererholungsheim und ein Genesungsheim für tuberkulös Erkrankte, das bis 1958 bestand. Danach war es ein Pflegeheim.

1974 erfolgten Umbauten am Gebäude.

1706 wurde der wunderschöne Park das erste Mal erwähnt. Insgesamt umfasst er 14 Hektar. 1998 begann der Verein „Barockschloss zu Griebenow e.V." das Herrenhaus für Ausstellungen von Künstlern, Seminare, Musikveranstaltungen und als Begegnungsstätte für Jugendliche und Senioren zu nutzen.

Raik Mielke

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