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Grimmen Einst Kindergarten und Konsum im Dorf
Vorpommern Grimmen Einst Kindergarten und Konsum im Dorf
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00:00 27.01.2018
Dömitzow

Gisela Blumenthal lebt schon mehr als 40 Jahre lang in Dömitzow. „Damals wurde mein Mann hier in der Landwirtschaft gebraucht“, erinnert sie sich.

„Am Anfang haben wir nämlich beide im Offenstall gearbeitet“, sagt sie. Dann wurde die Milchviehanlage in Reinberg gebaut und sie selbst arbeitete im Kälberstall in Oberhinrichshagen. Doch das sei lange her. Ihr Mann starb schon mit 50, sie selbst werde in diesem Jahr 75. „Das gibt eine große Party“, verspricht sie ihrer Nachbarin.

Heute lebt Gisela Blumenthal mit der Familie ihres Sohnes gemeinsam in einem Haus. Und mit Benno, einem 14-jährigen Dackel, dem ältesten Hund in Dömitzow. „Ich versorge aber auch noch meine Hühner und Enten allein“, erzählt sie stolz. Nur mit den vielen Tabletten komme sie nicht mehr zurecht, deshalb helfe ihr dabei eine Schwester vom Pflegedienst.

Sehr viele Kinder habe es in Dömitzow gegeben, als sie jung war, erinnert sich Gisela Blumenthal. 45 Mädchen und Jungen. Manche Familien seien ja riesengroß gewesen. „Aber heute saß wieder niemand im Bus, der war ganz leer“, berichtet sie. Ihr Haus steht direkt an der Buswendeschleife im Dorf.

Damals gab es auch einen Kindergarten im Dorf. Und den Konsum. „Eine Gaststätte hatten wir nicht, aber wir haben uns eben im Konsum getroffen“, erzählt die Rentnerin. Und sie erinnert sich an den schweren Winter 1978/79. Damals holten die Männer mit dem Schlitten Brot von Reinberg“, sagt sie. „Aber die leben alle inzwischen nicht mehr“, wird sie wehmütig.

Kurz darauf erzählt Gisela Blumenthal jedoch munter weiter: „Ich habe gerade Heringe sauber gemacht. Ganz frische Fische aus Stahlbrode.“ Einige werden gebraten. „So schmecken sie am besten“, sagt sie. Und der Rest werde sauer eingelegt. Davon bekommen auch die Nachbarn etwas ab, verspricht sie.

Almut Jaekel

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