Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Direkt vom Feld zum Kunden
Vorpommern Grimmen Direkt vom Feld zum Kunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:06 02.12.2017
Seit Generationen im Familienbesitz: Die alte Mühle ist ein Teil des Bio-Hofs und grenzt an den Garten des Bauernhauses. Quelle: Foto: Christin Tute
Bretwisch

Zwei Männer stehen an diesem kalten und grauen Vormittag auf einem kleinen Feld in Bretwisch. Sie holen Karotten aus dem Boden. Einer von ihnen ist Uwe Fock, der Betriebsleiter des Bio-Hofs von Hans Kampe. Drei Angestellte, eine Aushilfe und ein Verkäufer sind hier angestellt. Vorwiegend wird das frische Gemüse an Hotels und Restaurants, zum Beispiel in Stralsund und auf der Insel Rügen, verkauft. Aber auch an Besucher des Hofs wird verkauft. „Für die Kunden schneiden wir dann direkt das ab, was sie kaufen wollen. Frischer geht es eigentlich nicht“, sagt Uwe Fock.

Seit Generationen ist der Hof schon in Besitz der Familie. Die Schwiegereltern von Hans Kampe betrieben dort damals einen Bauernhof. Kampe übernahm den Hof, zu dem auch die alte Elektromühle gehört.

Sie ist heute noch immer in vollem Umfang erhalten, nachdem sie 1910 nach einem Brand wieder aufgebaut wurde.

2014 begann Kampe mit der Umstellung auf den Biobetrieb. Seit letztem Jahr dürfen sie ihre Ernte bio nennen. 1,7 Hektar Fläche gehören zum Hof, davon sind 1440 m2 mit Gewächshäusern bedeckt. In diesen Häusern können auch über den Winter verschiedene Gemüsesorten angepflanzt werden. Ab Dezember gibt es dann Fußbodenheizung für Feldsalat und Co. Wie welche Pflanzen auf welche Temperaturen reagieren, untersucht eine Studentin der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. „So können wir die Heizung für die Pflanzen anpassen und sie besser wachsen lassen“, sagt Uwe Fock. Betrieben wird die Fußbodenheizung im Gewächshaus ganz ohne fossile Brennstoffe. Durch eine Solaranlage wird im Sommer die Energie gespeichert, die im Winter für Wärme im Produktions- und Aufzuchthaus sorgt.

Ebenfalls Anfang Dezember beginnen Fock und die anderen Mitarbeiter mit dem Aussäen der Tomaten. „Ich hätte gerne diese pflaumenförmigen Tomaten“, sagt Fock und zeigt im Katalog auf eine Pflanze. „Da kostet aber ein einziges Korn schon 1,82 Euro.“ Bis Ende Februar werden aus den ausgesäten Tomaten um die 700 kleinen Pflänzchen, die im Produktionshaus groß gezogen werden. Im Sommer, wenn viele Urlauber kommen, müsse der meiste Umsatz gemacht werden. Denn auch wenn auf dem Biohof über den Winter angebaut wird, könne man nicht genug verkaufen. „Oft verkaufen wir dann an Fastengruppen in Hotels, die uns eine Liste geben, was sie in der Zeit brauchen. Salat ist da zum Beispiel nicht so gut.“

Besuch aus dem Dorf bekommen sie nur selten. Die meisten Bewohner hätten selbst einen Garten, aber im Sommer kämen dann doch ab und zu welche für Tomatenpflanzen. Auch wenn in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern die Kunden nicht so gebündelt seien: Gemüse ist dann noch richtig frisch, wenn es kurze Lieferwege hat. Frischer geht es nicht als direkt vom Feld zum Kunden, wie beim Bio-Hof Kampe.

Christin Tute

Herzlichen Dank: In der ersten Woche wurden bereits tolle 2175 Euro gespendet

05.12.2017

Maria Kuß (95) ist die älteste Bretwischerin. Früher arbeitete sie für MTS und bei der LPG

02.12.2017

Es waren die Generationen unserer Vorfahren, die hierzulande an den Chausseen Bäume pflanzten und damit für ein Stück wundervolle Natur sorgten.

02.12.2017
Anzeige