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De Fischer un sin Hering

Zempin De Fischer un sin Hering

Die Möwen warten auf ihr Frühstück und die Männer auf ihren Fang. Über dem Fischerboot begleiten die kreischenden Federtiere Fischer Friedhelm Schmidt aus Zempin bei der Arbeit.

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René Woischwill bugsiert die Heringsnetze per Hand in den Fischwagen. Von dort aus geht es nach oben zu den Salzhütten.

Quelle: Fotos: Hannes Ewert

Zempin. Die Möwen warten auf ihr Frühstück und die Männer auf ihren Fang. Über dem Fischerboot begleiten die kreischenden Federtiere Fischer Friedhelm Schmidt aus Zempin bei der Arbeit. Jeder wittert einen kleinen kleinen Happen von der Ausbeute abzubekommen. Etwa eine Stunde nach dem Sonnenaufgang fährt Schmidt mit seinem Kollegen René Woischwilll an den Strand des kleinsten Ostseebades der Insel. Es ist etwas frisch, in der Nacht herrschten leichte Frostgrade. Auf Usedom ist die Heringszeit in vollem Gange. Seit etwa zwei Wochen fahren die beiden Männer jeden Morgen auf das Meer hinaus. Das Duo gehört zu den letzten verbliebenen Küstenfischern der Region. Auf Usedom ist diese Tradition mehrere Jahrhunderte alt.

OZ-Bild

Die Möwen warten auf ihr Frühstück und die Männer auf ihren Fang. Über dem Fischerboot begleiten die kreischenden Federtiere Fischer Friedhelm Schmidt aus Zempin bei der Arbeit.

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Der Hering kommt nachts nach oben, um Sauerstoff zu tanken.“Friedhelm Schmidt (61)

Seit knapp 43 Jahren arbeitet Friedhelm Schmidt in der Branche. „Man muss häufig rausfahren. Dann kann man auch sagen, ob es was zum fangen gibt“, sagt der Mann mit dem Rauschebart. Der gebürtige Zempiner l(i)ebt seinen Job, hat sogar ein Fischrestaurant mit aufgebaut. Routiniert und ohne viel Mühe puhlt der Usedomer die Heringe aus dem Netz und erzählt gerne Geschichten aus der Fischerei.

„Das Stellnetz hängt wie eine Gardine im Wasser. An der unteren Seite hängen kleine Blei-Gewichte“, erklärt er. Sechs Meter tief und rund 40 Meter lang sind die Maße eines Netzes. Vier Stück sind im Wasser verteilt. „Tagsüber schwimmt der Hering meist auf dem Grund entlang — zum Schutz für ihn, denn er kommt in großen Schwärmen. Sonst wird er ja von den Möwen gefressen. Nachts kommt er hoch, um Sauerstoff zu tanken. Der Hering ist ein Strömling. Der braucht viel Sauerstoff. Und da er nachts nach oben kommt, schwimmt er in unsere Netze“, erklärt Schmidt die tägliche Prozedur.

Es scheint nicht an jedem Tag die Sonne an den Zempiner Salzhütten. Die Arbeit der Heringsfischer ist ein Knochenjob. „Wir stehen hier auch bei Regen und Sturm und holen die Fische aus den Netzen.

Das ist nicht immer leicht“, betont der Mann im organgefarbenen Ölhemd. An diesem Morgen kommen sogar einige Urlauber vorbei und halten mit der Kamera auf die Fischer. Bereitwillig hält er die Fische in die Kamera.

Schmidt erzählt, dass der Job heute nicht mehr so gut bezahlt ist wie früher. „Nach der Wende waren hier noch zwölf Fischer in Zempin. Heute sind es nur noch drei. Die Fischer sterben aus, es fehlt der Nachwuchs“, bedauert er.

Das Klima zwischen den noch verbliebenen Berufsfischern ist kollegial. „Wir helfen uns aus. Manchmal passiert es, dass jemand einen Motorschaden auf dem Wasser erleidet. Das kommt vor, aber in der Situation hilft man sich. Wir sehen uns nicht als Konkurrenten. Jeder hat seine eigenen Abnehmer für den Fisch“, erklärt er.

Nur die von der EU verordneten Fangquoten für den Hering bereiten dem Fischer Sorgenfalten auf die Stirn. „Die Quoten werden immer niedriger. Wenn man in der Fischerei einsteigen will, muss man am besten ein Boot mit der dazugehörigen Quote übernehmen. Sonst wird es ziemlich schwer“, sagt er.

Am Nachmittag fahren die Fischer erneut raus. „Die Stellnetze müssen ja wieder verteilt werden. Sonst haben wir morgen kein Fisch“, sagt Schmidt. Bis Freitag wird der Zempiner jeden Tag hinaus fahren. „Dann habe ich meine Heringsquote erfüllt und warte auf Barsch und Zander.“

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Thomas Gens: Das ist nachhaltige Fischerei! Warum wird gerade dieser Hering aus Stellnetzen nicht zertifiziert? Nur deshalb bekommen die „kleinen“ Fischer weniger Geld für den Fang!

Die „große“ Schleppnetzfischerei

hingegen ist zertifiziert und hat somit den besser bezahlten Absatz! Diese

Politik ruiniert einen gesamten Berufsstand im Land. Die Küstenfischerei ist wichtig für Einwohner und Tourismus!

Steffan Brandenburg: „Durfte“ ich

als Kind auch machen. Kalt, Nass

und Glitschig. Habt Achtung vor

diesen Männern und ehrt ihre Arbeit.

Heidi Kyriakopoulos: Ja da lauft einen das Wasser im Munde zusammen. Habe schon viele Jahre nicht mehr

so einen leckeren Hering gegessen.

Corinna Schmidt: Durfte als Kind

in Freest auch „mithelfen“.

Von Hannes Ewert

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