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Grimmen Erholungsort: Hotelier fordert Abgabe für alle
Vorpommern Grimmen Erholungsort: Hotelier fordert Abgabe für alle
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00:00 22.03.2017
Stralsund

In der Frage, wer künftig in Stralsund Fremdenverkehrsabgabe zahlen muss und vor allem wie viel, deuten sich große Diskussionen innerhalb der Stralsunder Unternehmerschaft an.

Eike Sadewater, Geschäftsführer des Scheelehofs, hat jetzt gefordert, dass jede Firma im sogenannten Erholungsgebiet der Stadt zur Kasse gebeten werden sollte. Er begründet diesen Vorstoß damit, dass jeder Betrieb auf irgendeine Weise mit dem Tourismus Geld verdiene. „Auch ein Steuerbüro profitiert vom Tourismus, wenn es etwa ein großes Hotel berät“, sagte der Hotelchef am Montagabend in der öffentlichen Sitzung der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Nachdem Stralsund 2016 zum staatlich anerkannten Erholungsort ernannt wurde, plant die Stadtverwaltung derzeit die Einführung einer Kurtaxe für Touristen und im zweiten Schritt eine Fremdenverkehrsabgabe für Unternehmen. Letztere kann von Firmen und Personen erhoben werden, die einen Vorteil am örtlichen Tourismus haben können. Mit den Einnahmen aus dieser Abgabe soll Werbung finanziert werden, um Stralsund auch außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns noch bekannter zu machen.

CDU-Fraktionschef Ronald Zabel warnte jedoch davor, die Abgabe auf zu viele Unternehmen in der Stadt auszuweiten. „Ich will hier keine Lobbyarbeit machen, aber ich glaube nicht, dass ein niedergelassener Arzt etwas vom Tourismus hat. Es bringt ihm auch nichts, in Hamburg bekannter zu sein“, sagte Zabel, der selbst Arzt und Geschäftsführer der Uhlenhaus Group ist. Mediziner hätten bereits genug zu tun. „Wir holen uns eine gesellschaftliche Diskussion auf die Tagesordnung, die kein Mensch aushält.“ Zabel schlägt deswegen vor, zunächst ein Modell auf freiwilliger Basis zu etablieren. „Wenn wir dann feststellen, dass sich nur fünf Unternehmen beteiligen, wird man an einer Abgabe nicht vorbeikommen.“

Karsten Liefländer von der Stralsunder Industrie- und Handelskammer erinnerte daran, dass die Betriebe bereits mit steigenden Kosten zu kämpfen haben. „Höhere Müllgebühren und Steuern sind bereits Herausforderungen für unsere Unternehmen“, sagte er. Liefländer fordert deshalb, dass die Wirtschaft am nun anstehenden politischen Prozess beteiligt werden muss. „Es geht nun darum zu ermitteln, wer wie stark von Tourismus profitiert und entsprechend zahlen muss. Wir erhoffen uns dabei ein maßvolles, vernünftiges und vor allem gerechtes Miteinander.“

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) begründete den Schritt zu Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe mit dem hohen Druck der Landesregierung in Schwerin. „Es ist mir keine Freude, den Touristen und Unternehmen das Geld wegzunehmen. Aber wird sind gezwungen, neue Einnahmequellen aufzutun“, sagte das Stadtoberhaupt.

Peter Fürst, Leiter des Stralsunder Amtes für Wirtschaftsförderung, hat angekündigt, dass die Einführung einer Fremdenverkehrsabgabe noch mindestens zwei Jahre dauern wird. Es gebe Beispiele aus anderen Städten, an denen man sich orientieren könne. „Dort wird jede Berufsgruppe mit einem anderen Faktor belastet. Ein Arzt muss dann beispielsweise weniger zahlen als ein Fischbrötchenverkäufer“, erklärte Fürst.

Alexander Müller

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