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Grimmen Baustopp angestrebt
Vorpommern Grimmen Baustopp angestrebt
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18:20 13.06.2018
Glashagen

Es wächst, was wachsen soll – zumindest, wenn es nach der Wind-Projekt Ingenieur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH mit Firmensitz in Börgerende geht. Sie lässt derzeit sechs Windenergieanlagen südlich von Glashagen bauen. Genehmigt vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu). Gegen diese Entscheidung klagt nun die Gemeinde Wittenhagen – vertreten durch einen Rechtsanwalt. „Weil Belange des Natur- und Artenschutzes nicht in hinreichender Weise berücksichtigt wurden“, begründet Wittenhagens Bürgermeister Frederic Beeskow (Wählergemeinschaft). Zudem sei durch den beauftragten Rechtsanwalt ein Antrag auf sogenannten einstweiligen Rechtsschutz – ein Eilverfahren – gestellt worden. „Damit wollen wir einen schnellstmöglichen Baustopp bewirken“, erklärt Beeskow.

Wittenhagens Bürgermeister Frederic Beeskow vor der Windpark-Baustelle. In der Hand: die fachgutachterliche Stellungnahme. Quelle: Foto: Krüger

Nachdem die Gemeinde Wittenhagen wie auch die Stadt Grimmen – auf den Territorien beider Kommunen werden jeweils drei der sechs Anlagen gebaut – mit ihren Widersprüchen gegen das Projekt erfolglos blieben (die OZ berichtete), gab Wittenhagen ein Fachgutachten bei der Schreiber Umweltplanung in Auftrag. „Dieses sagt ganz eindeutig aus, dass in dem betreffenden Gebiet, beziehungsweise im vorgeschriebenen Schutzradius von drei Kilometern, unter anderem Schreiadler vorkommen, deren Schutz nicht hinreichend berücksichtigt wurde. Auch vom Stalu nicht“, berichtet Wittenhagens Gemeindeoberhaupt. Prof. Dr. Bernd-Ulrich Meyburg, bekannter Schreiadlerexperte, habe drei Tage in der Region verbracht und zudem interessante Beobachtungen gemacht. „Es könnte sogar sein, dass ein Schreiadlerpaar im Schutzbereich um die Anlagen brütet“, gibt Beeskow das Ergebnis der Untersuchung Meyburgs wieder. Der habe zwei balzende Schreiadler zwischen Glashagen und Abtshagen festgestellt, was auf einen Horst in der Nähe schließen lasse. „Gemeldet wurde das den entsprechenden Behörden bereits. Aber der Horst darf noch nicht gesucht werden“, weiß Beeskow. „Da Schreiadler insbesondere in der Phase der Revierbesetzung sehr empfindlich sind und es bei Störungen leicht zur Aufgabe eines Brutplatzes kommen kann, wurde der genaue Horststandort noch nicht ermittelt, sondern kann erst Ende Juni gesucht werden“, heißt es im Gutachten. Seitens der Gemeinde hoffe man nun auf eine baldige Entscheidung – für alle Beteiligten. „Uns ist bewusst, dass es auch für den Investor eine schwierige Situation ist“, sagt Beeskow. Und er betont: „Wir möchten keinen jahrelangen Rechtsstreit, sondern eine Lösung.“ In diesem Fall eine im Sinne des Natur- und Umweltschutzes und ebenso positive für die Glashagener. Denn man dürfe nicht vergessen, dass der Bau der Anlagen die Einwohner ebenso belaste. „Unter anderem, weil ihre Grundstücke massiv an Wert verlieren dürften“, schätzt Beeskow ein. Was passiert, wenn die Entscheidung negativ ausfällt? Darüber habe man sich ebenfalls schon Gedanken gemacht. „Dann werden wir uns dafür stark machen, dass Bürger und Gemeinde auch etwas davon haben“, sagt Beeskow.

Himmelsstürmer

6 Windenergieanlagen werden derzeit südlich des Ortes Glashagen gebaut.

184 Meter beträgt die Gesamthöhe jeder Anlage. Im Vergleich mit anderen Bauwerken, zum Beispiel der Marienkirche in Grimmen, deren Turm 51 Meter in die Höhe ragt, muten die Anlagen wie „Himmelsstürmer“ an.

Sie gehören zum vorgesehenen Eignungsgebiet „Papenhagen“, das sich beidseitig der B 194 erschließt.

Gebaut wird derzeit auf dem Territorium der Gemeinde Wittenhagen und der Stadt Grimmen (jeweils drei).

Anja Krüger

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