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Grimmen Ein „Lied für Nicole“
Vorpommern Grimmen Ein „Lied für Nicole“
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00:01 01.11.2016
Gemeindewehrführer Torsten Schwebke bedankt sich bei Nicole Chibici-Revneanu für die Zusammenarbeit. Fotos (2): Roswitha Pendzinsky

Es war ein einmalig emotionaler und schöner Gottesdienst zur Verabschiedung und Entpflichtung von Pastorin Nicole Chibici-Revneanu. Erst tags zuvor kam sie von der Musicalreise, mit Mitgliedern des Gospelchors „Kombinat Nordost“ und Sängern aus der Gemeinde Süderholz, aus Siebenbürgen in Rumänien zurück.

Pastorin Nicole Chibici-Revneanu vor der Groß Bisdorfer Kirche.

Das Bibelzentrum in Barth hat Glück, dass es sie bekommt.“Alexander Benkert, Bürgermeister

Sechs Jahre und sieben Monate war sie in der Kirchgemeinde Groß Bisdorf tätig. Und nicht nur Menschen aus der Kirchgemeinde, sondern viele Einwohner aller Altersgruppen aus Süderholz bereiteten der sympathischen Frau und Mutter zweier Söhne einen herzlichen Abschied. Ihre erste Predigt hielt sie auf der Kanzel in Kreutzmannshagen. „Und viele fragten sich, ob sie denn hält, weil sie lange nicht betreten wurde“, erinnerte Pastorin Chibici-Revneanu in ihrer Predigt. Es war eine Predigt in Erinnerungsbildern, die mit dem Satz: „Die Vertrautheit und Selbstverständlichkeit eines Gemeindealltages geht heute zu Ende“, abschloss. Bei der emotionalen Predigt liefen bei vielen Gottesdienstbesuchern die Tränen und die Pastorin zeigte selbst zutiefst menschliche Züge. Pröpstin Helga Ruch entpflichtete sie anschließend von ihrem Dienst, den sie stets zum Wohl der Gemeinde in der Groß Bisdorfer Kirchgemeinde wahrgenommen habe. Zum Abschied als auch zum Neubeginn bekam sie die neue Bibel, die mit dem gestrigen Reformationstag in alle Kirchgemeinden einzieht. Ein Album mit Fotos zur Erinnerung gab es als Geschenk vom Gemeindekirchenrat. Dort sind Fotografien vom den Christenlehrekindern, den Konfirmanden, dem Bibelkreis, dem Seniorenkreis, Gottesdiensten, Theatergruppen, Kirchenfesten oder vom Musical enthalten.

Nicole Chibici-Revneanu hat viel bewegt in Kirchgemeinde und in der Gemeinde Süderholz. So bedankte sich auch Bürgermeister Alexander Benkert für ihr Engagement. „Sie waren Vorbild für viele Menschen in der Gemeinde und Ansprechpartner bei der Flüchtlingshilfe. Danke für alles. Das Bibelzentrum in Barth hat Glück, dass es sie bekommt.“ Dort wurde sie gestern offiziell als neue Leiterin berufen.

„Schon im Studium haben mich die biblischen Fächer Altes und Neues Testament besonders begeistert, und nach Greifswald bin ich gekommen, um dort am Institut für Neues Testament meine Doktorarbeit fertig zu stellen. Außerdem habe ich an der Greifswalder Uni sechs Jahre Bibelkunde unterrichtet, da lebt man sich schon ganz gut ein im ’Buch der Bücher’!“ Das hatte die Pastorin im Süderholzer Blatt geäußert. Die Menschen, die zum letzten gemeinsamen Kaffeetrinken ins alte Pfarrhaus kamen, können den beruflichen Werdegang verstehen. Doch die Pastorin hinterlässt eine Lücke. „Wir werden ihre Predigten vermissen. Sie hat neue Wege in der Christenlehre- und Konfirmandenarbeit bestritten. Sie hat viele Projekte auf den Weg gebracht und dafür sind wir sehr dankbar“, bringt es Norbert Wörpel vom Gemeindekirchenrat auf den Punkt.

Und auch Nicole Kiesewetter-Müllejahns vom Kirchenförderverein schätzt die überaus gute Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde. „Das ist nicht überall selbstverständlich, aber der Förderverein hat immer Gehör gefunden und man hat sich bei Projekten gegenseitig unterstützt.“

Auch Vertreter vom Süderholzer Löschzug bedankten sich für das gute Miteinander. „Ihre Natürlichkeit hat den Kontakt zwischen Feuerwehr und Kirche einfach gemacht“, erzählt Gemeindewehrführer Torsten Schwebke. Eine große Überraschung hatte der Musicalchor mit einem „Lied für Nicole“ vorbereitet. Es ist den Mitgliedern gelungen, einen persönlichen Text zu einer Komposition aus dem „Luthermusical“

zu singen. „Die Idee zum Text sollte aus Gemeindesicht sein“, sagt Frank Wehmeier, der den Hauptanteil daran hat. Eine Strophe lautet: „Gingst du auf neuen Wegen, ludst auf Reisen uns ein. Mit Musik brachtest du Segen in die Gemeinde hinein. Jetzt ist die Gemeinde aus dem schönen Pommernland, weithin über ihre Grenzen nah und fern schon bekannt.“ Den Sängern zitterten die Stimmen, ihrer Nicole liefen die Tränen. Aber die Musicals werden mit nach Barth ziehen, denn im Frühjahr geht es mit den Proben zum Bugenhagen-Projekt los. Die gebürtige Österreicherin, die in einem katholischen Haushalt aufgewachsen ist, ist inzwischen in Vorpommern verwurzelt. Die Gemeindearbeit wird dank vieler ehrenamtlich und engagiert arbeitender Menschen nicht zum Erliegen kommen.

Roswitha Pendzinsky

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