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Baggerung der Hafenzufahrt im Herbst geplant

Greifswald Baggerung der Hafenzufahrt im Herbst geplant

Bundesbehörde prüft noch die Wirtschaftlichkeit der Arbeiten für Ladebow / Stadt müsste im Hafenbecken baggern / Gestern wurden Sedimentproben genommen

Greifswald. Hoffnung für den Stadthafen: Das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA) plant die Unterhaltungsbaggerung der Fahrrinne nach Ladebow auf 6,50 Meter Tiefgang ab Herbst 2016. Bis Frühjahr 2017 würden die Arbeiten dauern. Derzeit sind nur fünf Meter Tiefgang zulässig. Damit können größere Schiffe den Stadthafen nicht mehr anlaufen. Das setzt die Konkurrenzfähigkeit von Ladebow stark herab.

140000 Kubikmeter Sediment müssten entnommenwerden, erläutert Hagen Bauerhorst. Er ist im Sachgebiet Bau und Unterhaltung des WSA für Gewässerkunde zuständig. Gestern nahm die „Oie“ Proben in der Fahrrinne, einer Bundeswasserstraße. „Nach den Ergebnissen entscheidet sich, ob das Baggergut in der Pommerschen Bucht abgelagert werden kann oder zum Spülfeld Drigge auf Rügen gebracht werden muss.

Ein Verspülen in Drigge ist erheblich teurer“, so Bauerhorst. Eine Schätzung der Spanne, in der die Kosten liegen könnten, möchte er nicht vornehmen. Frühere Schätzungen gingen von 800000 Euro aus.

Der tatsächliche Beginn der Arbeiten ist mit mehreren Abers verbunden. „Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit der Baggerung ist noch nicht abgeschlossen“, verdeutlicht Bauerhorst. WSA-Chef Holger Brydda hat deutlich gemacht, dass Bundesgelder nur bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit fließen. Diese wird vor allem an den erwarten Umschlagszahlen gemessen. „Zum Schluss muss unsere vorgesetzte Behörde in Kiel das Geld freigeben“, so Bauerhorst.

Die zweite Hürde ist mindestens ebenso so hoch. „Die Ausbaggerung der Fahrrinne ist nur sinnvoll, wenn die Stadt als Eigentümer parallel für die nötige Vertiefung des Ladebower Hafenbeckens sorgt“, stellt Bauerhorst fest. Wenn das WSA tatsächlich baggert, könnte mit der vorhandenen Technik das Hafenbecken vertieft werden, bestätigt Bausenator Jörg Hochheim (CDU). „Für die Stadt wäre das sehr wahrscheinlich günstiger als die Beauftragung einer eigenen Baggerung“, schätzt er ein. Dazu müsse eine Vereinbarung geschlossen werden. Nach Schätzungen müsste die Stadt 1,6 Millionen Euro aufwenden, die Versandung des Beckens ist deutlich stärker als die der Bundeswasserstraße. Möglicherweise kann diese Summe deutlich reduziert werden, wenn das Baggergut nicht deponiert werden muss, sondern verwertet werden kann.

„Wir werden der Bürgerschaft eine Vorlage zum Beschluss vorlegen, wenn das Wasser- und Schifffahrtsamt für die Ausbaggerung entschieden hat und wir eine Vereinbarung über die Baggerung abschließen sollen“, so Hochheim. In dem Zusammenhang müsste das Stadtparlament auch die nötigen Mittel bereitstellen.

Für den Pächter Ladebows, die Hafen- und Lagergesellschat Greifswald (HLG), ist die Baggerung enorm wichtig. Nur Schiffe bis 3000 Tonnen Last können derzeit den Hafen anlaufen. Die auf dem Bodden üblichen Schiffe haben in der Regel eine höhere Tragfähigkei. „Um den Transport von Getreide können wir uns derzeit nicht bewerben“, so Geschäftsführer Michael Ott. Beim Düngerumschlag und der Anlandung von Öl würden alle Beteiligten derzeit noch zum Hafen halten. So werde die vom Agrarhändler Beiselen im letzten Jahr errichtete Lagerhalle planmäßig befüllt. „Wir brauchen eine Perspektive“, betont Ott.

Mit der Vertiefung der versandeten Einfahrt in den Ryck hat die Entscheidung über die Fahrrinne nach Ladebow nichts zu tun. Diese Ein-Tages-Maßnahme hat Brydda bereits zugesagt. Die Kosten übernimmt die Stadt. Danach kann die „Greif“ mit ihren 3,60 Meter Tiefgang wieder an der Mole vorm Sperrwerk festmachen. Die „Oie“ nahm gestern auch in diesem Bereich Proben.

Von Eckhard Oberdörfer

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