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Einmalige Gutsanlage

Keffenbrink Einmalige Gutsanlage

Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und Ställe sowie Allee, Friedhof und Park sind erhalten

Keffenbrink. Die Gutsanlage in Keffenbrink besteht aus dem Gutshaus, dem großzügigen Landschaftspark und den vorgelagerten Wirtschaftsgebäuden, wie Pferdestall, Scheunen, dem Friedhof, einer alten Allee und einem Wohnstallgebäude. Insgesamt hat das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Keffenbrink zehn Denkmäler gelistet, die allesamt zur Gutsanlage gehören, die in ihren wesentlich prägenden Strukturen und Gebäuden erhalten ist.

Eines der größten und schönsten Häuser der Region

Das große Gutshaus ist um 1860 im Tudorstil neu errichtet worden. Von der ursprünglichen Fassadendekoration ist heute nichts mehr erhalten. Im Vergleich zu seiner Glanzzeit ist das Herrenhaus heute ein schmuckloser kubischer Baukörper. Auch im Inneren sind durch den Umbau zu Wohnungen zu DDR-Zeiten kaum noch originale Ausstattungsteile vorhanden. Als der kunstbegeisterte Bauherr Wilhelm von Keffenbrinck-Ascheraden und seine Frau Auguste Freifrau von Keffenbrinck-Ascheraden in den 1860-1880er Jahren dort lebten, befanden sich im Inneren beispielsweise eine umfangreiche Gemäldesammlung holländischer und italienischer barocker Meister sowie eine große Bibliothek. Das ehemalige Gutshaus Keffenbrink ist im September 2016 versteigert worden. Bei der Auktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG in Berlin wechselte das Herrenhaus samt seinem 60 800 Quadratmeter großen Grundstück mit denkmalgeschützter Parkanlage für 125 000 Euro den Besitzer. Aufgerufen worden war es für ein Mindestgebot von 35 000 Euro. Es gab eine rege Nachfrage und demzufolge auch einige Vorbesichtigungen in Keffenbrink, teilte das Auktionshaus mit. Erworben hat es nun ein Hauswart aus Ulm in Baden-Württemberg, der das stark sanierungsbedürftige Herrenhaus wieder original herstellen will.

Eine ebenso gespenstische, wie wunderschöne Allee

„Die Keffenbrinker Allee ist so eng – um die Kurven kamen die Busse gar nicht mehr. Darum wurde der Verlauf auch geändert“, erinnert sich Waldemar Schock (80). Der Dorfälteste lebt seit 71 Jahren in Keffenbrink. Und diese Veränderung geht auch aus den Unterlagen der Kultur- und Denkmalpflege hervor. Im Wortlaut heißt es: „Die ursprüngliche Wegeführung war so, dass man von Nehringen aus über eine durchgängige, mit einer Lindenallee bepflanzten Straße, die auch heute noch vorhanden ist, in den Ort hineinfuhr. Heute ist der ursprünglich eine fast rechtwinklige Kurve beschreibende Straßenverlauf durch eine direkt in das Dorf hineinführende Diagonale verändert und der letzte Teil der Allee steht losgelöst von der ursprünglichen Anbindung.“

Historische Grabstätten wurden nicht erhalten

Der Friedhof, der zur Gutsanlage gehört, liegt direkt an der Dorfstraße und ist von einer Feldsteinmauer eingefasst. Schützenswert ist nach Angaben der Denkmalpfleger vor allem der alte Baumbestand und die Umfassungsmauer. Historische Grabstätten sind nicht erhalten. „Ich habe als Kind genau gegenüber des Friedhofes gelebt und erinnere mich, dass die Leichen der Schnitter einfach und ohne größeren Aufwand in ein großes Loch geworfen wurden“, erinnert sich Waldemar Schock an die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die heute auf dem Friedhof stehende kleine Leichenhalle ist zu DDR-Zeiten errichtet worden.

Qualitätvolle Architektur der errichteten Gebäudegruppen

Die Wirtschaftsgebäude sind aus geschlagenem Feldstein und aus Backstein errichtet worden und haben Satteldächer. Die wohlgestalteten Gebäude werden geprägt durch halbrund abschließende Fensteröffnungen und Gesimse in Backstein. Ebenso wie das Gutshaus entstanden die Wirtschaftsgebäude um 1860. Bis heute erhalten ist das sogenannte Kavalierhaus, ein verputztes Gebäude auf L-förmigem Grundriss und zwei ehemalige Ställe. Während einer als Wohnhaus umgebaut ist, steht der ehemalige Pferdestall leer. Zudem gibt es eine Scheune. Original stehen von der ehemaligen Scheune nur noch die Umfassungswände und die zum Gutshaus ausgerichtete Giebelseite. Vom Dach ist ein Rest im vorderen Teil vorhanden. Zu DDR-Zeiten ist das Gebäude mit einem flachen Dach versehen worden. Laut Begründung des Denkmalamtes ist die Architektur der errichteten Gebäudegruppen für das Dorfbild unverzichtbar.

Raik Mielke

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