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Grimmen Beim Start geht der Puls in die Höhe
Vorpommern Grimmen Beim Start geht der Puls in die Höhe
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06:54 03.09.2013
Der Chef am Start. Seit fast 20 Jahren startet Harald Hafenstein die Rennen im Motodrom. Fotos (2): Raik Mielke
Grimmen

Wenn Harald Hafenstein zur Startflagge greift, wird es laut im Grimmener Hexenkessel.

„In diesem Moment geht der Puls hoch und die Sinne sind auf das Wesentliche geschärft“, beschreibt der 50-Jährige. Der erfahrene Starter der 1. Grimmener Stock Car Legion hat diese Sekunden vor den Rennen inzwischen tausende Male erlebt. „Trotzdem ist immer noch jedes Mal etwas ganz Besonderes“, sagt der motorsportbegeisterte Mann. Die Fahrer wissen, was jetzt passiert. Hafensteins linker Arm mit der Fahne geht hoch. Das Zeichen, dass es in wenige Sekunden los geht. Die Motoren heulen auf. Und mindestens acht Stock-Car-Fahrzeuge rasen an dem 50-Jährigen vorbei.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl. Beim Vibrieren des Erdreiches spürt man die Kraft in jedem Zentimeter des Körpers“, erklärt er.

Seit 20 Jahren gibt es nun schon Stock-Car-Rennen in Grimmen und ebenso lange ist auch Harald Hafenstein ein fester Bestandteil der Szene. „Mein damaliger Nachbar Bernd Woigk war ein Fahrer der ersten Stunde“, erinnert sich der Verkaufsberater von Baase Landmaschinen. Mit Hinblick auf das erste Rennen dieser Art in der Trebelstadt schraubten die Beiden gemeinsam an dem Auto. „Zu den ersten Veranstaltungen bin ich quasi als interessierter Schrauber mitgegangen“, beschreibt er.

Doch die Leidenschaft für diese spektakuläre Motorsportveranstaltung ist geweckt. „Der Geruch von Benzin, die aufheulenden Motoren und die vielen Begeisterten haben mich von Beginn an fasziniert“, meint der Starter. Bei einer Veranstaltung im Jahre 1995 darf der heute 50-Jährige dann sein erstes Rennen starten. „Seither bin ich ein ganz kleiner Teil einer großen Familie“, sagt der gelernte Schlosser und sieht dies als entscheidenden Faktor dafür an, dass er auch nach 20 Jahren sich immer noch wie beim ersten Mal auf die Rennwochenenden freut.

„Am Abend durchs Fahrerlager zu schlendern, sich mit den Fahrern der Teams zu unterhalten, Kumpels zu treffen und als großes Team alle Höhen und Tiefen zu meistern. Das ist und war für mich immer das Schönste an den Wochenenden“, beschreibt er.

Sich selber einmal hinters Steuer zu setzen, das kam für Harald Hafenstein nie in Frage. „Vor allem heute, in einer Zeit, in der die Rennen immer schneller werden, muss man im positiven Sinne verrückt sein, um sich in die Fahrzeuge zu setzen“, findet der Motorsportfan. Heute sind die Events mit einer logistischen Meisterleistung verbunden. „So viele Helfer sorgen im Motodrom für einen reibungslosen Ablauf“, schwärmt Harald Hafenstein.

Zwei so erfolgreiche Jahrzehnte sind für den Starter auch nur möglich gewesen, weil sowohl im ehemaligen Hexenkessel in Appelshof als auch im Motodrom so viele Leute zusammengestanden haben.

„Denn natürlich haben wir auch schwierige Phasen meistern müssen“, erinnert sich der 50-Jährige und spricht den Neuanfang auf einem neuen Gelände an der südlichen Randstraße an. „Ich dachte, jetzt wo ich 50 Jahre geworden bin, werde ich mich langsam ausklinken, aber eigentlich macht mir meine Startertätigkeit immer noch viel zu viel Spaß“, versichert er und lacht.

Freikarten zu gewinnen
Etwa 350 Fahrzeuge sind zum Start beim Stock-Car-Rennen am Wochenende im Grimmener Hexenkessel bisher angemeldet.

Los geht es an beiden Tagen um 9 Uhr morgens.

