Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Die Burg war einst von Wasser geschützt

Turow Die Burg war einst von Wasser geschützt

Die Fundamente stammen aus dem 12. Jahrhundert / Heute gibt es dort vegetarische Urlaube

Voriger Artikel
Erneut Dieselklau von Baustelle
Nächster Artikel
Vier Verletzte nach Auffahrunfall

Die Aufnahme aus dem September 1995 zeigt, wie die Wasserburg in Turow damals umfassend saniert wurde. Anschließend wurde sie als Freizeit- , Kultur - und Bildungstätte der Kirche genutzt.

Quelle: Foto: Archiv Der Ostsee-Zeitung

Turow. „Wenn die Sonne auf das terrakottafarbene Mauerwerk der Burg in Turow scheint, erstrahlt das geschichtsträchtige Bauwerk in seiner vollen Schönheit“, findet Besitzerin Anna Barkow.

OZ-Bild

Die Fundamente stammen aus dem 12. Jahrhundert / Heute gibt es dort vegetarische Urlaube

Zur Bildergalerie

In der OZ-Serie „Denkmäler unserer Region“ stellen wir Ihnen heute die Wasserburg in Turow vor.

In dem kleinen Örtchen der Gemeinde Glewitz hat die Denkmalschutzbehörde lediglich diese mehrere Jahrhunderte alte Burg gelistet. Hinter den dicken Mauern verstecken sich viele spannende Geschichten und seit wenigen Monaten auch ein überaus interessantes Erholungskonzept. „Abseits der großen Straßen, eingefriedet in vier Hektar Park und umgeben von wunderschönen, weitläufigen Grünflächen, Wäldern und uralten Eichen kommt man hier zur Ruhe und findet Entspannung“, findet Burgherrin Anna Barkow. Seit September 2014 gehört ihr die Wasserburg. „Ich war damals mit meinem Mann auf der Suche nach einem Ort, wo man Menschen für eine gewisse Zeit aufnehmen kann und an dem sie sich erholen können“, erklärt die überzeugte Christin und sieht in der Wasserburg optimale Bedingungen. „Unser Motto lautet ’Back to the roots’. Dahinter verbirgt sich ein gesunder Lebenstil mit leckerer vegan-vegetarischer Vitalkost“, erklärt sie. Das Klientel, welches sich für einen Aufenthalt in der Wasserburg entscheidet, ist sehr unterschiedlich. „Zu uns kommen Schulklassen genauso wie Familien, aber auch Leute, die sich eine Auszeit nehmen wollen“, erklärt sie. Sie können hier Workshops oder einfach entspannende Tage durchführen und erleben. Zudem können Gäste viel über die Permakultur erfahren, die auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen abzielt.

„Das Wichtigste ist uns aber, dass die Burg und das schöne Gelände für die Bevölkerung zugänglich sind. Die Burg hat so eine lange Geschichte und gehört einfach den Menschen in der Region und vielen Besuchern“, findet Anna Barkow.

Und die Gesichte der Burg reicht wirklich weit zurück. Die Fundamente der Wasserburg stammen aus dem 12. Jahrhundert. „Sie steht auf einer leichten Erhebung, versteckt hinter den großen Bäumen einer Parkanlage, die im 18. Jahrhundert gestaltet wurde“, beschreibt Anna Barkow und weiß zu berichten, dass das Bauwerk früher komplett von Wasser umgeben war. Der winzige Burghof der Dreiflügelanlage wird durch eine Mauer mit einer kleinen Pforte, die ein Türmchen mit einer Glocke trägt, abgeschlossen. „Vor allem die vielen alten Bäume machen den Charme in dem zirka acht Hektar großen Park aus“, findet die Burgherrin und sagt: „Wir wollen in diesem Jahr mal erforschen, was für alte Obstbäume hier alles stehen.“

Die denkmalgeschützte Burganlage war ursprünglich ein reiner Rittersitz. Aufgesiedelt wurde Turow in den 1920er-Jahren, vornehmlich von Interessenten aus Nordrhein-Westfalen. Die letzte Besitzerin, Alexandra von Ferber, lebte bis 1939 in Turow. Später war die Burganlage Eigentum der Landeskirchlichen Gemeinschaft, wurde gerne von kirchlichen Gruppen genutzt. Bevor Anna Barkow die Burg im September 2014 übernahm, war der Verein „Blaues Kreuz Groß Vielen“ der Träger der Wasserburg.

Blick in die Geschichte

Der Name Turow geht zurück auf das slawische Wort Tur, was Auerochse bedeutet. Demnach handelt es sich um eine alte slawisch-wendische Siedlung.

Die Fundamente der Wasserburg in Turow stammen aus dem 12. Jahrhundert.

Die rund acht Hektar große Parkanlage wurde im 18. Jahrhundert gestaltet. Dutzende alte Bäume befinden sich auf dem gesamten Anwesen verteilt.

Die Wasserburg ist ein schlichter Bau, der sich mit drei Flügeln um einen kleinen Hof gruppiert. Sie ist Teil einer alten, festungsartigen Anlage. Wälle und Gräben sind noch gut zu erkennen. Der Wallgraben umschließt mit einer Länge von 224 Metern und 176 Metern ein Rechteck von zirka vier Hektar. Die Wälle haben an den vier Ecken erhöhte Bastionen. Der winzige Burghof der Dreiflügelanlage wird durch eine Mauer mit einer kleinen Pforte, die ein Türmchen mit einer Glocke trägt, abgeschlossen.

Die Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals um- und ausgebaut und befindet sich heute in einem guten Erhaltungszustand.

Ein besonderes Highlight ist der Ahnensaal. Er besticht durch die Porträts der Besitzer der Wasserburg. In der kleinen Kapelle, die im 18. Jahrhundert entstand, fühlt man sich durch die Wandmalereien in die griechische Sagenwelt versetzt.

Besitzer der Burg und des Gutes waren bis 1409 Henricus Lüssow, bis 1636 die Bonows, bis 1719 Familie von Königsheim und schließlich die Familie von Ferber, in deren Besitz die Burg bis zum Tode Alexandra von Ferbers 1939 verblieb.

Alexandra von Feber vererbte die Burg dem Diakon Heinrich Neumann, der sich seit 1926 um den Erhalt der Burg und des Inventars kümmerte. Er übergab 1957 die Burg und den Park in kirchlichen Besitz.

Anfang der 1990er-Jahre wurde die Wasserburg in Turow grundsaniert.

Seit September 2014 ist Anna Barkow die Eigentümerin der Anlage. Sie nutzt die Burg als Erholungsheim und setzt auf einen nachhaltigen Gartenbau.

Quellen Internet: http://www.gutshaeuser.de/burgen_festungen/wasserburg_turow Peter Tiede: Die „Wasserburg Turow“ - eine kleine Chronik.

Internet: https://www.lk-vr.de/Kreisportrait/Denkmale/Denkmalliste

Raik Mielke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grimmen
Walter Scholz erzählte zu den historischen Aufnahmen zahlreiche Geschichten, die sich am Rande der Feste abspielten.

„Treffpunkt Europas“: 60 Besucher lauschten gestern dem Bildervortrag von Walter Scholz

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Grimmen
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.