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OZ-Schulnavigator in Viermorgen: Das Fachgymnasium im Test Die eigenen Fähigkeiten entdecken

Schüler wählen bestimmten Fachbereich / Spezialisierung bereitet auf späteres Studium vor

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Florian Radke, Jule Bigalke, Verena Methner, Jennifer Lüth, Sophie Schwetzko, Laura Ranisch und Lukas Neubert (v. l.) besuchen das Stralsunder Fachgymnasium. FOTOS (6): MIRIAM WEBER

Stralsund. Bei einer Sache sind sich alle Fachgymnasiasten einig: „Die verschiedenen Fachrichtungen bieten uns einen leichteren Einstieg in ein Studium oder eine Lehre nach unserem Abitur“, ist Willem Krüger überzeugt. Der 19-Jährige besucht die 12. Klasse des Fachgymnasiums, das zum Regionalen Beruflichen Bildungszentrums des Landkreises Vorpommern-Rügen gehört.

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Schüler wählen bestimmten Fachbereich / Spezialisierung bereitet auf späteres Studium vor

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Profil: Spezielle Fachbereiche

Die Schüler des Fachgymnasiums, das sich in der Lübecker Allee 4 in Viermorgen befindet, können sich im Vorfeld für einen bestimmten Fachbereich mit beruflichen Schwerpunktfächern entscheiden. Das sind Wirtschaft mit Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Technik mit Elektrotechnik und Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunktfach Pädagogik und Psychologie.

Abitur nach 13 Jahren

An das Fachgymnasium gehen Schüler, die bereits den Abschluss der Mittleren Reife in der Tasche haben. Nach weiteren drei Jahren Unterricht in einem spezifischen Fachbereich erhalten sie nach erfolgreich abgelegten Abiturprüfungen die Allgemeine Hochschulreife.

Lehrer: Ständige Fortbildungen

Die 27 Lehrer des Fachgymnasiums unterrichten 225 Schüler in neun Klassen. Das Fachgymnasium ist seit August 2014 Seminarschule. 14 Lehrer wurden dort für das Lehramt an beruflichen Schulen erfolgreich ausgebildet. Gegenwärtig absolvieren drei Referendare ihre Ausbildung. Die jährliche schulinterne Fortbildung findet unter dem Themenschwerpunkt „Gesunde Schule“ statt.

Austausch: Blick über die Grenzen

Schüler und Lehrer leben das Motto „Bildung baut Brücken“ unter anderem mit verschiedenen Austauschprogrammen. Unter anderem hat das Fachgymnasium Kooperationen mit einer kroatischen und einer lettischen Schule. Bis zum Jahr 2018 nehmen die Mädchen und Jungen am Erasmus-Projekt „Junior Companie“ mit Partnerschulen aus Polen, Rumänien und Österreich teil.

Wettbewerbe: Planspiel Börse

Traditionell nehmen die Schüler des Fachgymnasiums an verschiedenen Wettbewerben teil. Seit 1995 gehören sie zur Stammbesetzung des „Planspiels Börse“, bei denen immer gute Platzierungen erreicht werden. Zur festen Größe gehört die Teilnahme am „Deutschen Gründerpreis für Schüler“, an dem auch in diesem Schuljahr wieder 30 Schüler ihre Ideen eingereicht haben.

Das Motto der Schule, die sich in Viermorgen befindet, prangt vor der Eingangstür: Bildung baut Brücken. Und das in alle Richtungen, wie Dörte Schulze erklärt, die bis zum 31. März kommissarische Schulleiterin war. „Unsere Schüler, die nach der 10. Klasse zu uns kommen, werden hier gut begleitet und gestützt, unsere Lehrer sind sehr engagiert. Allerdings“, fügt sie an, „erwarten wir auch einiges von den jungen Erwachsenen.“

Die Brücken am Fachgymnasium sind aber nicht nur zwischenmenschlicher Natur. Mit den verschiedenen Fachbereichen werden Brücken zu den möglichen späteren Berufsfeldern geschlagen. Zu den Fachbereichen der Schule gehören Wirtschaft, Technik und Gesundheit und Soziales. In jedes dieser Gebiete gehören so genannte berufliche Schwerpunktfächer, die gleichzeitig Abiturprüfungsfächer sind.

„Für den Bereich Gesundheit und Soziales sind das Pädagogik und Psychologie“, erklärt Annelie Korthase. Die 18-Jährige ist in der 13. Klasse und wird in diesem Jahr ihr Abitur ablegen. Sie strebt ein Lehramtsstudium an. Für Stefanie Haasler, die Englisch und Französisch unterrichtet, ein Zeichen dafür, „dass wir das scheinbar gut vorgelebt haben“, wie sie mit einem Lachen sagt. Denn es gäbe einige aus der Pädagogik-Richtung, die Lehrer werden wollen. „Für mich ist es immer erstaunlich zu sehen, was wir in den drei Jahren, in denen die Schüler bei uns sind, bei ihnen erreichen. Wie sie reifen und ihre Fähigkeiten entdecken. Es ist schade, dass wir nur diese drei gemeinsamen Jahre haben.“

Denn das ist ein wichtiger Punkt beim Fachgymnasium. „Zu uns kommen zwar Schüler, die die Mittlere Reife erlangt haben und das Abitur wird nach dem 13. Schuljahr abgelegt“, erklärt Dörte Schulze, „aber mir ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass das Abitur des Fachgymnasiums gleichwertig dem des normalen Gymnasiums ist.“

Doch Dörte Schulze legt auch einen Finger in eine Wunde: „Bei der Ausstattung der Schule ist noch mächtig Luft nach oben. Wir wollen keinen Stillstand, sondern Weiterentwicklung, deshalb ist es unser Wunsch, dass die Ausstattung entsprechend der heutigen Bedingungen verbessert wird.“ Aus Sicht der Schüler gibt es vor allem Positives über ihr Fachgymnasium zu sagen. „Mir gefallen die abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung und die zahlreichen Projekte“, sagt Willem, der im Fachbereich Wirtschaft sein Abitur ablegen wird. „Wir nehmen regelmäßig beim Gründerwettbewerb teil oder beim Planspiel Börse“, zählt er auf. Und das sogar ziemlich erfolgreich. Im Jahr 2008 wurden die Fachgymnasiasten aus Stralsund sogar Landessieger.

Auch an der Gründerwoche Deutschland sind traditionell Stralsunder Fachgymnasiasten am Start. In dieser Woche wird ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Dazu zählen zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Existenzgründung mit Workshops, Exkursionen in Betriebe der Region und Expertengespräche mit Existenzgründern. Oder es gibt auch einen schulinternen Fotowettbewerb zum Thema „Unternehmergeist“.

Nicht zuletzt schlagen die Fachgymnasiasten ihre Brücken mit Austauschprogrammen in andere Länder. Zu den Partnern zählten unter anderem Kroatien, Lettland und aktuell Polen, Rumänien und Österreich.

Sport: Wahlkurse ab Klasse 12

Ab der 12. Klasse wählen die Schüler jeweils für ein Halbjahr ihren Sportkurs. Sie können unter anderem aus Tanz, Badminton, Speedminton und Unihockey wählen. Das Fachgymnasium nimmt regelmäßig am Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ teil (Basket-, Fuß-, Hand- und Volleyball) und stellt sich beim Sportfest der Gymnasien im Wettkampf den anderen Schulen.

Miriam Weber

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