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00:05 10.05.2016
Mit Sprayfarben kennzeichnet der Revierförster Bäume, die gefällt werden müssen. Fotos (2): Claudia Noatnick

Bürojob? Niemals! Den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, Akten wälzen, Papierkram erledigen, am Telefon hängen — das wäre für Hendric Wojtek nichts. Er ist fast nur draußen unterwegs. Und liebt es. „Ich bin den ganzen Tag an der frischen Luft und die Arbeit ist vielfältig. Was gibt es Schöneres?“, fragt er.

Revierförster Hendric Wojtek betreut im Fortsamt Poggendorf verschiedene Waldgebiete / Seine Arbeitszeit verbringt er hauptsächlich draußen

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Als Revierförster unterstehen ihm mehrere Waldgebiete, in denen er tagtäglich unterwegs ist. Montags startet er meist in Bremerhagener Forst. „Nach den Wochenenden kontrolliere ich als erstes immer den Spielplatz“, sagt er, während er Holzbalken und Seile auf eventuelle Schäden untersucht. Nachdem er noch die Müllbehälter geleert hat, geht es weiter in Richtung Hubertushütte. Diese gehört seit Herbst vergangenen Jahres zum Forstamt Poggendorf und Wojtek schaut dort regelmäßig nach dem Rechten. „Vandalismus ist leider immer wieder ein Thema“, sagt er. Seit Unbekannte in einem anderen Waldstück mehrere Bäume gefällt hatten, ist er besonders sensibilisiert und geht deshalb lieber einmal mehr auf Kontrollgang. Diesmal ist im Bremerhagener Forst alles in Ordnung und auch im Heidenholz, welches in jüngster Zeit mehrere Male von Vandalismus betroffen war, entdeckt Wojtek zum Glück keine neuen Schäden.

Für heute erwartet der Revierförster eine Lieferung von 1000 Roterlen. Eine Fläche unweit der Hubertushütte soll damit aufgeforstet werden. Damit die jungen Bäume bis zur Pflanzung durch Waldarbeiter nicht vertrocknen, greift Hendric Wojtek zum Spaten, um sie an einem kleinen Bach mit Erde einzuschlagen. Es ist eine Mörderarbeit. Der Boden ist nass und schwer und es dauert, bevor alle 1000 Erlen eingeschlagen sind. Die anschließende Frühstückspause mitten im Wald ist mehr als verdient.

Nach der Plackerei mit den jungen Roterlen lässt es der Revierförster anschließend etwas ruhiger angehen. Kontrolle der Hochstände im Revier steht für heute als weiterer Punkt auf dem Tagesplan. Eine wichtige Arbeit, die Sicherheit der Jäger muss schließlich gewährleistet sein. Jeder der Jagdsitze hat eine bestimmt Nummer, die auf einer Liste vermerkt ist. Auf dieser werden Kontrolltag und etwaige Schäden vermerkt. Kleinere kann der Revierförster vor Ort schnell beheben. Die morsche Eichenscheiben, ist fix ausgetauscht, doch bei einigen Hochständen stehen größere Reparaturen an, die er veranlassen muss.

Bei der Weiterfahrt kommt Wojtek an einem Waldstück vorbei, in dem demnächst der Harvester anrücken wird. Per Sprayflasche sprüht der Revierförster Symbole an die Bäume — rechte Winkel kennzeichnen die Gasse, in der sich der Harvester bewegen kann, Schrägstriche sind Bäumen vorbehalten, die gefällt werden müssen.

„Natürlich hab ich hin und wieder auch Bürotage, aber die Zeit draußen im Wald ist mir doch lieber“, sagt Hendric Wojtek, der noch lange nicht fertig ist mit seinem Arbeitspensum.

Das Forstamt Poggendorf

15500 Hektar Wald betreut und verwaltet das Forstamt Poggendorf.

Die Anfänge einer Forstverwaltung im Gebiet des heutigen Forstamtes Poggendorf reichen bis in die Schwedenzeit (1648 - 1815) zurück.

1815 wurde mit der Zuordnung Schwedisch-Pommerns an Preußen eine geregelte Forstwirtschaft eingeführt.

Die preußische Oberförsterei Poggendorf wurde 1835 eingerichtet, die bis 1945 Bestand hatte.

Das heutige Forstamtsgebäude wurde 1912 errichtet und innerhalb von fünf Jahren — von 1999 bis 2004 — renoviert.

Von Claudia Noatnick

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