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Das erste Gutshaus brannte 1871 ab

Bassin Das erste Gutshaus brannte 1871 ab

Eng verbunden mit der Geschichte des Rittergutes ist die Familie von Tigerström

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Ein seitlicher Blick auf die Rückseite des einst prachtvollen Gutshauses in Bassin. Dieses wurde um das Jahr 1900 errichtet. Andere Quellen nennen das Jahr 1895. Fotos (2): Sammlung Wolfgang Marder

Bassin. In unserer Gutshausserie „Prunk, Zerfall und Wiederaufbau“ blicken wir heute in die Geschichte des Herrenhauses in Bassin.

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Eng verbunden mit der Geschichte des Rittergutes ist die Familie von Tigerström

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Quellen und Literatur

 

• Internet: http://www.heimatchroniken.de/201501/das-herrenhaus/

Marder, Wolfgang: Güter und Dörfer im Kreis Grimmen, 2008.

Internet: http://www.gutshaeuser.de/gutshaeuser_b/gutshaus_bassin Internet: http://www.gutsanlagen-vorpommern.de/guts_und_parkanlagen/anlagen/herrenhaus_schloss/b/bassin/index.html Internet: http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Grimmen/Vom-Maerchenschloss-zum-baufaelligen-Haus

Wann der einstige Prachtbau genau errichtet wurde, ist nicht bekannt. Aufgrund der Bauweise muss das Herrenhaus in Bassin aber um 1900 entstanden sein. Andere Quellen nennen das Jahr 1895. Rein optisch finden wir unweit von Grimmen heute ein eher unscheinbares Gebäude, welches, wirft man einen Blick in die Ortschronik, viele Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts jedoch sehr eindrucksvoll daherkam. Zum Haupteingang sowie zum Park gab es jeweils eine Freitreppe. Im Eingangsbereich stand ein Kamin. Das Herrenzimmer befand sich im großen Saal, rechts waren die Damensalons. Die Wirtschaftsräume und die Küche waren im Keller untergebracht. Ausgestattet war das Herrenhaus mit einer Zentralheizung. Abgegrenzt zur Straße war das Herrenhaus durch einen Zaun, hinter welchem es einen Rosengarten gab. Im Park waren viele Rasenflächen mit Wegen und Bäumen angelegt. Einige Obstbäume sind noch heute dort zu finden. Rechts neben dem Herrenhaus befanden sich ein Bienenhaus und Frühbeete. Den Abschluss des Parks bildete ein Graben. Zutritt zu Herrenhaus und Park hatten nur Bedienstete der Gutsfamilie.

Nach 1945 wurde das Gutshaus als Wohnraum genutzt. In den 50er-Jahren richtete Ernst Pauls im Keller eine Verkaufsstelle ein. Später hat Grete Heller diese im Erdgeschoss weiter geführt. Das Herrenhaus wurde in den 1960er-Jahren auf Grund des kaputten Daches umgebaut. Es wurde aufgestockt, bekam ein Flachdach und damit verschwanden die Türmchen, die das Gutshaus geprägt hatten. Die hintere Freitreppe wurde abgerissen und alle Wohnungen mit Ofenheizung ausgestattet.

Als 1969 das Kombinat Industrielle Mast (KIM) entstand, wurde eine große Essenküche für die Bauleute eingerichtet. In den Räumen des Gutshauses fanden Versammlungen statt, und es wurden dort viele Feste, wie Erntefeste und der Internationale Kindertag gefeiert.

Bis Mitte der 1990er-Jahre nutzte man das Gutshaus zu Wohnzwecken. Seit dem Auszug der Mieter steht das Gutshaus leer. Heute bietet das einstige Herrenhaus keinen schönen Anblick mehr, es wird immer mehr zerstört und somit dem Verfall preisgegeben. Auch der Park und der vordere Bereich sind in keinem guten Zustand.

Dabei hat das Rittergut Bassin eine lange und überaus spannende Geschichte. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung erfolgte im Jahre 1682. Damals war die in Grimmen bestens bekannte Familie von Schwerin Eigentümer des Dorfes. Im Jahre 1728 erwarb Herr von Schmalensee das Gut, zu deren Besitz bereits die Güter Leyerhof und Dönnie gehörten. Die wahrscheinlich prägendste Familie bekam Bassin im Jahre 1777 zugesprochen. Es handelt sich um die Familie von Tigerström. Die bekannteste Tigerström ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich Wilhelmine, die 1795 in Bassin geboren wurde. Sie nämlich war die Großmutter des späteren Flugpioniers Otto Lilienthal. Insgesamt war das Gut 154 Jahre im Besitz der Tigerströms. In dieser Zeit wurden gleich mehrere Gutshäuser gebaut. Das erste Haus wurde im Jahre 1871 durch einen Brand stark beschädigt. Im Jahr 1895 soll das neue und bis heute mehr oder weniger gut erhaltene Gebäude errichtet worden sein. Wie beschrieben ist, entstand dieses direkt hinter dem alten Gutshaus. Zu dieser Zeit wurde auch die Umgestaltung und der Neubau der Parkanlage durchgeführt. Im Jahre 1931 erfolgte, bedingt durch die komplizierten wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, die Zwangsversteigerung des Gutes. Neuer Eigentümer wurde damals der Ein- und Verkaufsverein Grimmen, einer der größten seiner Art in ganz Deutschland. Von diesem übernahm der Direktor des Vereins Hugo Paul Krüger das Rittergut. Im Jahre 1991 wurde die Anlage privatisiert.

Raik Mielke

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