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Grimmen Bürger wollen diese Windräder nicht
Vorpommern Grimmen Bürger wollen diese Windräder nicht
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05:05 09.06.2017
Schon seit Jahren wehren sich die Papenhagener gegen Windmühlen auf ihrem Gemeindegebiet. Mit Plakaten zeigen Bürgermeisterin Ilona Kindler und die Gemeindevertreter Andreas Gerds (l.), Uwe von Mengersen und Kai-Uwe Hille, was sie von den aktuellen Windparkplänen halten. Quelle: Peter Franke
Grimmen

Die Papenhagener Gemeindevertreter (Vorpommern-Rügen) wollen keine Windkraftanlagen auf dem Gebiet ihrer Kommune. Das haben sie in den vergangenen Jahren mehrfach bekräftigt. Und doch steht das Thema erneut zur Debatte. Denn wieder geht es um Pläne für ein Windkrafteignungsgebiet auf Papenhagener Gemeindegebiet – die die Kommune ablehnt.

Schreiadler lebt unmittelbar nebenanLaut aktueller Vorstellungen des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern grenzt ein solches Eignungsgebiet unmittelbar an ein Areal der Gemeinde, in dem der Schreiadler lebt. Zudem zeige sich, kritisiert die Gemeinde in einer Stellungnahme, dass beim vorgeschriebenen Abstand von 1000 Metern zu Wohngebieten in Bezug auf die Ortsteile Sievertshagen und Schönenwalde seitens der Planer des Windeignungsgebietes „4/2015“ nicht von der Gebietsgrenze – also der jüngsten Bebauung – ausgegangen wurde.

Einwände wegen zu geringer Entfernung„2015 hatten wir schon Einwände wegen der zu geringen Entfernung zu Schönenwalde“, stellte Bürgermeisterin Ilona Kindler (Wählergemeinschaft) während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates fest. Damals sei es noch um ein 216 Hektar großes Windeignungsgebiet gegangen, von dem die Anwohner betroffen wären: „Inzwischen sind es 222 Hektar.“ Unbefriedigend sei auch, dass das Bodenordnungsverfahren wegen der Windkraftpläne seit 2009 nicht zum Abschluss komme.

2010 hatten die Papenhagener eigentlich gehofft, dass Windkraftpläne für ihren Bereich vom Tisch seien. 20000 Euro hatte die Gemeinde damals für zwei Umweltgutachten bezahlt.Kranichreviere, Kiebitz-Brutpaare, Schreiadler, Mäusebussarde und die seltene Mopsfledermaus, die auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“ steht, waren damals entdeckt worden. „Doch nur noch Schreiadler und Schwarzstörche gelten seit zwei Jahren als schützenswert“, erklärt die Bürgermeisterin. „Das solche Gutachten heute einfach nicht mehr gelten, entsetzt mich“, stellt Gemeindevertreter Uwe von Mengersen fest.

90 Prozent der Einwohner gegen WindmühlenEine Unterschriftensammlung vor knapp zehn Jahren hatte ergeben, dass 90 Prozent der Bewohner in den Orten der Gemeinde Papenhagen gegen Windmühlen-Pläne auf Gemeindegebiet sind. Ob das noch immer so ist und die Anwohner diesbezüglich hinter ihrem Gemeinderat stehen, soll am Tag der Bundestagswahl festgestellt werden. Nach Antrag von Gemeindevertreter Andreas Gerds können die Bürger dann auch darüber abstimmen, wie sie zum Thema Windkraftanlagen auf Papenhagener Gebiet stehen.

Inzwischen kursieren in der Gemeinde Plakate, auf denen Anwohner unmissverständlich ihren Protest artikulieren. „An jedem Grundstück in Schönenwalde sind schon Plakate angebracht – das ist toll“, freut sich Ilona Kindler, die für Interessenten noch weitere Protestschilder bereithält.

Entsetzen über Pläne des VerbandesAuch im benachbarten Wittenhagen ist man entsetzt über die Pläne des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern. „Wir hatten uns als Gemeinde eindeutig gegen das Windeignungsgebiet Papenhagen/Glashagen ausgesprochen und umfangreiche Stellungnahmen dazu abgegeben. Umso mehr wundert es mich, dass es sich jetzt wieder in den Planungsunterlagen befindet.“, schimpft Frederic Beeskow (Wählergemeinschaft), Bürgermeister von Wittenhagen. „Und als wenn das nicht schon reichen würde, gibt es noch eine Planung für ein weiteres Gebiet in Wittenhagen/Kakernehl“, führt Beeskow aus. „Die Bürger unserer Gemeinde wollen diese Windkraftanlagen nicht. Wir werden uns deshalb auch mit aller Kraft dagegen stemmen“, kündigt Beeskow an.

Öffentliche Stellungnahme gegen PlanungenAm 26. Juni hat die Gemeinde zu ihrer nächsten Sitzung eingeladen. Sie findet direkt in einem betroffenen Gebiet statt, nämlich auf dem Schießplatz Kakernehl. Auf der Sitzung wollen die gewählten Vertreter öffentlich ihre Stellungnahme gegen die Planungen vorbringen. Ähnlich wie in Papenhagen versteht auch Beeskow die Planung nicht. „Auf der einen Seite“, sagt er, „wird viel Geld für den Schutz der nordvorpommerschen Waldlandschaft ausgegeben, und daneben plant man dann Windkraftanlagen, die die Schutzmaßnahmen zunichte machen.“

Peter; Amler, Reinhard Franke

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