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Bereits 1387 gab es die Burg Clevenow

Klevenow Bereits 1387 gab es die Burg Clevenow

Die Kapelle in dem Ort wird derzeit saniert

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Ein aktueller Blick auf das Gutshaus von der Hofseite aus. Aus dieser Position sind die verschiedenen Baustile sehr gut zu erkennen.

Quelle: Foto: Raik Mielke

Klevenow. Eine alte Burg mit diversen Baustilen, eine heute wieder wunderschöne Kapelle mit vielen aufgewerteten historischen Details und eine riesige Parkanlage – dies erwartet Sie, liebe Leser, wenn sie auf der Suche nach Denkmälern in Klevenow unterwegs sind.

OZ-Bild

Die Kapelle in dem Ort wird derzeit saniert

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Quellen und Literatur

Marder, Wolfgang: Güter und Dörfer im Kreis Grimmen, Leyerhof 2008.

Internet: http://www.gutshaeuser.de/guts_herrenhaeuser/gutshaeuser_k/gutshaus_herrenhaus_burg_klevenow Internet: http://schloss.wascut.de/?page_id=8 Internet (Übersicht der Denkmäler): https://www.lk-vr.de/Kreisportrait/Denkmale/Denkmalliste

Die Denkmalbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen hat in dem Ort in der Gemeinde Süderholz die Gutsanlage mit Burg und Park, das große Eingangstor und die sich anschließende Umfassungsmauer sowie die Kapelle gelistet.

1730 wurde die Kapelle auf dem Gutsgelände gebaut

Der rechteckige Fachwerksaal mit Mansardendach wurde nach 1650 und wohl im Jahre 1730 auf einem Rest des Burgwalls als Schlosskapelle errichtet. Zur Ausstattung gehört beispielsweise ein Kanzelaltar aus dem Jahre 1735 mit architektonischem Aufbau. Die Kapelle wurde bereits in den Jahren 1997 und 2003 teilweise saniert. Eine völlig andere Dimension hat jedoch die Sanierung, die aktuell stattfindet und bereits teilweise abgeschlossen ist. „Die Ausstattung vom Altar über die Marmorierung bis hin zu barocken Verzierungen an den Holzbänken und den Beschlägen der Fenster sind komplett erhalten“, erklärt Pastor Wolfgang Schmidt und findet: „Das ist schon ungewöhnlich und die Stiftung Denkmalschutz hat mit ihrem Handeln ein Zeichen gesetzt und deutlich gemacht, dass es sich bei der Klevenower Kapelle um ein wertvolles Gut handelt.“ Insgesamt wurden 60 000 Euro für die Sanierung der Kapelle bereitgestellt. Im Inneren der Kapelle wurde der Fußboden mit Klinkersteinen ausgekleidet und die farbliche Gestaltung der Bänke originalgetreu wieder hergestellt. Die Fenster bekamen eine Bleiverglasung und lassen sich nach langer Zeit wieder öffnen. Eine ausgeklügelte Beleuchtung setzt die Engelsbemalung an der Decke in Szene. Und auch der Außenbereich erstrahlt seit der Sanierung in einem völlig neuen Glanz. „Das Fachwerk wie auch der Putz sind komplett in einem Rotton gestrichen“, sagt Wolfgang Schmidt.

Die Familie von der Lanken-Wakenitz war prägend

Bereits im Jahre 1484 gab es die Burg in Klevenow. Aus den Quellen geht hervor, dass in diesem Jahr die Burg, welche sich an selber Stelle des heutigen Gutshauses befand, vom Pommerschen Herzog an Hans von Wakenitz übergeben wurde. Wirft man heute einen Blick auf das historische Bauwerk, wirkt insbesondere die Rückseite des Anwesens eher konzeptionslos. Ein Blick in die Geschichte verrät aber schnell, dass dies lediglich das Ergebnis zahlreicher Um- und Anbauten im Laufe von etwa 400 Jahre ist. Die prägenden Baustile kommen aus dem Barock, aber vor allem auch aus der Neogotik. Der Bau wurde einst taktisch klug und durch einen Burgwall geschützt in den Trebelwiesen angelegt.

Im Dreißigjährigen Krieg, also dem Zeitraum von 1618 bis 1648, wurde die Burg heftig angegriffen und teilweise durch Feuer zerstört. In den damals erhalten gebliebenen Teilen des Gebäudes mit dem spitzen Giebeldach und den beiden Türmen befanden sich in den beiden Etagen jeweils zwei saalartige Räume, die durch eine Wendeltreppe erreichbar waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die entstandenen Schäden ab 1650 wieder beseitigt.

Carl Friedrich von der Lanken-Wakenitz begann 1848 mit den letzten großen Umbauarbeiten. Damals stand noch die stark beschädigte mittelalterliche Bausubstanz des heutigen Südflügels. Er integrierte daraufhin die Reste der südlich gelegenen Burg, zu der zur damaligen Zeit auch zwei Burgfragmente gehörten, in sein neogotisches Vorhaben. Die beiden oktogonalen Türme erhielten in diesem Zuge so genannte Zeltdächer, die inzwischen durch Flachdächer ersetzt wurden. Die Fenster der Türme sowie jene im Giebel des Südflügels wurden spitzbogig ausgeführt. Den Westgiebel zierten fortan drei kleine Türmchen. Diese wurden jedoch im Laufe der Zeit zurückgebaut. Als Carl Friedrich 1848 die Sanierung des Bauwerkes begann, gab es immer noch einen Burgwall und die Grabenanlage. Wenig später ließ er dann jedoch die Wälle einebnen und die Gräben teilweise zuschütten, wodurch eine eindrucksvolle und rund 25 Hektar große Parkanlage entstand. Noch heute zu sehen ist das große Eingangsportal, welches damals im Tudorgotikstil entstand. Im 19. Jahrhundert entstand zunächst ein neues Gebäude an der Nordseite der Burgreste. Es schlossen sich zwei weitere neue Baukörper an. Das Obergeschoss des parkseitigen Flügels wurde in Fachwerkbauweise errichtet und erhielt im Erdgeschoss die bis heute sichtbaren Arkaden. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es einen weiteren Umbau am Gutshaus. Damals bekam der Grundriss des Gutshauses durch den Fachwerkerker und ein zweigeschossiges Gebäude die heutige L-Form. Während hofseitig der Bau bis heute einen eher schmucklosen Eindruck erweckt, findet man auf der Parkseite die vielfältige Architekturmischung. Im Jahr 2003 kaufte Prof. Dr. Robert Knoop das marode Gutshaus und hat dieses seither schrittweise restauriert. Bis heute lebt er in dem großen Prachtbau.

Blick in die Historie

1484 entstand die Siedlung. Der Ort ist damit eine der ältesten Siedlungen des Kreises. Zu jener Zeit gab es schon eine Burg, die in diesem Jahr Hans von Wakenitz bekam.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Burg stark umkämpft und teilweise zerstört.

1816 starb die männliche Linie der Familie von Wakenitz aus.

1848 waren Burgwall und Grabenanlagen der Burg noch vollständig erhalten. Nach einem Feuer wurden diese Bereiche eingeebnet und es entstand der 25 Hektar große Park.

1905 wurden auf dem Gut Klevenow 525 Hektar bewirtschaftet. In den Ställen standen 57 Pferde, 157 Schweine und 710 Schafe.

1928 hatte der Ort 142 Einwohner. Es gab eine Schule und eine Kapelle. Im Jahre 1939 waren es 428 Einwohner.

Raik Mielke

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