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Grimmen Bei Kühl wird Tag und Nacht gebacken
Vorpommern Grimmen Bei Kühl wird Tag und Nacht gebacken
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00:05 14.10.2017

Es liege absolut im Trend, mehr mit den Händen zu machen, erklärt Hendryk Kühl, der Geschäftsführer der Grimmener Stadtbäckerei. Er will damit unterstreichen, dass trotz moderner Computertechnik das Handwerkliche nach wie vor seine Berechtigung hat. „Die Leute wollen wieder mehr handwerkliche Produkte aus ihrer Bäckerei, weil sie einfach besser schmecken.

Das lässt sich immer mehr feststellen“, erklärte Kühl gestern seinen Gästen.

Das waren Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Axel Hochschild, der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, sowie dessen Hauptgeschäftsführer Jens-Uwe Hopf. Sie waren innerhalb der sogenannten Meistertour des Handwerks nach Grimmen gekommen. Dabei sollte herausgestrichen werden, dass Handwerk – und vor allem das meisterliche – wichtig und unverzichtbar ist.

6000 Brote verlassen in nur einer Schicht die Kühlsche Stadtbäckerei im Grimmener Gewerbegebiet. Hinzu kommen 60 000 Brötchen, die in gut acht Stunden hier gebacken werden, und unzählige Konditoreierzeugnisse. „Wir sind dabei total kundenorientiert“, sagt Konditormeister Felix Kühl. Der 29-Jährige soll die Bäckerei demnächst von seinem Vater übernehmen, so wie der es von seinem Vater einst getan hat.

„Kundenorientiert heißt, dass wir nicht nur qualitätsgerecht und pünktlich liefern, sondern auch, dass wir immer wieder neue Produkte anbieten wollen. Und da besinnt man sich dann auch schon mal auf gute Traditionen“, sagt Felix Kühl. Als Beispiel nennt er die Leipziger Lerche – ein Gebäck, das es in der Messestadt seit Jahrhunderten gibt, das bloß in unserer Region in letzter Zeit nicht mehr produziert wurde. Nun wird diese Gebäckspezialität mit Marzipan und Marmelade seit zwei Wochen wieder in Grimmen gebacken und „läuft wie Bolle“, wie er es ausdrückt.

Denselben Erfolg erhofft sich der junge Konditormeister dann auch im Weihnachtsgeschäft, wenn neue Kreationen des Baumkuchens von Grimmen aus den Markt erobern sollen.„Das sind auch alte Traditionen, die wir wieder beleben“, sagt Felix Kühl und zeigt dabei auf die Baumkuchenmaschine, die in den nächsten Wochen ihre Hochkonjunktur haben soll. Baumkuchen sei sogar im Berufslogo vertreten, ergänzt der junge Mann.

Auch über eine Pralinenproduktion denkt der Konditormeister bereits nach, wenngleich diese nicht nur kosten-, sondern auch zeitintensiv sei. Aber man müsse auch Nischen besetzen. Der Markt sei eng und fordere immer wieder zu neuen Innovationen heraus. Wenn im Moment Torten mit Einhornsymbolen gewünscht seien, dann müsse man eben solche herstellen, sagt er.

Und man müsse sich auch nach regionalen Geschmäckern richten. „Während im Westen, wo ich gelernt habe, kaum Torten mit Buttercreme hergestellt werden, sind diese im Osten sehr gefragt.“ Und deshalb produziert Kühl sie. Auch wenn Buttercreme nicht unbedingt zur gesunden Ernährung zählt.

„Der Kunde ist König“, so der Slogan des jungen Meisters. „Auch der skandinavische“, fügt er hinzu. Und der wünscht seine Brötchen zum Beispiel weniger gesalzen als der deutsche Verbraucher. Deshalb bekommt dieser Brötchenteig anstatt 2,2 nur 1,5 Prozent Salz.

Die Stadtbäckerei Kühl hat mittlerweile mehrere Abnehmer jenseits der Ostsee. Damit ist sie auch ein guter Botschafter fürs Land, wie Harry Glawe es ausdrückte. In Grimmen sichert das Arbeitsplätze.

Rund 70 Frauen und Männer arbeiten in der Produktion bei Kühl im Drei-Schicht-System. Rechnet man alle Verkäuferinnen in den 70 Bäckerei-Filialen dazu, kommt man auf 350 Mitarbeiter. Damit ist die Stadtbäckerei einer der größten Arbeitgeber in Grimmen.

Reinhard Amler

Die Stadtbäckerei Kühl hat ihren Ursprung in der Langen Straße in Greifswald. Dort, wo heute das Domhotel steht, gab es noch bis 1993 die damals einzige Filiale ...

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