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Grimmen Ein Paradies für Künstler
Vorpommern Grimmen Ein Paradies für Künstler
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00:00 24.10.2016
An der einstigen Villa bei der alten Kalkbrennerei ist noch einiges zu tun. Quelle: Fotos: Miriam Weber

. Es braucht viel Idealismus und jede Menge Fantasie, um an diesem Ort die einstige Villa der alten Kalkbrennerei Franzenshöhe zu erkennen. Doch ein Rundgang durch das Gebäude ist wie eine Reise durch die Zeit, in der man viele Details entdeckt und sich plötzlich ein Bild fügt, wie es einmal ausgesehen haben könnte.

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Vincenz Kurze (31) hat vor einem Jahr die Villa der alten Kalkbrennerei in Stralsund gekauft.

Jemand, der eine ganz klar Vision hat, ist Vincenz Kurze, der das Haus vor einem Jahr erworben hat. „Ich möchte die Villa zu einem Ort der Begegnung machen“, erklärt der 31-Jährige. Für den bildenden Künstler ist das Ganze ein Kunstprojekt. „Ich würde gern gemeinsam mit anderen etwas aufbauen, das dann genutzt werden kann. Ich wünsche mir, dass Kultur als Eigeninitiative begriffen wird“, versucht er zu erklären.

Derzeit ist ein Verein in Gründung, der es sich zum Ziel setzt, das Haus Stück für Stück zu sanieren. „Das sind vor allem Leute, die die Villa dann auch nutzen wollen“, sagt Kurze, der auf Usedom geboren wurde, für das Studium nach Dresden ging und schließlich wieder in den Norden zurückkehrte. Das bedeutet, dass künftig Probenräume für Bands genauso entstehen werden wie Seminarräume oder Räumlichkeiten, in denen Kulturveranstaltungen stattfinden können. Auch der Außenbereich soll als Open-Air-Gelände gestaltetwerden.

„Für mich wäre es toll, wenn viele unterschiedliche Menschen hier zusammenkommen“, sagt Vincenz Kurze. Doch ihm ist auch klar, dass das Ganze nicht auf einen Schlag umgesetzt werden kann. „Dazu sind die Kosten für die Sanierung viel zu hoch.“ Zumal Kurze genaue Vorstellungen hat, was mit dem Haus geschehen soll. „Wir wollen versuchen, so wenig Bausubstanz wie möglich zu zerstören“, erklärt er.

Das heißt, dass die Elektroleitungen nicht unter Putz verschwinden werden, dass es nicht überall Steckdosen geben und auch nicht in jedem Raum ein Wasserhahn zu finden sein wird. Alte Drückergarnituren aus Holz an den Türen bleiben erhalten. Und wenn es möglich ist, soll die Außenverglasung vor allem mit Altglas passieren. „Das ist wellig und hat Blasen, wenn das Licht dort durchfällt, sieht das einfach wunderschön aus“, schwärmt der Künstler.

Das Baujahr der zweigeschossigen Villa mit einer Beletage ist unklar. Zwar errichtete der Kaufmann Franz Jacob Friedrich Adolph Kasten schon 1837 auf der Frankenweide eine Steingutfabrik samt Kalkbrennerei und Ziegelei, doch „die Fabrikantenvilla Franzenshöhe 2 soll erst in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet worden sein“, sagt Stadthistoriker Dr. Andreas Neumerkel. 1848 verkaufte Kaufmann Karsten die Firma an Carl Andreas Rühs aus Lüdershagen bei Barth, der zusätzlich eine Zementfabrik errichtete. Der Stückkalk, der in der Fabrik verarbeitet wurde, kam unter anderem aus Rüdersdorf bei Berlin. Von den ehemaligen Brennöfen existiert noch der etwa 20 Meter hohe Rüdersdorfer Kalkschachtofen.

Miriam Weber

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