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Grimmen Durch den verqualmten Flur ins Freie
Vorpommern Grimmen Durch den verqualmten Flur ins Freie
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00:01 23.06.2017
Gemeinsam tragen die Zweit- bis Viertklässler im Abtshagener Hort zusammen, wie sie sich im Brandfall verhalten müssen.

Hilferufe schallen aus den Toilettenräumen im „Bewegten Freizeithort Abtshagen“. Rauch dringt unter den Türen hervor. Die Feuerwehr Abtshagen ist schnell zur Stelle und „rettet“ zwei Kinder vor dem imaginären Feuer.

Greta und Luca sind bei der Übung die beiden Kinder, die vermisst wurden und von der Feuerwehr gerettet werden. FOTOS (2): ALMUT JAEKEL

Alles nur eine Übung – aber es sollte so echt wie möglich sein. „Damit die Erst- bis Viertklässler lernen, wie sie sich im Brandfall verhalten sollen“, hatte der stellvertretende Feuerwehrchef Maik Propp den außergewöhnlichen Einsatz begründet. Vor der eigentlichen Übung gab es Theorie. „Die Erstklässler waren total bei der Sache und wussten sehr viel“, berichtete der Hortleiter Thomas Lechelt anschließend. Bei den Zweit- bis Viertklässler hatten es Anja und Sven Burnmeister zunächst etwas schwerer zu erklären, wie sich die Kinder in einer Gefahrensituation verhalten müssen. Aber routiniert vermittelten die „Chefs“ der Abtshagener „Flammenhopser“, einer Kindergruppe in der Freiwilligen Feuerwehr, mit Hilfe einiger Mitglieder unter den Grundschülern schließlich die W-Fragen, die beispielsweise im Brandfall bei einem Anruf in der Rettungsleitstelle beantwortet werden sollen. Wo und was ist passiert, wie viele Verletzte gibt es, wer ruft an und schließlich Warten auf Rückfragen, trugen die Grundschüler zusammen. Dass sie nicht hektisch werden dürfen und zügig, aber ruhig zum Sammelplatz gehen sollten, wussten die meisten. „Wichtig ist es, bei Qualm und Rauch zu krabbeln, also ganz unten zu bleiben“, ergänzte Sven Burnmeister. Und wenn man eingesperrt sein sollte, müsse man eben laut um Hilfe rufen.

Nach der Theorie wurde es spannend: Friderike aus der 3. Klasse sollte ein Feuer melden, Luca aus Klasse 4 und Greta aus der 1. Klasse versteckten sich und waren diejenigen, die von der Feuerwehr gerettet werden mussten. Der Anruf landete ausnahmsweise nicht in der Rettungsleitstelle sondern direkt bei der FFw Abtshagen. Und souverän meldete Friderike, dass es in ihrem Hort brennt, nannte die Adresse und ihren Namen und, dass zwei Kinder vermisst werden. „Das war total aufregend, fast so, als würde wirklich etwas passieren“, sagte sie.

Nur wenige Minuten später trafen die Feuerwehrleute mit ihrem Einsatzfahrzeug ein, rollten die Schläuche aus, setzen ihre Atemschutzgeräte auf und machten sich auf die Suche nach den vermissten Kindern, die aus dem hinteren Teil des Gebäudes lautstark um Hilfe riefen und so auch schnell gefunden wurden. Mit Hilfe der Feuerwehrleute krabbelten die beiden flink durch den verqualmten Flur ins Freie. „Das war spannend und fast so aufregend, als würde es wirklich brennen“, meinten Greta und Luca nach dem Einsatz.

Almut Jaekel

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