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Ein Leben für Kinder aus Tschernobyl

Stralsund/Marlow Ein Leben für Kinder aus Tschernobyl

Die Marlowerin Sabine Druckrey wurde gestern in den Klub der Frauen des Jahres aufgenommen

Stralsund/Marlow. Die Marlowerin Sabine Druckrey wurde gestern in die erlauchte Runde der Frauen des Jahres im Landkreis Vorpommern-Rügen aufgenommen. All die Damen, die in ihrem Leben etwas Großes für Region und Gesellschaft geleistet haben, waren in der Stralsunder Hafenresidenz zusammengekommen, um Mitglied Nummer 19 in ihren exklusiven Klub aufzunehmen.

 

OZ-Bild

Sabine Druckrey ist Frau des Jahres 2017.

Quelle: Foto: Alexander Müller

Sabine Druckrey engagiert sich seit 1991 für Familien aus Weißrussland, die in den nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verstrahlten Dörfern leben. Im Verein „Ferien für Kinder von Tschernobyl“ organisiert die 64-Jährige gemeinsam mit ihren Mitstreitern Feriencamps, Hilfstransporte, Unterstützung für ein Altenheim und ein Kinderheim in Weißrussland sowie für sozialschwache Familien dort. Marlows Stadtpräsident Norbert Schlesiger sagt, keine aus der Stadt habe die Auszeichnung so sehr verdient wie sie. Sabine Druckrey selbst ist eine bescheidene Frau, die nicht viel Aufhebens um ihre Hilfe macht. „Natürlich freue ich mich über eine solche Anerkennung. Aber noch viel wichtiger ist mir, dass uns so viele Marlower unterstützen“, sagt sie.

Angefangen hat alles 1991, als die damalige Technikerin der Telekom von der Kirche gefragt wurde, ob sie für ein Wochenende zwei Kinder aus Weißrussland aufnehmen könne. Sie sagte zu. „Damals habe ich nicht geahnt, dass daraus mal eine Lebensaufgabe werden würde.“

Die wohl größte Herausforderung ist es, jedes Jahr den mit Hilfsgütern vollgepackten LKW über die weißrussische Grenze zu bringen, denn die Behörden dort sind schwer zu überblicken. „Die Regeln ändern sich ständig. Einmal standen wir elf Stunden an einem Grenzposten. Ich weiß bis heute nicht, was die eigentlich von uns wollten.“

Auch über ihre eigene Gesundheit hat sich Sabine Druckrey Gedanken gemacht, ab und zu lässt sie sich von einem Arzt durchchecken. „Aber man darf da nicht so viel drüber nachdenken, sonst kann man nicht helfen.“Alexander Müller

OZ

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