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Grimmen Endlich: Radweg wird gebaut
Vorpommern Grimmen Endlich: Radweg wird gebaut
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00:00 23.11.2017
5400 Meter lang soll er werden, der neue Radweg von Prohn nach Groß Mohrdorf. Start ist in Prohn hinterm Sportplatz (auf dem Bild links). So können die Kinder per Fahrrad sicher in die nördlichen Dörfer des Amtsbereiches Altenpleen gelangen. Im Moment bereitet das Straßenbauamt die Ausschreibung vor, gebaut werden soll ab nächsten Sommer. Quelle: Foto: Ines Sommer

Seit gut zwölf Jahren kämpft das Amt Altenpleen um einen Radweg von Prohn nach Groß Mohrdorf. Vor allem die Kinder wollen ihn nutzen, um von der Prohner Schule in die nördlichen Dörfer zu kommen. Andererseits ist auch eine touristische Nutzung von Vorteil. Jetzt stehen endlich alle Zeichen auf Grün, wie am Montagabend im Amtsausschuss informiert wurde. Die Ausschreibung wird vorbereitet, im März ist die Submission geplant, im April sollen die Aufträge vergeben werden, so dass im Sommer die Bagger anrollen können.

Zur Investitionssumme dieses öffentlichen Projektes will sich der zuständige Stralsunder Straßenbauamtsleiter Ralf Sendrowski auf OZ-Anfrage nicht äußern. „Das würde die Ausschreibung beeinflussen, und da geht es ja schließlich um Steuergelder.“

20000 Euro kostete bereits die Planung des Radweges, wie es in einer früheren Amtsausschuss-Sitzung hieß. Das Gros der Kosten, nämlich 16000 Euro, übernahm das Straßenbauamt Stralsund, den Rest schultern die Gemeinden. Dafür wurde die Investitionspauschale angespart.

Der Radweg geht von Prohn bis nach Groß Mohrdorf, Höhe Feuerwehr. Die Trasse ist 5,4 Kilometer lang und führt ab Prohner Sportplatz auf der rechten Fahrbahnseite bis Hohendorf. In Höhe der Bushaltestelle kreuzt er die Landesstraße 213, und weiter geht’s auf der linken Seite bis Mohrdorf.

Dass sich das Verfahren so lange hinzog, hatte zwei wesentliche Gründe. Einerseits musste der Grundstückserwerb geklärt werden, gab es doch viele Eigentümer, mit denen Gespräche über den Verkauf geführt werden mussten – nicht alle waren da begeistert... Zudem sollten sie ihre laufenden Pachtverträge, so vorhanden, schon zum Sommer 2017 kündigen. „Da sollte eigentlich schon gebaut werden. Wir sind also ein Jahr in Verzug“, stellt der Mohrdorfer Bürgermeister (parteilos) ganz nüchtern fest Zweites Problem bei der Planung: Die Untere Naturschutzbehörde im Kreis hatte zunächst ein Problem damit, dass der Radweg durch den Hohendorfer Park führt. Allerdings konnte man hier eine Lösung finden, so dass die Radler dort durchfahren können. Zudem gab es unterschiedliche Auffassungen zum Thema Wald...Letztendlich einigte man sich auf Ersatzpflanzungen, die auf einer Fläche von 560 Quadratmetern zu erfolgen haben.

Um den Radweg gerungen haben die Gemeinden des Amtes Altenpleen schon seit 2005 – gerade weil es für die Kinder auf der Alleenstraße mit Schutzplanken bei fließendem Verkehr gefährlich eng wird.

„Wir sind froh, dass wir als Amt jetzt alle unsere Hausaufgaben erledigt haben und die Planungen auf dem Tisch liegen. Lange genug haben wir ja auch gekämpft“, sagt Verwaltungs-Chefin Ines Matern-Braun erleichtert, wohlwissend, dass zum Beispiel auch die Gemeinden des Nachbaramtes Niepars seit 20 Jahren um einen Radweg von Niepars in die Boddengemeinden Neu Bartelshagen und Groß

Kordshagen ringen. Bisher ohne Erfolg. Dort hat man es noch nicht einmal auf einen vorderen Platz der Landes-Prioritätenliste geschafft...

Auch das kennen die Altenpleener. Haben sie doch den Radweg von Stralsund nach Prohn nach langem, erfolglosem Kampf 2002 schließlich mit eigenem Geld gebaut. Die über Jahre angesparte Investitionspauschale wurde damals dafür verwendet. Kurz darauf entstand der Wunsch, diesen Weg Richtung Norden fortzuführen. Ein Traum, der 2018 in Erfüllung zu gehen scheint.

Ines Sommer

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