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„Ein Wanderer zwischen den Welten“ in Greifswald

Greifswald „Ein Wanderer zwischen den Welten“ in Greifswald

Uni präsentiert aus Anlass des 25. Todestages den Nachlass des Künstlers, Kunsthistorikers und Bühnenbildners Heinz Beisker

Greifswald. Vor vier Jahren schenkte die Düsseldorferin Anna Maria Beisker der Ernst-Moritz-Arndt-Universität über 2000 Handzeichnungen, Malereien und Grafiken aus dem Nachlass ihres Mannes Heinz Beisker. Auch Tagebücher gehören dazu. Der Germanist, Kunsthistoriker, Journalist war als freier Künstler und Bühnenbildner tätig. Seine etwa 300 Bühnenbildentwürfe aus der Zeit von 1930 bis 1966 befinden sich heute im Düsseldorfer Theatermuseum.

Heinz Beisker wurde 1908 im Kreis Kolberg geboren. wuchs aber in Greifswald auf, hat hier die Schule besucht und anschließend Kunstgeschichte studiert. Der Vater war Kolonialwarenhändler.

Erst 23 Jahre alt, im Jahre 1931, wurde Beisker an der Greifswalder Universität mit einer Arbeit über die Veränderungen der „bühnenmäßigen Wirkungsmittel“ promoviert.

Seine Liebe zur Heimat muss groß gewesen sein. Als er am Ende seiner Berufslaufbahn an einem Mädchengymnasium unterrichtete, hat er Greifswald als seinen Geburtsort bezeichnet. 1923/33 war Beisker künstlerischer Beirat und Maler am Greifswalder Theater. Danach hat er die Stadt seiner Jugend nicht wiedergesehen.

Beisker starb vor 25 Jahren, und aus diesem Anlass findet derzeit im Soziokultururellen Zentrum St. Spiritus die Ausstellung „Ein Wanderer zwischen den Welten – zum 25. Todestag des Pommern Dr.

Heinz Beisker (1908–1991)“ statt.

Allerdings kann dort nur ein Bruchteil des Werkes gezeigt werden. Darum lud die Kustodie jetzt zu einer gut besuchten Führung in ihr Spezialdepot im Dachgeschoss des Unihauptgebäudes ein.

Die Greifswalder Schenkung wird unter Leitung der Kunsthistorikerin Rita Sauer seit 2012 in Zusammenarbeit mit Studenten des Caspar-David-Friedrich-Instituts im Rahmen von studentischen Praktika digital erfasst und erstmalig erschlossen.

Rita Sauer führte durchs Spezialdepot, und die Besucher bekamen die Gelegenheit, die Kunstwerke mit behandschuhter Hand ganz unmittelbar zu betrachten.

Dass sich auch Ansichten von Smolensk im Nachlass befinden, das liege daran, dass Beisker als Freiwilliger am Zweiten Weltkrieg teilnahm, erzählte Sauer. „Er hat sich später dafür geschämt, dass er sich freiwillig gemeldet hat“, so die Kunsthistorikerin.

Landschaften hätten den Künstler immer fasziniert, so Sauer mit Hinweis auf zwei Grafiken aus den 1930er Jahren, die der Künstler auf Bornholm angefertigt hat.

„Heinz Beisker blieb immer sehr grafisch in seiner Darstellung befand sie“, erzählte Sauer. Viele Eindrücke, beispielsweise aus Greifswald, hat er erst Jahre später verarbeitet. Nach einem Schlaganfall 1982 taucht viel Mystisches in seinem Werk auf.“

Sauer verwies in ihrer Führung auf Anklänge an das Werk Lyonel Feiningers und die norddeutsche „Meer-Romantik“, die Beisker inspiriert habe.

Etwa 800 Werke des Künstlers sind bereits über das Portal der wissenschaftlichen Sammlungen der Universität im Internet einsehbar. Bei der Arbeit für die Datenbank stellte sich beispielsweise heraus, dass Heinz Beisker nach seinem Schlaganfall immer wieder einen Park mit markanten Birken darstellte, den er vom Balkon seines Düsseldorfer Hauses sehen konnte, berichtete Torsten Veit. Er arbeitete im Digitalisierungsprojekt mit. So konnte Beisker weiter künstlerisch tätig sein.

Eckhard Oberdörfer

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