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„Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert“

Sassnitz „Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert“

Nach dem tödlichen Absturz an der Rügener Kreideküste wies Umweltminister Backhaus gestern auf die Gefahren hin

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Betreten verboten: Landes-Umweltminister Till Backhaus (SPD) an einem der Warnschilder im Nationalpark Jasmund.

Quelle: Foto: Stefan Sauer

Sassnitz. Vor Beginn der Tourismussaison im Sommer hat Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf die Gefahren an der Kreideküste auf der Insel Rügen hingewiesen. „Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert“, sagte Backhaus mit Blick auf den 22. April, als eine Frau bei dem Versuch, ein Foto zu machen in die Tiefe gestürzt und gestorben war. An der Stelle warnen Schilder vor der bestehenden Abbruchgefahr.

Der Umweltminister von MV appellierte an die Urlauber, die Hinweise ernst zu nehmen. „Die Dynamik an der Küste wird es immer geben.“ Nicht überall könnten Absperrungen errichtet werden. „Die Steilküste ist Teil des Nationalparkes, in dem Natur auch Natur bleiben muss.“ Der Nationalpark auf der Halbinsel Jasmund wird jährlich von mehr als einer Million Gästen besucht. Viele von ihnen nutzen den zwölf Kilometer langen Hochuferweg in Nähe der Kante des Kreidekliffs, von der sich ein spektakulärer Blick auf die Ostsee bietet.

Backhaus überlegt weitere Faltblätter drucken zu lassen, die in Gaststätten und Hotels ausgelegt werden könnten, um Touristen noch mehr zu sensibilisieren. Auch über soziale Medien wie Facebook und Twitter könnten Urlauber noch besser erreicht werden.

Mitarbeiter des Nationalparks und Backhaus zeigten Fotos, auf denen Besucher zu sehen sind, die über Absperrungen klettern und sich in abbruchgefährdeten Gebieten aufhalten. Immer wieder würden Schilder abgebaut und Absperrungen zur Seite geräumt, sagte der Dezernatsleiter des Nationalparks Jasmund, Ingolf Stodian. Zudem entstünden auch immer wieder illegale Wege direkt zur Abbruchkante.

Stodian verwies auf das allgemein geltende Wegegebot im Nationalpark. Das bedeutet, dass wanderwege nicht verlassen werden dürfen.

Der Geologische Dienst des Landes führt seit 2006 ein sogenanntes Geogefahrenkataster zur Erfassung von Abbrüchen und Rutschungen an der Steilküste. Seitdem wurden an der Steilküste von Jasmund etwa 300 Rutschungen nachgewiesen. „Das macht sehr deutlich wie aktiv die Natur hier ist“, sagte Backhaus. Der durchschnittliche Küstenrückgang an der Kreideküste beträgt etwa 25 Zentimeter pro Jahr.

Martina Rathke

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