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Busverspätung jetzt mit Ansage

Stralsund Busverspätung jetzt mit Ansage

Stralsunder Nahverkehr: Fahrgäste werden besser informiert.

Stralsund. Ein Druck auf den Knopf und es ertönt ein Gong. Dann fängt die Anzeigetafel an zu sprechen: „Ihre Verbindung: Bus Nummer 2, in drei Minuten nach Rügendammbahnhof.“ Ein bisschen geht die Männerstimme im Straßenlärm vor dem Hauptbahnhof unter. Doch Wilfried Schubert und Horst Schuldt sind dennoch begeistert. Beide sind im Blinden- und Sehbehindertenverein MV organisiert. „Das ist für uns Blinde eine große Hilfe“, sagt Horst Schuldt, der Vorsitzende der Gebietsgruppe Stralsund. Karsten Bööck hört das gerne. „Als wir 2009 das rechnergestützte Betriebsleitsystem einführten, wurde diese dynamische Fahrgastinformation bereits mit geplant“, sagt der Betriebsleiter des SWS-Nahverkehrs. Dynamisch steht dafür, dass die Anzeigetafel in Echtzeit anzeigt — und jetzt auch ansagt — wie lange man noch auf den Bus warten muss. Praktisch, falls dieser im Stau stecken sollte. Drei solcher Anzeigen sind inzwischen im Stadtgebiet aufgestellt worden.

Neben der am Hauptbahnhof, am Olof-Palme-Platz und am Ventspilsplatz in Knieper West.

Wer nicht von einer dieser drei Haltestellen abfährt, muss dennoch nicht auf den Service verzichten. Vorausgesetzt, er verfügt über ein Smartphon mit Internetanschluss und einer Applikation (App) zum Scannen von QR-Codes. Damit sind inzwischen die Fahrpläne an allen Haltestellen ausgerüstet. Einmal kurz den Code eingescannt und schon sagt einem das Handy, wie lange der Bus noch bis zur Haltestelle braucht. „Über 200 Fahrgäste nutzen das bereits“, erklärt der Betriebsleiter.

Der Nahverkehr hat sich die Einführung der neuen Technik etwas kosten lassen. Alleine für die neuen Anzeigen wurden 130 000 Euro ausgegeben. „Mit einer 75-prozentigen Förderung durch das Land“, betont Karsten Bööck. Damit ist die Einführung des Betriebssystems abgeschlossen. Insgesamt hat das Unternehmen für die Bordrechner, das Computerleitsystem in der Zentrale und die Fahrscheinautomaten am Bahnhof, im Realmarkt und in der Sparkasse am Neuen Markt 930 000 Euro investiert.

Allerdings ist nichts so gut, dass es nicht noch etwas zu verbessern gibt. „Rund um den Pfosten mit dem Knopf sollte ein Aufmerksamkeitsfeld auf dem Boden angebracht sein“, sagt Wilfried Schubert, der im Landesverband des Blinden- und Sehbehindertenvereins in der Kommission Umwelt und Verkehr mitarbeitet. „So etwas hat viele große Noppen, so dass der Blinde schon beim Betreten merkt: Achtung hier ist etwas“, erläutert seine Frau Heidi Schubert. Eine Idee für mehr Barrierefreiheit, die Karsten Bööck gerne aufgreift und zu deren Umsetzung er sich mit der Stadt in Verbindung setzen will.

Auch Horst Schuldt will die guten Kontakte seines Vereins zu Stephan Bogusch, Leiter der Abteilung Straßen und Stadtgrün der Stadtverwaltung, nutzen, um dieses Thema dort anzusprechen.

Jörg Mattern

 

OZ

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