Am Sonnabendabend sind Fahrer, Teams und Gäste wie gewohnt zur After-Race-Party in den Hexenkessel eingeladen.

Auf das traditionelle Feuerwerk können sich die Besucher ebenfalls wieder freuen.

Am Ende des zweiten Renntages wird der Kesselcup ausgetragen - dafür qualifizieren sich die Fahrer, die an allen drei Rennwochenenden in diesem Jahr im Finale standen.

Die 1. Grimmener Stock-Car-Legion und die OSTSEE-ZEITUNG verlosen zehn Freikarten für die Rennen am Wochenende. Wer heute um 14 Uhr zu den schnellsten Anrufern unter ☎

038326-460790 zählt, kann mit etwas Glück solch eine Freikarte ergattern.

  Helfer gehören zur Familie
Grimmen — Seit 20 Jahren organisieren Grimmener Stock-Car-Rennen. Davon berichtet der Vorsitzende der 1. Grimmener Stock-Car-Legion Benno Rüster:


OZ: Wie waren Ihre ersten Berührungspunkte zu Stock-Car?

Benno Rüster: Ich war beruflich in Holland und mein dortiger Partner Max Deetz nahm mich zu einem Rennen mit. So entstand die Idee.


OZ: Das Ganze begann zunächst als Spaßveranstaltung?

Rüster: Ja, anfangs wollten wir nur mit Freunden Spaß haben. Beim ersten Rennen waren wir 23 Fahrer, beim zweiten schon 128. Die Sehnsucht vieler junger Männer nach Motorsport war riesengroß.

Wir mussten uns der Frage stellen, wie wir das organisieren wollen und gründeten die 1. Grimmener Stock-Car-Legion. 1998 gab es mit 625 Autos am Start einen Rekord.


OZ: Und die Autos sind schneller...

Rüster: Deshalb arbeiteten wir an den Sicherheitsstandarts. Es wurden Reglements eingeführt, wie die Autos gebaut sein müssen. Wir achten verschärft darauf, dass nicht unter Alkoholeinfluss gefahren wird. Der Schutz der Zuschauer durch Wälle wurde verbessert und die Kurvenradien verändert.

OZ: Zwischenzeitlich gab es auch Jahre mit sehr viel weniger Starts?

Rüster: Ja, aber jetzt sind wir wieder in einer Aufbauphase. Immer wenn es der Wirtschaft recht gut geht und die Jungs Arbeit haben, ist das an der höheren Teilnehmerzahl zu sehen. Um an den Fahrzeugen schrauben zu können, braucht man eben Geld.


OZ: Die Finanzen spielen auch für die Legion eine große Rolle.

Rüster: Ohne die Unterstützung der Grimmener und der Unternehmen hier hätten wir so eine Motorsportanlage nicht schaffen können. Es gab auch schon mal Geld vom Land beispielsweise für den Zaun aber wir hätten uns auch Geld direkt für den Platz gewünscht.


OZ: Die größte Leistung kommt aber von den Ehrenamtlern?

Rüster: Auf jeden Fall: 100 bis 150 Helfer sind bei jedem Rennen auf dem Platz. Jeder, der mit dafür sorgt, dass die Rennen starten, gehört zu unserer großen Familie.


OZ: Stock-Car in Grimmen bedeuten aber nicht nur Motorsport?

Rüster: Mittlerweile gehört sehr viel mehr dazu und jedes hat seine Fans: die Rennen, das Tractor-Pulling, die Partys, das Feuerwerk ...


OZ: Was unternehmen Sie, damit es immer noch mehr Fans werden?

Rüster: Beispielsweise seit diesem Jahr die Facebook-Werbung der OSTSEE-ZEITUNG, die uns beim Tractor-Pulling sehr geholfen hat.


OZ: Wie sieht Ihre persönliche Stock-Car-Zukunft aus?

Rüster: Grundlage für die Zukunft ist Vertrauen. Obwohl ich 2013 krankheitsbedingt ausgefallen bin, ist alles bestens organisiert. Ich werde mich zukünftig vor allem um Sponsoring kümmern und mich auf die Suche nach weiteren Mitstreitern machen, um Stock-Car auf noch breitere Schultern zu verteilen.Interview: Almut Jaekel

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