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Die erste Stunde gehört werdenden Muttis

Grimmen Die erste Stunde gehört werdenden Muttis

Frühlingszeit ist Flohmarktzeit. Besonders in der hiesigen Region folgen die „kleinen“ Basare „Rund um‘s Kind“ Schlag auf Schlag.

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Dichtes Gedränge herrschte beim Flohmarkt „Rund um‘s Kind“ des Grimmener Jugendfreizeitvereins an den Tischen.

Quelle: Anja Krüger

Grimmen. Frühlingszeit ist Flohmarktzeit. Besonders in der hiesigen Region folgen die „kleinen“ Basare „Rund um‘s Kind“ Schlag auf Schlag. Meist durchgeführt von Vereinen oder Elternbeiräten sind sie immer auch eine logistische Herausforderung.

In unserer Serie „Ein Tag bei...“ stellen wir in regelmäßigen Abständen verschiedene Berufe oder Tätigkeiten in hiesigen Betrieben oder Vereinen vor.

Hinter die Kulissen wollen wir dabei schauen und Menschen von ihrem Job berichten lassen.

Serie - heute:

Ein Tag beim

Flohmarkt

Nutzen haben gleich mehrere von solchen Märkten. Kommt ein Teil des Verkaufserlöses den entsprechenden Kindergärten oder Schulen zugute, können Eltern längst ausrangierte Kinderartikel zu Barem machen beziehungsweise für kleines Geld ihre Zöglinge neu einkleiden und mit neuem Spielzeug ausstatten.

Bevor sich die Türen zur Schnäppchenjagd nach gut erhaltener Kinderbekleidung, Spielsachen oder Babyausstattungen öffnen, sind bereits zahlreiche Arbeitsstunden von meist freiwilligen ehrenamtlichen Helfern geleistet worden. „Den Termin für den folgenden Flohmarkt legen wir meist schon beim vorherigen fest. Also im Herbst steht der Termin für‘s Frühjahr“, erzählt Antje Hagenstein. Sie gehört zum Organisationsteam, das erst kürzlich eine Verkaufsveranstaltung im Grimmener Kultur- und Ausstellungszentrum — der ehemaligen Petersilienbar — durchgeführt hat.

Während sich die Organisation vorab meist eingespielt hat, geht es zwei Tage zuvor richtig rund. „Saal einräumen, Sachen auspacken, sortieren und drapieren“, zählt Antje Hagenstein. „Hört sich banal an, ist aber, wie die Erfahrung zeigt, eine Mammutaufgabe“, fügt sie hinzu.

Knapp 100 „Verkäufer“ — Eltern, die ausrangierte Kinderartikel zum Schnäppchenpreis anbieten wollten — meldeten sich vorab für den Grimmener Jugendfreizeit-Flohmarkt an. Bereits am Donnerstagabend finden sich die ersten Helfer im Saal des Kultur- und Ausstellungszentrums ein, um Tische zu stellen. Nach drei Stunden buckeln ist der Verkaufsraum vorbereitet. Freitagabend, Punkt 17 Uhr, stehen die ersten Anbieter vor der Tür. Große Kisten und Wäschekörbe, vollgepackt mit Kleidung und Spielwaren, Kinderfahrräder, -wagen, -betten und vieles mehr, werden hereingetragen. Mittlerweile stapeln sich die Schnäppchenartikel. Im Verkaufsraum sind gleichzeitig zahlreiche Muttis emsig dabei, die Kleidungsstücke nach Konfektionsgröße zu sortieren und auf die entsprechenden Tischen zu verteilen.

„Inzwischen helfen hier nicht mehr nur Muttis von Kindern, die die Kita besuchen, sondern auch Omas und Eltern ehemaliger Kita-Kinder“, erzählt Antje Hagenstein. Sehr froh sei sie darüber, denn genügend Helfer zusammen zu bekommen, sei immer wieder aufs Neue schwierig. Aber es funktioniert — kürzlich bereits zum 13. Mal. 21.30 Uhr sei zumindest der Saal vorbereitet gewesen für den Verkaufstag. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Freiwilligen nicht. Bereits am Vormittag um 10.30 Uhr des Verkaufstages trudeln sie wieder im Kultur- und Ausstellungszentrum ein, das dem Rassegeflügelzuchtverein „1877 Trebeltal“ Grimmen gehört. Diesmal sind es nicht nur — vorrangig — Frauen, sondern auch sämtliche Erzieherinnen der Grimmener Jugendfreizeit-Kita „Villa Kunterbunt“

sind da, um die Organisatoren des Flohmarktes zu unterstützen.

Allen voran Ellen Schulzendorf. Für die Leiterin der Einrichtung ist es die erste derartige Veranstaltung. „Ich finde es toll, dass alle Kolleginnen helfen“, sagt sie begeistert von ihrem Team.

Während in der Küche von zwei Damen der Waffelteig vorbereitet wird, bauen zwei Erzieherinnen das Kuchenbüfett auf. Kurz vor 12 Uhr dann noch einmal eine kurze „Lagebesprechung“. Derweil stehen schon die ersten Schnäppchenjäger vor der Tür. „Die erste Stunde gehört immer den werdenden Muttis“, erzählt Antje Hagenstein. Ihnen wolle man ermöglichen, in Ruhe stöbern zu können. Und so laufen die ersten 60 Minuten relativ entspannt — sowohl für die Käufer als auch für die vielen Jugendfreizeit-Helfer. Zwischen 13 und 16 Uhr geht es dann aber rund. Im Verkaufssaal drängen sich die Schnäppchenjäger an den Tischen, um danach an den beiden Kassen anzustehen und am Kuchenbüfett gehen die von Eltern gebackenen Kuchen und die Waffeln weg wie warme Semmeln. Kleine „Zwischenfälle“ wie ein kaputter Taschenrechner oder ein Kaffeeengpass gehören auch dazu.

Um 16 Uhr schließlich verlässt der letzte Kunde das Gebäude. Den „fleißigen Bienen“ aber bleibt nur eine kurze Pause zum Durchatmen. Die Tische im Saal gleichen kleinen Schlachtfeldern. Alle übrig gebliebenen Sachen müssen wieder den entsprechenden Verkaufsnummern zugeordnet werden. Derweil haben sich zwei Frauen für die Abrechnung zurückgezogen. Innerhalb von drei Stunden ist der Saal leer und die Verkäufer stehen abermals vor der Tür. Diesmal, um ihr nicht verkauftes Hab und Gut wieder entgegen zu nehmen, aber auch um ihren Verkaufserlös einzusacken. „15 Prozent vom Flohmarkt-Umsatz gehen an die Kita“, berichtet Antje Hagenstein. Kita-Leiterin Ellen Schulzendorf jedenfalls ist begeistert. „Es ist toll, was von den Eltern und auch meinen Kolleginnen hier auf die Beine gestellt wurde“, lobt sie.

Ähnlich dürfte es dem Schulförderverein der Grundschule „Friedrich Wilhelm Wander“ ergehen, wenn dieser seinen Flohmarkt „Rund um‘s Kind“ veranstaltet. Dieser findet am 2. April in der Mehrzweckhalle der Schule von 12 bis 15 Uhr statt.

Wer Sachen anbieten möchte, kann sich bei Dana Hardt telefonisch unter ☎ 0162 / 9726694 eine Verkaufsnummer sichern.

Von Anja Krüger

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