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Grimmen Deyelsdorf will nicht fusionieren
Vorpommern Grimmen Deyelsdorf will nicht fusionieren
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00:00 11.09.2018
Deyelsdorf

Die Fusion zwischen Grammendorf, Deyelsdorf und Tribsees scheint erstmal vom Tisch. Deyelsdorf nimmt die Finger vom Strang der „Hochzeitsglocke“ für eine kommunale „Heirat“. Eigentlich sollten dafür – ganz offiziell – Verhandlungen mit den Nachbarn in Grammendorf aufgenommen werden. Das sah eine Beschlussvorlage vor, die in jüngster Sitzung der Deyelsdorfer Gemeindevertreter zur Disposition stand. Doch die Vorlage wurde gar nicht beraten. „Wir haben diesen Punkt gestrichen“, sagt Bürgermeisterin Sandra Boy. „Es hätte nichts gebracht. Das Thema ist für uns vom Tisch.“

Gemeindevertreter nehmen Beschlussfassung über Verhandlungen für kommunalen Zusammenschluss von der Tagesordnung

Die Diskussion über eine Fusion und eine möglichst schnelle sei zuletzt überhitzt gewesen, so Sandra Boy. In der eigenen Gemeinde habe es dazu mit Einwohnern aber gute Gespräche gegeben, betont sie.

„Das Ergebnis dieser war jedoch, dass derzeit nicht der Wunsch für eine schnellen Fusion besteht“, erklärt sie und begründet: „Bei einer Fusion mit Grammendorf wäre die Gemeinde doppelt so groß, müsste aber aufgrund der zu geringen Einwohnerzahl weiterhin durch einen ehrenamtlichen Bürgermeister verwaltet werden.“

Etwas ernüchtert reagiert Udo Peters auf die Nachricht, dass Deyelsdorf die Fusion abgehakt hat. Auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG erklärte der Gramendorfer Bürgermeister: „Ich finde es alles ein wenig unverständlich. Am Anfang waren alle sehr euphorisch und positiv eingestellt hinsichtlich einer möglichen Fusion. Darum habe ich diese auch angeschoben. Jetzt ist die Stimmung plötzlich gekippt.“

Auslöser für diesen Stimmungsumschwung dürfte die Juli-Sitzung der Gemeindevertretung in Grammendorf selbst gewesen sein. Nachdem seit Jahresbeginn mit den Nachbarn – allerdings nur hinter verschlossenen Türen – „angebandelt“ wurde, sollte nach einer zu dieser Sitzung zum Beschluss eingereichten Vorlage „zielführend an einer Fusion ausschließlich mit der Stadt Tribsees“

weitergearbeitet werden. Der Beschluss wurde nicht gefasst, denn Einwohner stiegen auf die Barrikade. Sie übten harrsche Kritik, fühlten sich nicht mitgenommen und einbezogen (die OZ berichtete).

Udo Peters ist nach wie vor der Meinung, dass eine Fusion auf kurz oder lang absehbar und unumgänglich ist. „Die Einwohnerzahlen gehen zurück, die Verwaltungskosten steigen zugleich. Durch den Verkauf von Neubaublöcken konnten wir vorerst Geld in die Kassen spülen. Dies verschafft uns etwas Luft für die nächsten Jahre. Mehr aber auch nicht“, betont er.

Der Grammendorfer Bürgermeister bringt erneut die derzeit hohe Fusionsprämie ins Spiel. Hätte man sich beispielsweise mit Deyelsdorf einigen können, hätten rund 400000 Euro „Hochzeitsprämie“ vom Land gewunken, erläutert Peters. Mehr hätte es nur bei einer Fusion mit Tribsees oder eben bei einem Zusammenschluss mit mehreren Gemeinden gegeben.

Thomas Molkentin schildert den Sachverhalt anders. „Wir haben von Grammendorfs Bürgermeister eine Mail bekommen, dass die Gemeinde nicht mehr fusionieren möchte. Wir nehmen diese Nachricht jetzt so hin, bedauern es, bleiben aber weiter für Gespräche offen, weil wir die Chancen einer Fusion sehen“, so der Bürgermeister von Tribsees. Er sieht die im Vorfeld mangelnde Kommunikation mit den Bürgern Grammendorfs als Hauptproblem. „Man hätte es besser vorbereiten können, Vereine und Organisationen mit ins Boot holen“, findet Thomas Molkentin.

Lukrative Fusion

Die Gemeinde Grammendorf will fusionieren, unter anderem aus finanziellen Gründen.

Eine Fusion mit Tribsees wäre am lukrativsten. Es würde eine mögliche Fusionsprämie von 600 000 Euro winken.

Weniger Geld würde es bei einer Fusion mit einer der kleineren Nachbargemeinden Deyelsdorf, Glewitz, Süderholz oder Gransebieth geben.

Eine Fusion mit Deyelsdorf hätte rund 400 000 Euro gebracht.

Raik Mielke

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