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Grimmen Die Links-Fraktion will mehr medizinische Versorgung
Vorpommern Grimmen Die Links-Fraktion will mehr medizinische Versorgung
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12:40 11.03.2018
Armin Latendorf (Die Linke) ist Stadtvertreter in Grimmen. Quelle: Foto: Philip Schülermann
Grimmen

„Ein Kardinalproblem in Grimmen ist die Wagenburgmentalität.“ Damit findet Armin Latendorf (Linke) deutliche Worte für das, was seiner Ansicht nach in der Trebelstadt verkehrt läuft. Die Stadt gucke nur auf sich – etwas, dass sich ändern müsse. Besonders wichtig sei ihm 2018 die Verbesserung der ärztlichen Versorgung in der Stadt.

6,5 Ärztestellen sind in Grimmen unbesetzt. „Das ärgert mich“, sagt Latendorf. Schon 2016 – während des Landtagswahlkampfes – habe die Linke dazu einen Antrag eingereicht. Die Verwaltung sollte Möglichkeiten eines Versorgungszentrums prüfen. Geschehen sei nichts, bemängelt Latendorf. „Das brennt unter den Nägeln.“ Ärzte könnten dort beispielsweise angestellt sein, müssten nicht den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Latendorf sieht darin eine mögliche Verbesserung der medizinischen Versorgung. Aber die Unterlagen würden in der Schublade vermodern, sagt er achselzuckend.

Natürlich sei oftmals Kritik angebracht, in einer Oppositionsrolle sieht der Kommunal- und Kreispolitiker die Linke in Grimmen aber nicht. Die Stadtvertretung arbeite für Grimmen – gemeinsam, über Fraktionsgrenzen hinaus. Und er lobt: „Die CDU macht eine gute Personalpolitik.“ Beim Haushalt ist er indes anderer Meinung als die Christdemokraten. „Es gibt kein Defizit.“ Aus 2016 sei Grimmen trotz geplantem Minus mit einem Plus gekommen – 100000 Euro, statt eines Defizits von 2,6 Millionen Euro. Latendorf geht nicht davon aus, dass die Abrechnung für 2017 anders aussehen wird. Mit Spannung erwartet der Stadtvertreter das Ergebnis Mitte dieses Jahres. Als das Land zu Veranstaltungen zu Kreisumlage und Finanzausgleichsgesetz geladen hatte, sei von der Stadt Grimmen niemand hingegangen. „Dort geht es um Geld. Wenn man sich nicht einbringt, kann sich auch nichts ändern. Die Kreisumlage ist zu hoch, aber keiner fragt, warum“, kritisiert Latendorf. Und er würde sich mehr Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden wünschen.

Vorstoß mit Hindernis: Die Linke wollte etwas für das Gedenken an ermordete Juden tun, zum Beispiel Gedenktafeln oder Stolpersteine in der Stadt platzieren. „Der Antrag ist durchgegangen“, so Latendorf. Aber – wie bei der ärztlichen Versorgung – es passiere nichts. Um Geld gehe es nicht, „es dauert einfach zu lange“. In diesem Jahr soll es soweit sein.

2018 muss sich aus Sicht der Grimmener Linken das Stadtbild verändern. „Gut, dass wir es angegangen sind, dass die Schandflecken wegkommen“, findet Latendorf. Gutsgold-Ruine, alte Ziegelei und das ehemalige Altersheim, nennt er und mahnt zu Vorsicht. Ein Abbruch könne schnell viel Geld kosten – mehr als geplant. Denn noch wisse niemand, auf welche Umweltsünden der DDR man stoße. Dass es nicht teurer wird als geplant, da ist Latendorf „nicht so optimistisch“. Aber zweifellos: Die Ruinen müssen weg.

Auch, wenn sie verschwinden, einige Probleme bleiben – und sind auch 2018 nicht zu lösen. „Gewerbe anzusiedeln wird schwer“, sagt Latendorf. Als Standort sei Grimmen nicht attraktiv genug, denn die Kaufkraft fehle, und der Tourismus reiche auch nicht bis in die Trebelstadt. „Der Bevölkerungsschwund wird weitergehen.“ Bauland gebe es genug, Wohnungen auch, aber „ob die Qualität reicht, ist fraglich“, so Latendorf. Die CDU sagt, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) wolle investieren. „Ich frage mich wovon.“ Auch deshalb steht für ihn oben auf der Liste, die GWG zu sanieren.

„In der Betriebsführung muss sich was ändern“, so Armin Latendorf. Auch personell.

Stadtvertretung

3 Fraktionen sitzen in Grimmens Stadtvertretung: CDU, SPD und Die Linke.

Die CDU bildet die größte Fraktion (14 Sitze), gefolgt von der Linken (fünf Sitze). Die SPD bekam nach den letzten Kommunalwahlen zwei Sitze.

Stadtpräsident ist der Wirtschaftsminister von MV, Harry Glawe (CDU).

Die drei Parteien stellen in der OSTSEE-ZEITUNG nacheinander ihre Ideen für 2018 vor.

Philip Schülermann

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