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Denkmalgeschützte Villa am Knieperteich steht zum Verkauf

Stralsund Denkmalgeschützte Villa am Knieperteich steht zum Verkauf

Auf dem Hof der Friedrich-Engels-Straße 28 ist ein Neubau geplant

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Das Gebäude Friedrich-Engels-Straße 28 ist ein Einzeldenkmal. Nach dem Auszug der Volkshochschule Vorpommern-Rügen, der Ende Juni geplant ist, soll das Haus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verkauft werden.

Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund. Für 800 000 Euro bietet die Stralsunder Liegenschaftsentwicklungsgesellschaft (LEG) eine Villa in der Friedrich-Engels-Straße 28 zum Verkauf an. „Ja, wir sind gegenwärtig in der Vermarktung und suchen einen Interessenten“, sagt LEG-Geschäftsführer Gerd Habedank zu dem Haus am Knieperteich, das auf der Denkmalliste steht. Es gebe zwar bereits Verhandlungen mit Bewerbern, aber der Prozess sei noch nicht abgeschlossen. „Denkbar ist hier ein Wohn- und oder Geschäftshaus“, erklärt Habedank zur Zukunft des Gebäudes, in dem sich jetzt noch die Volkshochschule Vorpommern-Rügen befindet.

Der Mietvertrag laufe Ende April aus. Neue Räume für die Bildungseinrichtung des Landkreises werden gerade in der Passage am Bahnhof hergerichtet. Allerdings gibt es dort derzeit Verzögerungen bei den Umbauten, wie Vize-Landrat Manfred Gerth bestätigt. „Der Umzug ist jetzt Ende Juni geplant. Wir hoffen, dass nicht noch etwas Unvorhergesehenes passiert und wollen das schaffen“, versichert Gerth. Die LEG habe signalisiert, dass eine Verlängerung des Mietvertages möglich sei, das müsse man nun noch endgültig abstimmen.

Indes sieht Habedank für das Hauptgebäude mit einer Fläche von 420 Quadratmetern die unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten, die allerdings zur Gegend passen sollten.

Es komme ganz auf die Fantasie des Käufers an. Habedank kann sich im Erdgeschoss eine Arztpraxis, eine Anwaltskanzlei oder einen Steuerberater ebenso vorstellen, wie eine Physiotherapie oder ein Fotoatelier – und darüber Wohnungen. Oder aber auch komplett die Nutzung als Wohnhaus. Der Käufer entscheide schließlich, ob er die Villa, so wie sie jetzt steht, nutzen möchte oder ein Umbau in Angriff genommen wird.

Vor zwei Jahren sei ein neues Dach und eine neue Heizung eingebaut worden. „Das Haus ist also in Ordnung“, so Habedank.

In einer „zweiten Phase“ sei dann die Errichtung eines Neubaus mit drei Eigentums-Wohnungen auf dem Hofgelände – dort wo sich jetzt noch ein Nebengelass und Parkplätze befinden – vorgesehen. Das Wohnhaus soll mit einem begrünten Flachdach und einer so genannten Dachlaterne ausgestattet werden, was der obersten Wohnung mit einer Fläche von rund 160/170 Quadratmetern und super Ausblick zu besonderer Attraktivität verhelfen dürfte. Die Dachlaterne, die man sich wie einen Wintergarten vorstellen muss, ist über eine Treppe von der Wohnung im zweiten Obergeschoss erreichbar. Die darunterliegenden Wohnungen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sollen rund 130 Quadratmeter groß sein.

Die Baugenehmigung von der Stadt liegt laut Habedank bereits vor. „Gegenwärtig sind wir dabei, das Projekt fertigzustellen. Das bedarf noch einiger planerischer und rechtlicher Vorbereitungsarbeiten“, sagt Habedank, der sich zum zeitlichen Rahmen nicht weiter äußern wollte. Am Ende hänge der Baubeginn auch davon ab, wann der ehemalige Sitz der Volkshochschule dann endgültig verkauft ist.

Von der Taubstummenanstalt bis zur Pestalozzi-Schule

Das Gebäude in der Friedrich-Engels-Straße 28 wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und war zunächst im Besitz eines Bürgers Namens Holtz. Später kaufte es Dr. Rudolf Brügmann, Lehrer am Realgymnasium, wie Stadthistoriker Dr. Andreas Neumerkel berichtet.

Am 21. September 1893 wurde das Haus für 36000 Reichsmark an die Stadt verkauft. Im Jahr 1896 zog die Taubstummenanstalt, die älteste Pommerns, ein. Im Erdgeschoss befanden sich drei Klassenräume, das Handarbeits- und das Lehrerzimmer. Im ersten Obergeschoss war die Dienstwohnung des Vorstehers. Die Anstaltsvorräte, Kleidung und Bettwäsche wurden unterm Dach gelagert.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte ein evangelisches Waisenheim in dem Haus seinen Platz.

Ende Juni 1932 zog die Hilfsschule der Stadt ein, die sich bis dahin in der Langenstraße befunden hatte. Das Haus wurde auf Vordermann gebracht. Die historischen Quellen sprechen vom Einbau von zwei großen Badewannen, lustigen Bildern an den Wänden, Blumen an den Fensterscheiben und einem großen Schulhof mit einem Garten, Obstbäumen und Gemüsebeeten. Neben der Pestalozzi-Schule war in dem Haus zu DDR-Zeiten auch die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung untergebracht.

Nach einer Sanierung durch die Liegenschaftsentwicklungsgesellschaft, die 3,1 Millionen Mark kostete, mietete sich 1995 die Volkshochschule ein.

Marlies Walther

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