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Die seltensten Gehölze gab es im Park

Grimmen Die seltensten Gehölze gab es im Park

Familie Harder bestimmte 130 Jahre das Geschehen in Hohenwarth / Otto Harder ließ 1910 das Gutshaus bauen

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Eine historische Ansicht. Auffällig, die von zwei Seiten begehbare Treppe im Eingangsbereich.

Quelle: Fotos: Raik Mielke(2), Sammlung Wolfgang Marder(3), Archiv Der Oz

Grimmen. Versteckt hinter Nadelbäumen und inmitten eines verwahrlosten Parks versprüht das Gutshaus von Hohenwarth heute nur noch sehr wenig vom Glanz vergangener Zeiten.

Quellen und Literatur

Marder, Wolfang: „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“ (2008) Archiv der OSTSEE-ZEITUNG

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Carl Harder liebte Pferde. Diese Aufnahme stammt aus den späten 1930er-Jahren und entstand direkt in Hohenwarth.

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Internet: http://www.gutshaeuser.de/guts_herrenhaeuser/gutshaeuser_h/gutshaus_hohenwarth

Pächter und Besitzer

bis 1527 Lucius von Normann 1527 Kloster Eldena 1638 - 1658 Gert Anthoni Rhenskiöld 1658 - 1782 Familie Appelmann 1815 - 1845 Johann Friedrich Harder 1845 - 1861 Albert Friedrich Harder 1861 - 1891 Johann Ferdinand Harder 1891 - 1933 Otto Harder 1933 - 1945 Carl Hermann Harder

Seitdem das Gebäude vor einigen Jahren im Rahmen einer Versteigerung in private Hände überging, tut sich im Gutshaus gar nichts mehr, und auch der einst wunderschöne große Park, in dem sich bis heute ein Erbbegräbnis befindet, verwildert zunehmend. Dabei war das alte Haus, insbesondere zu DDR -Zeiten, nicht nur eine optische Bereicherung für Hohenwarth. Fünf bis sechs Mal im Jahr war hier auch Tanz und Hunderte Menschen aus den umliegenden Dörfern belebten das Anwesen.

Dabei reicht die Geschichte des Gutshauses, aber insbesondere auch des Gutes viel weiter zurück. Bereits im Jahre 1527 wurde Hohenwarth, damals noch als Hogenwarda bezeichnet in alten Dokumenten erwähnt. Dann nämlich, als das Gut von Lucius von Normann an das Kloster Eldena verkauft wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts ist das Gebiet bereits in schwedischer Hand. Gert Anthoni Rhenskiöld, der zur damaligen Zeit das schwedische Königreich im Krieg unterstützte, bekam 1638 zum Dank das Gut von Schwedens Königin Christina geschenkt. Aus den Quellen geht hervor, dass der Hof zu dieser Zeit sehr zerstört daherkam und in der Folgezeit durch Gert Anthoni Rhenskiöld erst wieder aufgebaut und bewirtschaftet wurde.

Hohenwarth, welches wie bereits angesprochen zu jenen Gütern gehörte, die nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, also im Jahre 1648, zuerst dem schwedischen Königreich zugesprochen und dann von Seiten der Krone an verdienstvolle Gefolgsleute verschenkt wurde, wurde wenige Jahrzehnte später zum Pachtland. Denn bedingt durch die angespannte Finanzlage im Königreich Schweden wurde auch die Überschreibung des Gutes Hohenwarth zum Ende des 17. Jahrhunderts wieder rückgängig gemacht. Fortan mussten die Besitzer einen sogenannten Pachtzins zahlen.

Als Schwedisch Pommern 1815 an Pommern angegliedert wurde, pachtete Branntweinbrenner Balthasar Gottfried Harder das Gut. Es war der Beginn einer 130-jährigen Familiengeschichte. Balthasar Gottfried Harder führte das Gut für 30 Jahre, also bis 1845. Es folgten laut Pachtvertrag ab dem 12. Dezember 1845 Gottfried Albert Friedrich Harder und ab 1864 dessen Bruder Johann Ferdinand Harder.

Im Jahre 1891 übernahm Otto Harder das Gut. Er war es auch, der 1910 das Gutshaus bauen ließ und einen für die Region ziemlich einzigartigen Park mit seltenen Gehölzen und diversen Teichanlagen anlegte. Noch heute lässt sich erahnen, in welch üppiger Natur der Prachtbau eingebettet war.

Als Otto Harder 1933 starb, sollte Sohn Carl Hermann Ernst Harder die Nachfolge als Pächter des Gutes antreten. Dies war aber zur damaligen Zeit nicht möglich, da er bereits das Gut Marlow bei Sagard gepachtet hatte. Darum wurde zunächst ein Verwalter eingesetzt, ehe Carl Hermann Ernst Harder nach dem Tod seiner Mutter nach Hohenwarth zog und fortan Marlow durch einen Beamten verwalten ließ. In Hohenwarth tat der neue Pächter viel für die Angestellten des Gutes. So wurden neue Wohnungen für die Gutsarbeiter gebaut und auch die wirtschaftlich notwendige Pflasterung der Straße nach Stoltenhagen wurde vorgenommen. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er als Ausbeuter tituliert und nach Sibirien verschleppt. Mit der Besetzung Vorpommerns durch sowjetische Truppen wurde das Gutshaus nach dem Zweiten Weltkrieg zum Zufluchtsort für die aus den Ostgebieten vertriebenen Menschen. Damals haben in dem Haus genauso viele Menschen gelebt, wie heute im ganzen Dorf, denn bis zu 50 Frauen und Männer teilten sich nach 1945 die Räumlichkeiten.

Alte Bäume überragen derzeit die verwilderte und einst prachtvolle Parkanlage. Alte Aufnahmen weisen zudem darauf hin, dass es zu DDR-Zeiten auch einige bauliche Veränderungen gab. Besonders auffällig hiebei die neue Treppe an der Vorderfront des Hauses.

 



Raik Mielke

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