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Grimmen Dank der OZ-Aktion hat sich viel getan
Vorpommern Grimmen Dank der OZ-Aktion hat sich viel getan
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00:01 25.10.2016
Jasmin Ruttloff hilft bei der Ausbildung der Kinder mit. Später möchte sie auch mal Ausbilderin werden. Fotos (3): Raik Mielke

„Heute ist dein großer Tag“, begrüßt Johnny Dräger seinen Schützling Jacob Bönsch im Aquabereich des Golfparks in Kaschow. Für den jungen Mann wird es an diesem Abend ernst. „Heute legst du dein Seepferdchen ab und zeigst uns allen, wie toll du in den letzten Wochen das Schwimmen gelernt hast“, sagt der Ausbilder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Projekt „Schwimmen für Grimmen“: Kinder verlieren die Angst vorm Wasser

Immer mit Blick zu „Johnny“, wie er von seinen Vereinsmitgliedern liebevoll genannt wird, springt Jacob Bönsch mutig in das 135 Zentimeter tiefe Becken, meistert die 25 Meter-Runde anschließend ohne Probleme und ertaucht abschließend auch den Ring vom Boden des Pools. „Das hast du total super gemacht“, lobt der Ausbilder der DLRG und Jacob springt ihm vor Freude in die Arme. „Jetzt bist du ein Junge, der schwimmen kann“, betont der Rettungsschwimmer.

Und er ist nicht der Erste, der in den vergangenen Monaten so zuerst die Angst vorm Wasser verloren hat und anschließend Schwimmen lernte. „Durch die tolle Weihnachtsaktion der OSTSEE-ZEITUNG, bei der so viele Leute für unser Engagement gespendet haben, entstand die Idee, dieses Projekt ins Leben zu rufen“, erklärt Johnny Dräger. Unter dem Motto „Schwimmen für Grimmen“ werden nun ganz junge Schwimmer in Kaschow ausgebildet. „Sonst geben wir unsere Kurse in der Schwimmhalle in Greifswald. Dies ist nun die Gelegenheit für Familien in Grimmen und Umgebung, vor Ort ihren Kindern das Schwimmen beibringen zu lassen“, erklärt Oliver Habel, Vorsitzender der Grimmener Ortsgruppe der DLRG. Immer donnerstags findet so der einstündige Kurs im Aquabereich des Golfpark-Hotels statt. „Wir sind durch das kleine Becken auf eine Teilnehmerzahl von vier bis fünf Kindern begrenzt“, erklärt Johnny Dräger.

Doch auch in diesem kleinen Rahmen wird viel geleistet. „Wir arbeiten mit einer Warteliste. Hat ein Junge oder Mädchen das Seepferdchen geschafft, beginnt der nächste Nichtschwimmer“, erklärt Johnny Dräger. Dies führte an bereits 49 Abenden dazu, dass so bereits 15 Kinder im Alter ab fünf Jahren jetzt Schwimmen können. „Ich denke, die Quote kann sich sehen lassen“, freut sich der Ausbilder.

Auf die Frage, wie lange es dauert, bis ein Kind das Seepferdchen ablegen kann, gibt es laut des erfahrenen Rettungsschwimmers keine genaue Antwort. „Es gibt Kinder, die schaffen es in zehn Einheiten. Andere benötigen bis zu 17 Stunden“, beschreibt er und verdeutlicht: „Zuerst geht es immer darum, den Spaß am Element Wasser zu wecken. Ist die erste Angst weg, stellen sich anschließend auch schnell Erfolge ein.“

Während der letzten Einheit legen gleich zwei junge Leute das erste Abzeichen ab. „Die Kinder wachsen einem richtig ans Herz und man freut sich, wenn sie von Mal zu Mal besser werden“, ist Johnny Dräger zufrieden und hofft, dass diese tolle Aktion noch lange weitergeht. „Ich habe eben mein Seepferdchen gemacht“, freut sich Bea-Marlen Marlow und sagt: „Dafür habe ich ganz fleißig geübt.“ „Wir dürfen auch immer ganz viel im Wasser toben. Ich traue mich sogar schon, mit dem Kopf unter Wasser zu gehen”, war auch Diego Hälke stolz und Juliane Maleck übte derweilen die richtigen Arm- und Beinbewegungen im Wasser.

Ein Zwischenresümee

15 Kinder haben im Rahmen der Aktion „Schwimmen für Grimmen“ in Kaschow in den vergangenen Monaten bereits das Schwimmen gelernt.

130 Ausbilderstunden wurden hierbei von jeweils drei Ausbildern geleistet.

10 Stunden brauchen die besten Kinder, um sich an das feuchte Element zu gewöhnen und Schwimmen zu lernen. Für manche Kinder nehmen sich die Ausbilder aber auch deutlich mehr Zeit und absolvieren bis zu 17 Übungseinheiten.

Raik Mielke

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