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Grimmen Blutdruck messen, Verband wechseln und zuhören
Vorpommern Grimmen Blutdruck messen, Verband wechseln und zuhören
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00:01 07.10.2016
Die angehende Krankenschwester Lea Kamps (r.) misst den Blutdruck von ihrer Ausbilderin Natalie Barbie. Quelle: Katharina Ahlers

Lea Kamps legt die Blutdruckmanschette um den linken Arm von Natalie Barbie. Sie prüft den Puls ihrer Chefin und pumpt die Manschette schließlich zügig auf. „125 zu 65“, sagt Lea Kamps. „Das ist gut.“

Unsere Azubis dürfen keine Scheu vor dem Umgang mit kranken Men- schen haben.“ Natalie Barbie, Praxis- anleiterin Chirurgie

Seit September absolviert die 17-Jährige ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenschwester. Nach einem Monat an der Berufsschule in Teterow (Landkreis Rostock), hat am Dienstag nun auch der praktische Teil ihrer Lehre auf der chirurgischen Station des DRK Krankenhauses in Süderholz begonnen. Dort kennt sie sich bereits etwas aus. Vor ihrer Ausbildung hat die junge Frau im Zuge eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in der Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes gearbeitet.

„Eigentlich wollte ich immer Notfallsanitäterin bei der Bundeswehr werden. Während meines FSJ habe ich aber gemerkt, dass mir die Arbeit im Krankenhaus liegt“, sagt die Grimmenerin. In den kommenden drei Jahren wird sie unter anderem lernen, einen Verband zu wechseln, Blutdruck zu messen, Blut abzunehmen und Medikamente zu dosieren. „Auch der Kontakt zu den Patienten gefällt mir“, sagt Lea Kamps. Es sei wichtig, für sie da zu sein und ihnen zuzuhören.

„Unsere Azubis dürfen keine Scheu haben – insbesondere nicht vor dem Umgang mit kranken Menschen“, sagt Praxisanleiterin Natalie Barbie. „Mir gefällt Leas freundliches und gewissenhaftes Auftreten.“

Bereits während des FSJ sei ihr Schützling positiv aufgefallen. „Sie ist zwar schüchtern, aber sie weiß, was sie macht“, lobt die Ausbilderin. „Es ist schön, wie ehrgeizig und fleißig Lea ist.“

Berührungsängste hat die angehende Krankenschwester nicht. „Anfangs hatte ich etwas Respekt davor, andere zu waschen“, erzählt sie. „Aber das gehört im ersten Lehrjahr zu meinen Aufgaben. Man gewöhnt sich schnell daran.“

Um sechs Uhr morgens beginnt die Schicht der 17-Jährigen. Sie erkundigt sich nach dem Befinden der Patienten, hilft ihnen bei der Körperpflege und teilt das Frühstück aus. „Danach messe ich Blutdruck und dann wird es Zeit für das Mittagessen“, zählt der Lehrling auf.

„Unser Beruf ist anstrengend“, betont Natalie Barbie. „Viele denken, er sei so wie in den Arztserien im Fernsehen, doch die Realität sieht anders aus.“

Derzeit lernen 13 Auszubildene im Krankenhaus – im September haben neben Lea Kamps eine weitere Frau und ein Mann angefangen. „Von unseren sechs Stellen sind drei frei geblieben“, sagt die 44-Jährige. „Es gab zwar Bewerbungen, aber dennoch war es schwierig, geeigneten Nachwuchs zu finden.“

Wer Krankenschwester werden möchte, brauche mindestens einen Realschulabschluss. „Vor allem legen wir Wert auf die Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern. Unser Personal muss in der Lage sein, Dosierungen zu berechnen sowie biologische und chemische Zusammenhänge zu verstehen.“

Auch eine sprachliche Begabung sei von Vorteil. „An der Berufsschule habe ich bisher viele lateinische Fachbegriffe gelernt. Das fällt mir schwer“, gesteht Lea Kamps. In welchem Bereich sie später einmal arbeiten möchte, weiß sie noch nicht. Neben der Chirurgie lernen die Azubis weitere Stationen kennen. „Knochenbrüche sind nicht so meins, daran muss ich mich noch gewöhnen“, gesteht Lea Kamps.

„Dafür interessiere ich mich für den Magen- und Darmbereich und freue mich auf die Innere Medizin.“

Ausbildungsstellen in der Region

Die 21. Berufsinformationsmesse am 11. Oktober im Berufsinformationszentrum Stralsund (Carl-Heydemann- Ring 98) bietet Schülern die Gelegenheit, sich über diverse Berufe und Auslandsaufenthalte zu informieren. Von 15 und 18 Uhr können sie zudem Bewerbungsfotos erstellen lassen.

Wer mehr über eine Ausbildung zum Binnenschiffer oder Industriemechaniker erfahren möchte, erhält am 13. Oktober ab 14.30 Uhr die Möglichkeit dazu. Für die Veranstaltung auf einem Fahrgastschiff der Weißen Flotte im Stralsunder Hafen ist eine Anmeldung unter ☎ 0 38 31 / 25 92 35 notwenig.

561 von 1547 Lehrstellen waren bis Ende August im Bezirk der Bundesagentur für Arbeit Stralsund (Stralsund, Grimmen, Ribnitz-Damgarten und Bergen auf Rügen) unbesetzt. Von 1181 gemeldeten Bewerbern waren 271 noch ohne Lehrstelle.

In Grimmen waren 26 von 103 Stellen frei. Auf der anderen Seite blieben 46 von 167 Bewerbern unvermittelt.

Katharina Ahlers

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