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Budenzauber zum Fest schon seit 1512

Stralsund Budenzauber zum Fest schon seit 1512

Denkmalpfleger Gunnar Möller fand heraus: Der Stralsunder Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten in Deutschland

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Blick auf den Stralsunder Weihnachtsmarkt auf dem Neuen Markt im Jahre 1975.

Quelle: Harry Hardenberg

Stralsund. Jetzt ist es heraus: Stralsund hat einen der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Ob Köln, Berlin, Lübeck, Hamburg oder Nürnbergs Christkindlesmarkt – alle kamen später. Das fand der Stralsunder Denkmalpfleger Gunnar Möller heraus. „Am 6. Dezember 1512 wurde in der Hansestadt erstmals ein Weihnachtsmarkt eröffnet“, sagte Möller. Herzog Bogislaw persönlich hatte die Erlaubnis gegeben. Auch Nikolausstiefel und Wunschzettel – wer hat’s erfunden? Die Stralsunder, da ist Möller ganz sicher.

OZ-Bild

Denkmalpfleger Gunnar Möller fand heraus: Der Stralsunder Weihnachtsmarkt ist einer der ältesten in Deutschland

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Zur Verkündung dieser Nachrichten genau 100 Tage vor Weihnachten und bei Außentemperaturen an der 30-Grad-Grenze, hatte gestern der Stralsunder Stadtmarketingverein ins Rathaus eingeladen. „Im Norden sind wir nach Braunschweig der zweitälteste Weihnachtsmarkt. Auf diese Tradition wollen wir uns stärker besinnen“, kündigte Vereinsvorsitzender Peter Boie an.

Gunnar Möller hat so viel Stoff zusammengetragen, dass er ein ganzes Weihnachtsmarkt-Buch füllen kann. Belegt sei zum Beispiel, dass der Budenzauber so wie heute schon immer zweigeteilt war – die lauten Vergnügungen fanden auf dem Neuen Markt statt, gemütlicher ging’s auf dem Alten Markt her.

Zu den Geschichten, die Möller in alten Zeitungen recherchiert hat, gehört auch diese: Die Händler im Dreißigjährigen Krieg hatten sich beschwert, dass sie durch den Truppenmarsch aufgehalten worden sind. Der daraufhin beantragten Verlängerung des Marktes wurde stattgegeben. Lediglich 1831 habe es durch die Cholera einVerbot gegeben.

Ansonsten hielt der Erfolg bis zum Ende des 19. Jahrhunderts an. Und das, obwohl bereits in der „Sundine“ von 1838 zu lesen war, dass es nichts Neues und Interessantes, dafür viel Gedränge, Waren zum billigsten Preis und „alte Camellen“ gab.

Bis zu 80 Händler kamen aus allen Teilen Deutschlands, aus Leipzig, Frankfurt, Magdeburg, Berlin oder Köln. Und es ging auch recht international zu. Mit türkischen Pantoffeln, Pariser Mode oder Geschnitztem aus Tirol und der Schweiz. Seide und Öl, Töpfe und Spielzeug, Gipsbilder und Glaswaren – alles war zu haben. Bänkelsänger gaben ihre schaurigen Vorstellungen. Und Stralsunds Zuckerbäcker gestalteten filigrane Meisterwerke.

„Es wäre schön, wenn sich die Stralsunder Bäcker mit ihren Ideen auch heute beteiligen würden“, ruft Peter Boie das sundische Handwerk zum Mitmachen auf. Stralsunds Weihnachtsmarkt anno 2016 wird vom 24. November bis 22. Dezember stattfinden. Und der ist inzwischen „zu einem kleinen Werbeträger“ geworden, sagt Peter Boie.

Eine Hauptattraktion – die Eisbahn – soll in diesem Jahr noch ein bisschen größer werden, so dass auch Eisstockschießen möglich ist. Da hoffen die Organisatoren erneut auf Firmen, die das Projekt unterstützen, damit Schulen und Kitas die Eisbahn vormittags kostenlos nutzen können.

In die Technik soll mehr Geld gesteckt werden, damit nicht wie im Vorjahr bei milden Temperaturen alles davon schwimmt. „Die Eisbahn geht aber nicht ohne Unterstützung der örtlichen Wirtschaft“, hebt Angela Person vom Stadtmarketing hervor und wirbt um weitere Förderer. Auch der passende Weihnachtsbaum ist noch nicht gefunden, obwohl es bereits zahlreiche Meldungen gab und sich schon zwei in der engeren Wahl befinden.

Illumination

Tanz um den Weihnachtsstern oder leuchtende Kugeln im Rathausgang – die Firma Masson-Wawer aus Groß Lüdershagen setzte in den vergangenen Jahren mit ihrer Illumination immer einen besonderen Akzent auf dem Stralsunder Weihnachtsmarkt.

Welches Wahrzeichen es diesmal sein wird, wurde gestern noch nicht verraten . „Aber natürlich sind wir wieder mit dabei. Das ist uns ein Bedürfnis“, sagte Mitarbeiter Eckhard Diebowski.

Gesucht wird noch der passende Tannenbaum für den diesjährigen Stralsunder Weihnachtsmarkt vom 24. November bis 22. Dezember. Der Baum sollte zwischen 20 und 22 Meter hoch sein.

Weitere Informationen gibt es unter ☎ 03831/252725.

Marlies Walther

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