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Dersekow: Kinder an die Kochlöffel!

Dersekow Dersekow: Kinder an die Kochlöffel!

Wie war das nochmal mit dem Mehl? Anna-Lena überlegt. „Also, es gibt da verschiedene Sorten“, sagt die Drittklässlerin der Grundschule Dersekow.

Dersekow. Wie war das nochmal mit dem Mehl? Anna-Lena überlegt. „Also, es gibt da verschiedene Sorten“, sagt die Drittklässlerin der Grundschule Dersekow. „Die eine ist weiß, bei den anderen Sorten sieht man so Punkte...“Aber was das nun mit gesunder oder vollwertiger Ernährung zu tun hat... Klassenkamerad Tayler springt ihr bei: „Von dem weißen Mehl wird man nicht satt, von dem anderen schon“, sagt der Neunjährige.

Es ist eine von mehreren Faustregeln, die die Schüler der Klassen 3a und b in Dersekow in den vergangenen vier Wochen gelernt haben, im Projekt „aid Ernährungsführerschein“. Seit 2014 bietet Ernährungsberaterin Anke Nautsch vom Landfrauenverband MV diesen deutschlandweit laufenden Kurs an Grundschulen der Region an. Acht Einrichtungen haben mitgemacht, die Dersekower gerade zum dritten Mal.

Das Ziel das Projekts: Kindern Lust zu machen auf frisches Essen, den natürlichen Geschmack der Dinge, auf Kochen und alles, was damit zu tun hat. „Die Kinder sollen lernen, die Lebensmittel zu nutzen, die in der Saison da sind, und zwar mit möglichst wenig Aufwand“, erklärt Anke Nautsch. Manche Eltern griffen leider ganz unreflektiert auf Fertiggerichte zurück. Aber wenn Kinder den Unterschied ausprobierten, etwa zwischen einem Quark mit frischen Kräutern und einem gekauften Kräuterquark, kämen die meisten ganz intuitiv zu dem Schluss: „Frisch schmeckt einfach besser.“

Der Aufwand für solche und viele weitere Erkenntnisse ist allerdings hoch: Vier Stunden jede Woche kam Anke Nautsch zu den Drittklässlern in die Schule, erklärte ihnen Dinge wie die Ernährungspyramide, den Unterschied zwischen Körnerbrot und Weißbrot, welches Gemüse wann und wo wächst, wie man in der Küche auf Hygiene achtet oder ein kleines Essen appetitlich präsentiert. In zwei weiteren Stunden tischten die Klassenlehrer ihren Schülern Stoff zum Thema auf.„Das Projekt war ein voller Erfolg“, schwärmt Ursula Hirt, Klassenlehrerin der 3b, nun. „Die Kinder haben so viel gelernt!“Jede theoretische Einheit sei mit etwas Praktischem verbunden worden. „Und das Tolle ist, dass sich dieses Projekt wirklich nach Hause trägt.“ Mit ihren Eltern hätten die Kinder Gerichte nachgekocht, seien so über das Thema ins Gespräch gekommen.

Dinge wie die Ernährungspyramide fanden Tayler und Anna-Lena besonders spannend — jene Grafik, die empfiehlt, wovon man pro Tag wieviel essen sollte. Von Gemüse zum Beispiel mehr als von Zucker oder Fett. „Aber es ist schwer, sich daran zu halten“, glaubt Tayler. Und Anna-Lena erklärt: „Kinder stehen ja auf Süßes.“

Dass süß aber auch ein Obstsalat sein kann — unter anderem das bewiesen die Schüler bei ihren Abschlussbuffets diese Woche. Gegenseitig tischten sie sich in einer Pause Nudel- und Obsalat auf, Knabbergemüse, frischen Kräuterquark und lächelnde Brotgesichtern. Servietten falteten sie zu Fächern und Booten, jeden Tisch im Speiseraum ihrer Schule dekorierten sie mit Blumen. „Manche, die reinkamen, hatten den Mund offen, die haben so gestaunt“, erzählt Anna-Lena. Und am Ende gab‘s für alle den Ernährungsführerschein, ein Heft, das ihnen erste Kompetenzen in der Küche bescheinigt. Für Ursula Hirt ist klar: Wenn möglich, sollte das Projekt nächstes Jahr wieder in Dersekow laufen, „zumal es teamfördernden Charakter hat“. Die Finanzierung ist aber noch unklar. Bis 2015 hatte der Bund es in ganz Deutschland bezuschusst, in diesem Jahr sprang in Vorpommern die Bürgerstiftung Vorpommern ein. „Wir hoffen, dass es nächstes Jahr wieder Sponsoren gibt“, sagt Ursula Hirt. Dann lächeln im Speisesaal wieder die Brotgesichter.

Von Sybille Marx

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