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Eine Schule mit Privilegien

Reinberg Eine Schule mit Privilegien

Die Regionale Schule Reinberg bietet jede Menge Platz und Angebote

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Nora, Yasmin, Linda, Alia, Alexander und Marvin (v. l., alle elf Jahre alt) in der bequemen Sitzecke in der oberen Etage. Sie wird gern genutzt für einen Plausch außerhalb des Klassenraums.

Quelle: Anja Krüger

Reinberg. Familiär geht es zu an der Regionalen Schule in Reinberg. Für die einstigen Schüler der kleinen Grundschule Horst ein absoluter Vorteil. „Es war überhaupt kein Problem, mich hier einzuleben“, erzählt die elfjährige Nora. „Ich kannte schon vorher einige Schüler hier“, begründet sie.

Für eine Regionale Schule hat die Bildungseinrichtung mit 146 Mädchen und Jungen relativ wenig Schüler. Die Vorteile liegen auf der Hand: Während sich die Kinder untereinander sehr schnell kennenlernen, weiß auch jeder Lehrer jeden Schüler einzuschätzen. Auch wenn er keinen Unterricht bei ihm hat. Nora und ihre Klassenkameraden Yasmin, Linda, Alia, Alexander und Marvin aus der fünften Klasse fühlen sich wohl an der Reinberger Schule, deren Träger die Gemeinde Sundhagen ist. „Der Schulhof ist groß“, nennt Alexander einen der Vorzüge aus seiner Sicht.

Unterrichtsausfall – so etwas gibt es nicht an der Schule. 15 Lehrer unterrichten dort. „Drei Kollegen davon kommen stundenweise zu uns und wir haben eine erfahrene Sonderpädagogin im Haus sowie einen Schulsozialarbeiter“, erzählt Schulleiterin Anne Pannowitsch. Seit 1993 unterrichtet sie an der Schule, war viele Jahre stellvertretende Leiterin und hat seit Beginn des Schuljahres den Hut auf. Wobei dies nur der Form halber scheint. Denn an der Reinberger Schule ziehen alle Lehrer an einem Strang – arbeiten als Team eng zusammen. So auch für ihre sogenannte Lerninsel. „Ein Angebot für Schüler, die beispielsweise nach langer Krankheit Defizite haben. Sie werden dann einmal wöchentlich aus dem Klassenverband herausgenommen, um den Unterrichtsstoff nachzuholen“, klärt die Schulleiterin auf. Der jeweilige Fachlehrer arbeite den fehlenden Stoff dann mit dem Schüler auf. „Meist reicht die Inselzeit von vier Wochen dafür“, weiß sie.

Derzeit erlebt die Schule einen Umbruch, was das Kollegium betrifft. Einen positiven. „Wir können ab kommendem Schuljahr alle Stunden fachgerecht mit Stammlehrern belegen und konnten dazu einige neue, junge Kollegen für uns gewinnen“, erzählt Anne Pannowitsch. Deutlich macht diesen Umbruch das Durchschnittsalter des Kollegiums. „Im Jahr 2013 hatten wir einen Altersdurchschnitt von 51 Jahren, jetzt sind wir bei 45 Jahren“, macht die Schulleiterin deutlich. Eine der jungen Kollegen ist Lisa Stiller, die seit dem zweiten Halbjahr dieses Schuljahres in Reinberg unterrichtet. „Das Familiäre ist ein Vorteil, das wurde mir hier schnell bewusst. Das kleine Kollegium ist ein großes Privileg“, lautet ihr Fazit der ersten Wochen.

Ein Privileg ist es auch, mit 146 Schülern ein derartiges Platzangebot nutzen zu können, wie die Reinberger Schule es hat. Neben festen Klassenräumen – „Bei uns laufen die Lehrer, nicht die Schüler“, wirft Anne Pannowitsch ein – gibt es an der 1956 gebauten Schule zahlreiche Fachräume, eine Aula, einen Essenraum und zusätzliche Räume für Förderunterricht. „Bei dem Alter des Gebäudes wäre es verwunderlich, wenn es keine kleinen Mängel geben würde. Aber der Schulträger achtet sehr darauf, dass die Kinder hier gefahrlos und in schöner Atmosphäre lernen können“, sagt Anne Pannowitsch zum Zustand der Schule. Freuen würden sich die Lehrer – und natürlich auch die Schüler – auf ein neues Computerkabinett. „Den Beschluss der Gemeindevertretung gibt es schon, jetzt muss nur noch der Haushalt genehmigt werden. Ich hoffe, wir bekommen es noch in diesem Schuljahr“, erzählt sie.

Nicht ganz zufrieden ist sie dagegen mit der Größe des Essenraumes. Jedoch habe das Kollegium für dieses Problem eine Lösung gefunden. „Die Schüler gehen nicht alle auf einmal essen, sondern in einzelnen Gruppen. Das funktioniert ganz gut“, sagt sie.

Stolz kann die Schule sein auf ihre Herangehensweise, die Schüler auf das Arbeitsleben vorzubereiten, wofür sie auch die Auszeichnung „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ erhielt. Hier wird das Motto „Nicht jedem einen, sondern jedem seinen Ausbildungsplatz“ verfolgt. Bedeutet: In Reinberg wird darauf geachtet, dass Schüler ihre Interessen, Stärken und Neigungen herausfinden und sich auch entsprechend orientieren. „Dazu nutzen wir eine Menge Angebote von Kooperationspartnern. Beispielsweise waren einige Schüler im Berufsorientierungs- camp des Vereins Storchennest. Für sie war es wie zwei Wochen Ferienlager, in dem sie verschiedene Berufsfelder kennengelernt haben. Aber auch die Teamfähigkeit beispielsweise wurde ’geschult’ – und das mit Spaß verbunden“, erzählt Heidrun Hypko, Klassenlehrerin der 9. Klasse. Zahlreiche weitere Angebote – wie Messen und Ausstellungen – und Praktika würden ebenfalls in die Berufsorientierung einbezogen werden.

Der Neuntklässler Yanneck Kempcke (15) hat so schon seinen Traumberuf gefunden. „Ich möchte Straßenwärter werden“, ist er sich bereits jetzt sicher. Er sei froh, dass seine Eltern und er sich für die Reinberger Schule entschieden haben. Der junge Mann wohnt in Willerswalde – seine örtlich zuständige Schule wäre die Grimmener Robert-Koch-Schule gewesen. „Aber wir haben zuvor nur Gutes von der Reinberger Regionalschule gehört. Und hinzu kam, dass ich mit vielen meiner Klassenkameraden schon zur Grundschule gegangen bin“, begründet er. Der Nachteil sei, dass seine Eltern die Busfahrten aus eigener Tasche zahlen müssen.

Anja Krüger

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