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Briefmarken: Weltgeschichte in kleinen Bildern

Ribnitz-Damgarten Briefmarken: Weltgeschichte in kleinen Bildern

Reinhard Voigt sammelt seit seiner Jugend Postwertzeichen / Die ältesten Marken sind etwa 150 Jahre alt / Philatelisten treffen sich in Ribnitz-Damgarten regelmäßig

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Etwa 25 Stunden in der Woche widmet Reinhard Voigt seinem Hobby. Fotos (2): Ann-Christin Schneider

Ribnitz-Damgarten. Sie zeigen Gebäude, berühmte Persönlichkeiten, Märchenfiguren oder ferne Länder: Briefmarken, die zu Tausenden in Reinhard Voigts Hobbyzimmer lagern.

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Reinhard Voigt sammelt seit seiner Jugend Postwertzeichen / Die ältesten Marken sind etwa 150 Jahre alt / Philatelisten treffen sich in Ribnitz-Damgarten regelmäßig

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Treff der Sammler

Die Briefmarkenfreunde RibnitzDamgarten treffen sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 14 Uhr, um sich über das Hobby und ihre Briefmarken auszutauschen. Treffpunkt ist die Begegnungsstätte der Volkssolidarität in der Grünen Straße 7 in Ribnitz. Der nächste Termin ist heute.

„Wie viele ich besitze, habe ich nie gezählt“, sagt Voigt mit Blick auf seine Regale mit gut 50 dicken Ordnern. „Es werden aber bestimmt Zehntausende, wenn nicht Hunderttausend sein.“

Auf seinem Tisch liegen neu erworbene Briefmarken mit Motiven von Wilhelm Pieck sowie Max und Moritz. Lupen, Geräte zum Zählen der Zähnung sowie Bestimmungsbücher sind in Griffweite. Es riecht nach Benzin, mit dem er Wasserzeichen sichtbar macht. Etwa 25 Stunden in der Woche widmet sich der Rentner hier seinem Hobby. „Es gibt so viele Unterschiede, die den Wert eines Postzeichens ausmachen“, erklärt Voigt. „Größe, Farbe, Papier, Zähnung, Wasserzeichen – all das gilt es für die richtige Einordnung zu bestimmen.“

Seine Sammlung umfasst deutsche Briefmarken aus Zeiten des Kaiserreiches bis heute, Postwertzeichen aus den ehemaligen Kolonien und aus dem heutigen Europa. „Meine älteste Briefmarke stammt von 1872“, sagt der Ribnitz-Damgartener. „Mit den Stücken gehe ich auch immer auf eine kleine Zeitreise. Ich habe dank meines Hobbys viel mehr über die Weltgeschichte gelernt als in der Schule. “ Erst seit 1850 gebe es internationale Briefmarken, weiß der Experte. Vorher wurde gestempelt.

Seine Leidenschaft entdeckte der 69-Jährige bereits in jungen Jahren. „Damals waren sie das Gesprächsthema auf dem Schulhof“, erinnert sich Voigt. „Ich opferte dafür mein ganzes Taschengeld.“

Doch für den studierten Maschinenbauingenieur war das Sammeln nicht leicht. „Zu DDR-Zeiten gab die Post die Briefmarkensätze nur zu bestimmten Zeiten heraus. Wer zu spät war, hatte Pech“, sagt der Ribnitzer. Erst 2005 – mit Beginn seiner Frührente – hatte er wieder Zeit für sein Hobby.

Seitdem sind er und seine Frau Petra ständig auf der Suche nach neuen Marken. Egal ob auf Flohmärkten, im Internet oder per Rundsendungen mit Sammlern aus Rostock – ständig hat der einst selbstständige Unternehmer neue Stücke unter der Lupe. Jeden Monat geht er außerdem zum Postamt, um sich die neuen Briefmarkensätze abzuholen und stempeln zu lassen. „Auch meine Familie schaut schon immer für mich mit“, freut sich der zweifache Familienvater. „Mein jüngster Sohn hat mir zum Beispiel Marken aus Altbayern geschickt.“

Um die Echtheit zu prüfen, muss die Marke wirklich verschickt worden sein. „Dafür muss bestenfalls der Poststempel so gut auf der Marke zu sehen sein, dass man Ort und Datum des Postamtes erkennt“, erklärt der Experte. Wenn der Stempel fehlt, sortiert er die Marke nicht so schnell ein, sondern versucht ein anderes Exemplar zu finden.

Seine Lieblingsbriefmarken hat der Neffe besorgt. Voller Stolz öffnet Voigt einen Ordner. In ihm befinden sich noch originale Briefumschläge aus den 1980er Jahren. Auf den Briefmarken sind Postboten mit historischen Uniformen zu sehen. Gelbe und blaue Röcke haben sie über weiße Hosen und schwarze, kniehohe Stiefel gezogen. Die Männer tragen Hüte und halten Pferdepeitschen. „Das sind Beamte aus Preußen, Sachsen und Mecklenburg um 1850“, erklärt der Philatelist.

Zu seinen wertvollsten Postwertzeichen gehören sie aber nicht. Das sind Briefmarkensätze um 1950. „Für die vier ungezähnten Briefmarken aus der Kollektion des Karl-Marx-Jahres 1953 habe ich etwa 100 Euro bezahlt“, gibt Voigt zu. Eine Wertanlage sei seine Sammlung aber nicht.

Gleichgesinnte hat der Rentner bei den regelmäßigen Treffen der Briefmarkenfreunde Ribnitz-Damgarten gefunden. Jeden ersten Mittwoch im Monat kommen die sieben Herren um 14 Uhr in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität zusammen, um ihre neusten Stücke zu präsentieren und doppelte Sätze zu tauschen. Das Durchschnittsalter der Briefmarkenfreunde aus Graal-Müritz, Wustrow, Klockenhagen, Saal und Ribnitz-Damgarten liegt bei mehr als 70 Jahren.

„Nachwuchs zu finden, der sich für unser Hobby interessiert, ist schwer“, bedauert der Sammler. Moderne Kommunikationsmittel, wie Email oder SMS, würden dazu führen, dass Kinder und Jugendliche den Kontakt zu den Postwertzeichen verlieren. „Natürlich würden wir uns aber über weitere Sammler in unserer Interessengemeinschaft freuen. Jeder ist willkommen“, betont Voigt.

Ann-Christin Schneider

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