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Depressionen in Greifswald nehmen zu

Greifswald Depressionen in Greifswald nehmen zu

Und Frauen schleppen sich eher krank zur Arbeit als Männer / Unter anderem das zeigt der DAK-Gesundheitsreport

Greifswald. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände haben in Greifswald deutlich zugenommen: Im Jahr 2015 stiegen die Krankentage mit solchen Diagnosen im Vergleich zum Vorjahr um 61 Prozent. Das zeigt der Gesundheitsreport, den die Krankenkasse DAK jedes Jahr für ganz Deutschland erstellt.

 

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Wenn ich krank sein sollte, was ich sehr selten bin, gehe ich trotzdem zur Arbeit. Einfach, weil es keinen Ersatz für mich gibt.“ Christian Reitzig (29) aus Greifswald arbeitet als Diätkoch.

Quelle:

Der Gesundheitsreport

5000 Beschäftigte in ganz Deutschland wurden für den Gesundheitsreport befragt.

53 von 1000 Arbeitnehmern waren im Schnitt an jedem Tag im Jahr 2015 in Greifswald und im Kreis krankgemeldet.

49 von 1000 Arbeitnehmern waren es in Stralsund, 45 in Rostock und auf der Insel Rügen.

„Alarmierend“, nennt Robert Drews, Chef der DAK-Niederlassung in Greifswald, diese Zahl. Zwar könne man aus dem Report nicht herauslesen, wieviele Greifswalder an psychischen Erkrankungen litten und wie lange sie im Schnitt ausfielen. Aber die Zahl der Fehltage mit solchen Diagnosen pro 100 Versicherte lege nahe, dass mindestens 20 bis 30 Fälle hinzukamen. „Das ist nicht wenig.“

Überhaupt scheinen die Arbeitnehmer in Greifswald und dem Kreis Vorpommern-Greifswald öfter oder länger krank zu sein als die Kollegen im Landesdurchschnitt: Während in unserer Region an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern im Schnitt 53 krankgeschrieben waren (5,3 Prozent), waren es in ganz MV im Schnitt nur 4,9. Die meisten Krankentage gab es im Ueckerrandowkreis (5,8 Prozent), die wenigsten in Rostock, auf Rügen und im Landkreis Vorpommern-Rügen (je 4,5 Prozent).

Über die Ursachen sagt der Gesundheitsreport nichts. „Man kann nur mutmaßen, was vielleicht dahinter steckt“, sagt Drews: „Die Arbeitsverdichtung, Stress in der Familie, zu wenig körperlicher Ausgleich . . .“ Entscheidend sei auch, wie Beschäftigte mit den Anzeichen einer Erkrankung umgingen.

Der Befragung zufolge schleppen sich Frauen in MV häufiger als Männer zur Arbeit, wenn sie sich eigentlich krank fühlen. So erklärten 77 Prozent der befragten Frauen in MV, sie seien im Jahr 2015 mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen, von den Männern sagten das nur 45 Prozent. Als Hauptgründe gaben die Frauen an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (79 Prozent), dass sie trotz Beschwerden arbeitsfähig gewesen sein (66,1 Prozent) oder dass sie ihre Arbeit fertigstellen müssten (61 Prozent).

„Verständlich ist so eine Bauchentscheidung zwar“, sagt Robert Drews. „Aber wenn man es logisch durchdenkt, kommt man eher zu dem Schluss: Ich bleibe zu Hause und erhole mich.“ Denn wer etwa mit einer schweren Erkältung ins Büro gehe, arbeite schlechter, stecke vermutlich Kollegen an und lande im schlechstesten Fall auch noch mit einer ernsthaften Diagnose in der Klinik. „Dann fehlt er erst recht. Wem ist damit geholfen?“

Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigt der Report auch bei der Art der Krankheiten. Männer erkranken viel öfter am Herz-Kreislauf-System als Frauen: die entsprechenden Krankentage in Greifswald sind um 81 Prozent höher. Hingegen leiden Frauen öfter (plus 37 Prozent) an psychischen Erkrankungen.

Auch bei den Krebsleiden liegen die Fehltage von Frauen mit 17 Prozent über denen der Männer, was am vergleichsweise frühen Auftreten von Brustkrebs liegen könnte. „Betroffene Frauen stehen da oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Drews. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern dagegen, der Prostatakrebs, trete meist erst ab etwa 60 auf. Und nur Berufstätige würden im Report erfasst.

Nach wie vor sind Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Bandscheiben- oder Knieprobleme übrigens der häufigste Grund für Krankmeldungen in Greifswald. Für fast jeden fünften Fehltag sind sie die Ursache.

Sybille Marx

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