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Bürger: Verschwendung von Papier und Zeit

Greifswald Bürger: Verschwendung von Papier und Zeit

Die Stadtwerke Greifswald als Lieferant und der Netzbetreiber Edis lassen beide gleiche Zähler ablesen

Greifswald. Der Ludwigsburger Jürgen Zocher kann sich nur wundern. Dass sein Stromversorger, die Stadtwerke Greifswald, ihn per Post um die Ablesung seines Stromzählers gebeten hat, kann er verstehen. Die Bestimmung des Jahresverbrauchs ist fällig.

Aber eine Woche zuvor kam schon ein Brief von der Edis AG mit Sitz in Fürstenwalde. Die Firma hatte das gleiche Anliegen: Sie wollte den aktuellen Zählerstand von Familie Zocher wissen.

Die Situation: Die Edis ist der Netzbetreiber, das heißt der gelieferte Strom der Stadtwerke fließt durch die Leitung der Fürstenwalder nach Ludwigsburg. Dafür wird ein Netzentgelt erhoben.

„Die Edis weist in seinem Schreiben sogar noch darauf hin, dass es sein könne, dass mein Stromlieferant mich ebenfalls um den Zählerstand bittet“, wundert sich Zocher. Aus seiner Sicht ist dieses Vorgehen nicht nur Verschwendung von Papier für Briefe und Umschläge. „Da wird auch zwei Mal Porto ausgegeben“, rügt der Bürger. „Es entsteht zusätzlicher Erfassungs- und Verwaltungsaufwand.“ Zahlen müsse für diese unsinnige Doppelung der Kunde. Und Geld bekommen von Zochers nur die Stadtwerke, die ihm den Strom liefern.

Deren Sprecherin Steffi Borkmann sieht keine Chance für Änderungen. Laut Gesetz sei der Netzbetreiber für die Ablesung der Zähler zuständig. Die Edis stelle die Strommenge dann dem Lieferanten, also hier den Stadtwerken, in Rechnung. Zwei Firmen, das bedeute unterschiedliche Abläufe Terminer für die Stellung von Rechnungen, argumnetiert sie. Da die Kunden in der Regel nur mit ihren Lieferanten kommunizieren sei es üblich, dass beide um den Zählerstand bitten: Die Edis für die Ermittlung des Netzentgeltes, das sie von den Stadtwerken bekommt, die Stadtwerke – zur Sicherheit – noch einmal für die Energieliefermenge. Dass dafür Papier, Arbeitszeit und Porto nötig seien, lasse sich nicht vermeiden, meint Borkmann. eob

OZ

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