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Ein Zeitzeuge erinnert sich

Uns Dörp: Die OZ unterwegs in Grischow Ein Zeitzeuge erinnert sich

Ewald Wahl (76) ist in Grischow geboren und lebt heute noch dort.

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Ewald Wahl lebt heute in seinem Haus in Grischow, das vor mehr als 30 Jahren gebaut wurde. Fotos (4): Christine Drabsch

Grischow. Einer der ältesten Einwohner von Grischow ist Ewald Wahl. Er wurde 1937 in Grischow geboren, ist dort aufgewachsen und auch noch immer zu Hause. Auf sein Geburtshaus kann er heute noch blicken. Der 76-Jährige lebt in einem hübschen Eigenheim und freut sich, dass seine Kinder- und Schwiegerkinder, nach dem Tod seiner Frau, fast täglich nach ihm sehen.

Der Senior ist mit seiner Heimat verwurzelt, kennt so ziemlich alle und alles, was Grischow betrifft. Gern erinnert er sich an seine Kindheit, weiß noch, dass er früher immer im Hechtteich gebadet hat, der in den 1990er Jahren ausgebaggert wurde. Grischow sei früher auch nicht so unbedeutend gewesen, sagt er. Denn Anfang des vorigen Jahrhunderts seien zahlreiche Waren in Loren auf Schienen nach Rakow transportiert worden.

Noch genau erinnert sich Ewald Wahl an das ehemalige Gutshaus, ein Rittergut, in dem ab den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Herr von Wolfrath lebte. Dieser hatte auch eine Pferdezucht mit etwa 30 Hannoveranern, weiß er. Neben dem Gutshaus habe damals noch ein Anbau gestanden, für Küche, Bäckerei und als Wirtschaftsgebäude, erzählt er. Grischow sei mit Grabow ein einheitliches Gut gewesen. Besonders gern denkt Ewald Wahl an den schönen Park am Gutshaus zurück, in dem viele prächtige Bäume standen. 1940 dann sei der Gutsherr vom Pferd gestürzt und tödlich verletzt worden, erinnert er sich. „Bei der Beisetzung lief sein Pferd, das mit einem schwarzen Tuch bedeckt war, hinter dem Sarg her.“. Später sei das Tier neben dem Reiter beerdigt worden.

Dass das Gutshaus heute wieder in einem guten Zustand ist, freut Ewald Wahl. Wenn es nicht saniert worden wäre, wäre es wohl schon längst verfallen, ist er sich sicher. Mit den neuen Besitzern, den Bewohnern des Übergangs- und Wohnheimes, komme er gut klar, bestätigt er. „Sie grüßen freundlich.“ Er berichtet außerdemr, dass er mit den Nachfahren des Gutsbesitzers, dessen Söhnen Jochen und Bernd, den Kindern seiner zweiten Frau sowie mit den Töchtern des späteren Gutsverwalters Schacher noch ab und zu in Kontakt stand.

In den 1940er-Jahren hätten etwa 18 bis 22 Familien in Grischow gelebt, glaubt er sich zu erinnern. Später, als nach Kriegsende die Flüchtlinge kamen, seien es weitaus mehr gewesen.

Wahl macht kein Hehl daraus, dass er kein Freund der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft war. „34 Einzelbauern gab es damals in Grischow, jeder hatte zehn Hektar Land bekommen. Aber nicht jeder hatte auch eine Ahnung von der Landwirtschaft“, schimpft er heute noch. Es habe damals die gegenseitige Bauernhilfe gegeben, es wurden die LPG Typ I, II und III gegründet, in die die Bauern eintreten mussten. „Das war Zwang“, ist er überzeugt. Er sei zwar auch selbst Mitglied im LPG-Vorstand gewesen, räumt Wahl ein. „Aber zufrieden war ich nicht.“ Ewald Wahl selbst hatte Ahnung von der Landwirtschaft. Hatte schon von Kindesbeinen an auf dem Hof helfen müssen, war später als Melker tätig und besaß dann auch einen Hof und ein Stück Land.

Dass die Felder rund um Grischow heute umfangreich bestellt werden, macht Ewald Wahl zufrieden. „Der Klevenower Landwirt Lass hat hier für Sauberkeit und Ordnung gesorgt. „Dadurch hat unser Ort auch wieder ein schönes Bild erhalten“, freut sich der Senior.

Das Gutshaus wäre schon längst verfallen, wenn nicht der Stralsunder Verein „Gartenhaus“ sich seiner angenommen hätte.“Einwohner Ewald Wahl

 

 

Christine Drabsch

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