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Grimmen Ebbe im Portemonnaie?
Vorpommern Grimmen Ebbe im Portemonnaie?
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00:00 02.06.2017
Die freie Zeit genießen oder Geld verdienen? Eine Frage, die sich viele Schüler stellen. Quelle: Foto: Ragna Stremlau
Grimmen

Hansapark, Eis essen, Surfurlaub, Open–Air Konzerte: In den Ferien haben wir Schüler oft das Problem, dass wir zwar viel freie Zeit haben, aber zu wenig Geld, um sie auch richtig auskosten zu können. Das Gesparte ist schnell aufgebraucht, die Eltern wollen uns irgendwann auch kein Geld mehr geben und Omas Portemonnaie ist auch irgendwann leer.

Was macht einen Ferienjob für Schüler interessant?

Die Lösung: ein Ferienjob muss her! Doch natürlich wollen wir unsere wohlverdiente freie Zeit auch nicht mit dem Einsortieren von Waren in dunklen Lagerräumen verbringen. Schön wäre es, wenn der Job Spaß macht und uns finanziell etwas bringt. Doch schließt das eine das andere aus?

Die OZelot Lokalredaktion Schüler gefragt, was für sie einen Ferienjob attraktiv macht.

Natürlich ist die Motivation, in den Ferien zu arbeiten, schwer aufzubringen. „Wenn ich einen Ferienjob machen würde, will ich auch viel zu tun haben, dafür möchte ich bar auch Geld haben.“, meint Benjamin Beutin (15). Genauso sieht es auch Eric Käning (15): „Ich würde einen Ferienjob machen, wenn ich viel Geld kriege, ansonsten würde ich meine Zeit dafür nicht verschwenden. Es ist mir auch relativ egal, was ich dafür machen muss, Hauptsache ich bekomme genug Geld.“

Geld steht also für die jungen Leute an erster Stelle. Tatsächlich kann man mit dem richtigen Job ab 100€ aufwärts pro Woche verdienen. Und dazu kommt, dass man es sich selbst erarbeitet und nicht nur einfach so zugesteckt bekommen hat, was gleich ein ganz anderes Gefühl ist. Allerdings geht es manchen auch um mehr als nur Geld. „Ich würde gerne Erfahrungen in dem Arbeitsbereich sammeln, in dem ich später gerne arbeiten möchte. In den Ferien kann man das leicht und sogar mit Spaß machen.“, sagt Eric Staschock (15). Der Spaß ist auch für Jesper Lempke (15) ganz oben auf der Liste, was für ihn bei einem Ferienjob wichtig ist: „Die Leute, mit denen ich arbeite, sollten auch freundlich sein, damit der Umgang ganz entspannt ist und man den Job genießen kann.“.

Außerdem sollte für ihn die Arbeit nicht zu anstrengend sein und vernünftig bezahlt werden. Die Schüler wollen also gerne arbeiten. Trotzdem hört und liest man oft, dass die Ferienjobs meist nicht so gern angenommen werden und es viele freie Stellen gibt.

Grund dafür ist, dass die Ansprüche und Erwartungen der Schüler an ihre Arbeit nicht erfüllt werden. Sie wollen Spaß, gute Arbeitszeiten und eine ordentliche Bezahlung. Schließlich haben sie ja eigentlich Ferien. Da möchte man vielleicht auch gerne draußen arbeiten. Außerdem ist es für viele Jugendlichen auch schwer, überhaupt irgendwo angenommen zu werden, da sich die Angebote nur an ältere Schüler richten, obwohl die Tätigkeiten auch schon von jüngeren ausgeübt werden könnten.

Auch die Entfernung vom Arbeitsplatz spielt eine Rolle. „Es ist extrem schwierig, einen Ferienjob zu kriegen, vor allem, weil ich nicht so flexibel überall hinkommen kann. Von daher bin ich froh, überhaupt einen Ferienjob zu haben.“, kritisiert Lara Dering (15). Sie möchte sich auch gern in den Ferien etwas dazu verdienen. Das Problem mit dem Weg zum Job haben auch etliche andere Schüler, denn sie können selbst noch nicht fahren und die Eltern haben meist auch keine Zeit dazu. Eine kleine Hilfe dafür ist das Schülerferienticket, welches den Geldbeutel schont und einen zumindestens hier in Mecklenburg-Vorpommern unbegrenzt mit Bahn und Bus reisen lässt. Aber ohne solche Möglichkeiten ist es oftmals schlecht möglich, einen Job zu erreichen, besonders, wenn man auf dem Land wohnt und keine gute Busverbindung hat. Da bleibt einem dann nur die Möglichkeit, sich durch Nachbarschaftsdienste etwas Geld zu verdienen.Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Ferienjobs oft nicht nur über eine Woche gehen, sondern dass man sich für mindestens zwei oder drei Wochen verpflichten muss. Grund dafür ist die Einarbeitung in den Betrieb. Wenn man aber erst in der Mitte der Ferien verreist, kann man solche Stellen nicht annehmen, weil man nicht so viel Zeit hat. Es gibt also noch viele Probleme, die es uns Schülern schwer machen, den richtigen Job zu finden. Vielleicht müssen wir unsere Ansprüche etwas senken, aber nur, wenn uns die Betriebe auch einen Schritt entgegen kommen. Es ist wichtig, für alle Möglichkeiten offen zu sein, denn vielleicht ist es letzten Endes doch ganz anders als erwartet. Denn egal ob des Geldes oder der Erfahrungen wegen: wir wollen unsere Ferien genießen und etwas erleben.

Ragna Stremlau, Henriette Jesse und Carolina Lüth

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