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Grimmen Bugenhagen-Musical begeistert das Publikum
Vorpommern Grimmen Bugenhagen-Musical begeistert das Publikum
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00:05 17.10.2017
Darsteller des Bugenhagen-Musicals zusammen mit der Justizministerin von MV, Katy Hoffmeister (Mitte/CDU).
Starkow

„Ich weiß gar nicht, wo er das Talent her hat,“ sagte Monika Gohlke ebenso begeistert wie berührt nach der Aufführung des Musicals „Bugenhagen“ in der Starkower Basilika St. Jürgen. Die Berlinerin lebt in Neustadt Dosse und hat sich nun ein paar Tage an der Ostsee gegönnt, um ihren Sohn zu erleben. Paul Gohlke, der in Greifswald an seinem Doktor der Theologie arbeitet, singt und spielt die Hauptrolle im letzten Teil der Reformations-Trilogie von Stephanie Schwenkenbecher (Greifswald, Text) und Nicole Chibici-Revneanu (Barth, Musik und Regie) der nach Marthin Luthet und seiner Frau Katharina von Bora, dem norddeutschen Reformator Johannes Bugenhagen gewidmet ist. In zehn Bildern zeichneten die insgesamt 40 Mitwirkenden aus der Region Leben und Wirken Johannes Bugenhagens musikalisch nach.

Paul Gohlke singt und spielt Bugenhagen im letzten Teil der Reformations-Trilogie. FOTOS (3): SUSANNE RETZLAFF
„„Ich habe schon die anderen beiden Musicals gesehen, dieses ist wieder gaz anders schön.“Liane Wiedemann, Ribnitz Damgarten

Ohne akademischen Grad war er Rektor der Stadtschule im hinterpommerschen Treptow an der Reg, ohne Theologiestudium wurde er gar Priester der dortigen Marienkirche. Doch dann beunruhigten ihn die Schriften Martin Luthers und er ging nach Wittenberg, wo er sich von der protestantischen Aufbruchstimmung mitreißen ließ. Als Stadtpfarrer setzte Bugenhagen Luthers Entwurf für einen deutschen Gottesdienst erstmals in die Praxis um. Später dann bescherte Bugenhagen als „Doctor Pomeranus“ Norddeutschlands Städten neue Kirchenordnungen, krönte Dänemarks König und war unermüdlich in religionspolitischer Mission unterwegs.

Kurz nach Luthers Tod erhob Kaiser Karl V. die Waffen gegen die im Schmalkaldischen Bund zusammen geschlossenen evangelischen Stände, 1547 kapitulierte das belagerte Wittenberg, die ernüchterten Reformatoren schwelgten angesichts der weitgehenden Rekatholisierung in Erinnerungen.

Dann spielten und sangen die Darsteller – kurzfristig verstärkt durch Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU), die sich von der Begeisterung des Ensembles bei einer Probe fesseln ließ – das poppige Finale. Die zahlreichen Zuschauer in der Kirche bekamen die gewünschte Zugabe und Mutter Gohlke staunte berlinernd über das fließende Platt, dass Sohn Paul inzwischen spricht. Beeindruckt von einem wunderbaren Nachmittag in Starkow, der mit einem Gottesdienst begann, seine Fortsetzung in einem geführten Spaziergang im Kirchgarten fand und zeigte sich Maria Ankenbrand aus der Nähe von Bamberg, die ihre Freundin Liane Wiedemann aus Ribnitz-Damgarten besucht hatte. „Ich habe schon die anderen beiden Musicals gesehen, dieses ist wieder ganz anders schön“, sagte Liane Wiedemann , während ihre Freundin noch einmal den Garten genoss.

Susanne Retzlaff

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